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Handel

15.05.2015

Wird Oettingen zum Einkaufsparadies?

So wirbt die Arbeitsgruppe in einem Flyer für die „Romantic Outlet City“ in Oettingen. Derzeit stehen die Planungen zu dem Projekt noch ganz am Anfang. Eine Machbarkeitsstudie soll nun ausloten, welche Möglichkeiten ein City-Outlet für Oettingen bietet. 
Bild: German Fall

Um den Leerstand zu bekämpfen und die Innenstadt zu beleben, haben Bürger eine Idee entwickelt - ein Outlet-Center mit 13000 Quadratmetern. Vorbild ist eine Stadt nahe Köln.

Einen Prospekt gibt es schon, zwölf Seiten lang. Darin wird beschrieben, wie es einmal sein könnte in Oettingen: In der „romantischen historischen Altstadt“ soll ein Outlet-Center entstehen, ein „Einkaufserlebnis der besonderen Art“. Von einem Einzugsgebiet von zwölf Millionen Einwohnern ist die Rede, von einer Verkaufsfläche von etwa 13000 Quadratmetern. Es klingt sehr konkret.

Dabei steht das Projekt „Romantic Outlet City“ noch am Anfang der Planung. Doch wenn es nach den Menschen geht, die dahinterstehen, wird es einmal ein Durchbruch werden für die Stadt. Eine Chance, ihr einen Aufschwung zu verschaffen, und zugleich eines der größten Probleme Oettingens zu beseitigen: den Leerstand in der Innenstadt.

Es ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Projekt. Außergewöhnlich ist etwa, dass es nicht hauptsächlich von der Stadtverwaltung ausgeht, sondern von Bürgern Oettingens. Keiner von ihnen sitzt momentan im Stadtrat, keiner von ihnen bekleidet ein politisches Amt, auch wenn es sich um stadtbekannte Persönlichkeiten handelt und der ehemalige Bürgermeister Matti Müller mal Mitglied der Gruppe war. Zu ihr gehören etwa der Gastronom Lino Vertucci, die Architektin Katrin Ott, der Apotheker Andreas Hönle und der Einzelhändler Dieter Hölderle.

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Die Bürger wollen das Stadtbild Oettingens nicht auf den Kopf stellen

Die ersten Überlegungen, ein Outlet-Center nach Oettingen zu holen, hatte es bereits im Juli 2012 gegeben, wie German Fall erklärt, der ebenfalls der Planungsgruppe angehört. Damals hätten sich die Mitglieder zum ersten Mal getroffen und die Idee entwickelt, wie ein Outlet-Center nach Oettingen kommen soll. „Wir fanden die Idee klasse“, sagt Fall, ein Bauingenieur, dem zusammen mit seinen Geschwistern das leer stehende Gebäude in der Schlossstraße gehört, in dem sich bis 2012 ein Schlecker-Markt befand. Fall sagt, man wolle durch das Outlet-Center die bestehende Infrastruktur nicht massiv verändern, das Stadtbild nicht auf den Kopf stellen. „Unser Ansatz ist, die bestehenden Immobilien so zu nutzen, dass man sie umbauen und integrieren kann.“ Apotheken, Metzgereien und andere Läden, die es bereits gibt, sollen in der Innenstadt weiterexistieren können. Das Ziel sei es, das es von der Raiffeisenbank in der Königsstraße bis zum Schloss einmal Outlet-Läden gibt.

Vorbild ist Bad Münstereifel

In Bad Münstereifel in der Nähe von Köln, wo noch vor einem Jahr 70 Prozent der Gewerbebauten in der Innenstadt leer standen, ist im August 2014 ein ähnliches Konzept gestartet: Dort wurde nicht am Stadtrand ein riesiges Einkaufsparadies aus dem Boden gestampft, wie es bei Outlet-Centern oft der Fall ist. Stattdessen hat sich die Innenstadt des historischen Eifelstädtchens selbst in ein Outlet-Center verwandelt; die Läden befinden sich dort in bis zu 500 Jahre alten Häusern. So ähnlich könnte es auch in Oettingen einmal werden. Die ersten Schritte dazu hat die Stadt nun gemacht. Für die Zukunft ist eine Machbarkeitsstudie geplant, mit der ausgelotet werden soll, was möglich ist, wie Bürgermeisterin Petra Wagner sagt. 80000 Euro hat die Stadt dafür in den Haushalt 2015 gestellt. Zunächst soll es diese Studie geben, danach werde man schauen, wie es weitergeht, sagt Wagner.

Wie sieht Oettingens Innenstadt in 20 Jahren aus?

Stadtrat Robin Bhattacharyya von der SPD-Fraktion hatte in der letzten Sitzung des Gremiums erklärt, man müsse sich die Frage stellen, wie die Innenstadt in 20 Jahren aussehe; das Projekt „Romantic Outlet City“, das auch unter dem Kürzel ROC firmiert, sei eine Chance für eine belebte Innenstadt. Die Stadt müsse sich nun entscheiden, ob sie den Weg gehen wolle, sagte er im Gespräch mit den Rieser Nachrichten. Denn die Stadt Feuchtwangen überlege auch, ein City-Outlet nach dem Vorbild von Bad Münstereifel zu errichten. Und zwei solcher Outlet-Citys in unmittelbarer Nähe zueinander werde es kaum geben. German Fall sagt, es handele sich um ein Projekt für die nahe Zukunft. Ein Planer, der die Machbarkeitsstudie möglicherweise durchführt, habe gesagt, dass es durchaus in den kommenden Jahren etwas werden könne. 2017 sei ein „sportliches Ziel“, aber warum denn nicht?

Die Planung ist zwar noch am Anfang. Konkret klingt es dennoch bereits.

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