Newsticker
Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Wo Fahrradfahrer in Nördlingen Probleme haben

Verkehr

09.01.2019

Wo Fahrradfahrer in Nördlingen Probleme haben

Einen Fehler macht die Dame links, die mit ihrem Rad die Kreuzung zwischen Nähermemminger Weg und Ulmer Straße auf der linken Seite überquert. Sie muss eigentlich zuvor die Straßenseite wechseln und durch das Berger Tor fahren.

Ein Planungsbüro erarbeitet derzeit ein neues Radverkehrskonzept für Nördlingen. Bei einer Online-Umfrage beteiligen sich viele Bürger. Wo Oberbürgermeister Faul ein Problem sieht.

Regen, Schnee und frostige Temperaturen – aufs Fahrrad setzen sich derzeit nur wenige. Zum Beispiel die Mitarbeiter des Planungsbüros Var+ aus Darmstadt. Sie radeln in diesen Tagen durch Nördlingen, um das Radwegenetz zu analysieren und zu filmen, wie Fabian Makolla sagt. Er arbeitet bei der Stadtverwaltung im Sachgebiet Stadtplanung und betreut das Thema Radverkehrskonzept. An dem wiederum arbeitet das Büro Var+. Und auch die Nördlinger Bürger haben ihren Teil dazu beigetragen.

Sie waren dazu aufgerufen, bei einer Fragebogenaktion im Internet mitzumachen. Bis Mitte Dezember hätten sich rund 500 Rieser beteiligt, sagt Makolla. Bei manchen Fragen waren verschiedene Antwortmöglichkeiten vorgegeben, bei anderen wiederum konnten die Teilnehmer ihre Anmerkungen frei formulieren. Zudem hatten die Bürger die Möglichkeit, eine Email an eine eigens eingerichtete Adresse zu verschicken. „Da sind etliche eingegangen“, sagt Fabian Makolla, „wir haben sie gesammelt und an das Planungsbüro Var+ weitergeleitet.“ Immer wieder sei in den Emails die Wemdinger Straße zur Sprache gekommen. Dort gibt es für Radler keine klare Führung von Anfang bis Ende, immer wieder müssen sie von der Straße auf den Radweg und zurück wechseln.

Radfahren gewinnt an Bedeutung

Dass rund 500 Teilnehmer den Fragebogen ausgefüllt haben, überrascht Oberbürgermeister Hermann Faul. Und auch Makolla sagt, man wäre schon zufrieden gewesen, wenn 300 mitgemacht hätten. „Man sieht, dass das Radfahren an Bedeutung gewinnt“, meint Faul. Ziel des Radverkehrskonzeptes sei es unter anderem, die Erreichbarkeit der Innenstadt und die Verbindung zwischen den Ortsteilen zu verbessern. Man wolle sich Problembereiche anschauen und Maßnahmen ableiten. Die könnten kurzfristig umsetzbar sein, so Faul – etwa, wenn nur die Beschilderung geändert werden müsse. Oder mittelfristig, wenn bauliche Maßnahmen nötig seien. Langfristige Ziele müssten angegangen werden, wenn der Autoverkehr in der Innenstadt weiterentwickelt werde.

Faul selbst ist in Sachen Radfahren vor allem eine Stelle in der Stadt ein Dorn im Auge: der Bereich vor dem Berger Tor beziehungsweise die Kreuzung zwischen Ulmer Straße und Nähermemminger Weg. Eigentlich müssten Radler, die vom Friedhof kommen, auf die Straße wechseln und so durchs Berger Tor fahren. Doch in der Realität bleiben viele Radfahrer auf dem Radweg und fahren stadteinwärts links am Stadttor vorbei in die Altstadt.

Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung in Nördlingen zurückgegangen

Der Chef der Nördlinger Polizeiinspektion Walter Beck sagt zwar, dass keine Unfallschwerpunkte ausgemacht werden könnten – es an der Kreuzung zwischen Ulmer Straße und Nähermemminger Weg in der Vergangenheit aber immer wieder Probleme gegeben habe. Gleiches gelte auch für die Nürnberger Straße, wo die Ausfahrt vom Luntenbuck sowie die des angrenzenden Baumarktes „nicht unproblematisch“ seien.

Seit 2015 ist die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung in Nördlingen zurückgegangen. Damals registrierte die Polizei Nördlingen noch 35, im vergangenen Jahr waren es 29. Beck: „Auffällig dabei ist, dass bei mehr als der Hälfte dieser Unfälle der Radler alleinbeteiligt zum Sturz gekommen ist.“ Bei nahezu jedem Unfall sei eine Verletzung zu beklagen, Ursache sei meist das Ein- und Abbiegen beziehungsweise das Kreuzen. In Sachen Wemdinger Straße sieht Beck zwei Probleme: die Bushaltestelle stadtauswärts nahe der Einmündung Kerschensteiner Straße, die auf dem Geh- und Radweg stehe und als Gefahrenstelle markiert werden müsse. Und den Abschnitt von der Unterführung zur Kerschensteiner Straße, weil der Radfahrer dort die Fahrbahn benutzen müsse.

Bis zum Sommer soll das Radverkehrskonzept fertig sein. Faul kündigt an, dass es für die Öffentlichkeit eine Vorstellung gebe.

Über das Radverkehrskonzept sollte die Stadt mit den Bürgern diskutieren, meint Martina Bachmann:

Radeln: Die Anregungen der Nördlinger aufnehmen

Wie sie mit dem Rad durch die Wemdinger Unterführung kommen, lesen Sie hier: Wie geht es mit dem Rad durch die Wemdinger Unterführung?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.01.2019

„gefährden“ ich mache es ebenso – wechsle nicht die Seite, denn das ist viel zu gefährlich bei dem Verkehr in Richtung Bädle – radle den Gehweg vom Friedhof bis hinein in die Stadt ohne dabei jemanden zu gefährden. Erst innerhalb der Stadt am Berger Tor versuche ich vorsichtig auf die richtige Straßenseite zu kommen.
Hier muss etwas für Radfahrer geschehen, denn: Aus der Stadt am Berger Tor vorbei hinauf zum Friedhof ist es ja schon für die Fußgänger und auch Radfahrer ein ausgewiesener Weg.
Es müsste so sein wie durch die neue Unterführung im Wemdinger Viertel: Für Fußgänger und Radler beide Richtungen offen.

@Margit Strauss: Der Schreiber ist im Recht - der Gehweg ist auch ein Radweg, aber leider nur in eine Richtung . . .

Permalink
09.01.2019

Ulmer Straße - Bergertor: Falls es dem SChreiber entgangen sein sollte, fahren die Radfahrer auf dem Gehweg und nicht auf einem Radweg vorbei am Tor in die Stadt. Durch die rücksichtslosen Radfahrer werden Fußgänger gefährdet. Außerdem besteht eine erhöhte Unfallgefahr bei der Ausfahrt Parkplatz Bergertor, da eine schlechte Sicht auf den Gehsteig besteht (konnte schon mehrmals im letzten Moment bremsen, um einen Unfall it Radfahrern zu vermeiden). Viele Radfahrer benutzen widerrechtlich die Gehwege und gefährten durch ihre rücksichtslose Fahrweise Fußgänger.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren