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Nördlingen: Streit um Gerd-Müller-Statue: Backof wettert gegen OB Wittner

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Streit um Gerd-Müller-Statue: Backof wettert gegen OB Wittner

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    Rudolf Backof bei der Bürgerversammlung im Nördlinger Stadtsaal Klösterle: Der Stapel Papier neben ihm sei der mit all den Unterschriften, sagte der Nördlinger.
    Rudolf Backof bei der Bürgerversammlung im Nördlinger Stadtsaal Klösterle: Der Stapel Papier neben ihm sei der mit all den Unterschriften, sagte der Nördlinger. Foto: Martina Bachmann

    Rudolf Backof stemmt mit seinem Arm einen Pack Papier nach oben - so, dass jeder im Stadtsaal Klösterle ihn sehen kann. Zusammengebunden sind die vielen Seiten mit einem dicken Band. Für Backof sind sie der Beweis dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger seine Meinung teilen und gegen den geplanten Standort für die Gerd-Müller-Statue in Nördlingen sind.

    Wie berichtet, will die Stadt dem Fußball-Weltmeister und geborenen Nördlinger Gerd Müller zusammen mit dem Verschönerungsverein ein Denkmal setzen. Der Bildhauer Herbert Deiss fertigt derzeit eine Bronzestatue von Müller an, sie soll nach einem Beschluss des Bauausschusses vor dem Berger Tor aufgestellt werden. Ein Standort, den Backof offensichtlich für nicht akzeptabel hält. Seit Wochen sammelt er Unterschriften gegen diese Planung, rund 1600 hat er laut eigenen Aussagen beisammen. Seinem Unmut macht er in der Bürgerversammlung am Montagabend Luft.

    Standort der Gerd-Müller-Statue soll biografischen Bezug haben

    Zunächst bedankt sich Backof bei den Nördlingerinnen und Nördlingern, die auf den Listen unterschrieben hätten. Dann greift er die Vertreter der Stadt an, in erster Linie Oberbürgermeister David Wittner, der habe bislang keine Stellungnahme zu seiner Sammlung abgegeben: "Sie können so etwas doch nicht ignorieren?" Der OB antwortet, er nehme es positiv zur Kenntnis, dass so viele Menschen die Frage bewege, wo die Statue von Gerd Müller stehen solle. Und er skizziert noch einmal auf, wie man denn zu diesem Standort gekommen sei: ein Prozess, der im vergangenen Herbst gestartet sei. Im Haupt- und Finanzausschuss etwa habe es einen einstimmigen Beschluss gegeben, dass der Standort des Denkmals einen biografischen Bezug haben solle.

    Es gebe einen Beschluss des Bauausschusses für das Berger Tor, an dem könne auch der OB nicht rühren. Doch wenn Backof die Unterschriften einreiche, dann werde alles seinen Weg gehen. Der OB ist allerdings bei einem Punkt skeptisch: "Ich weiß nicht, ob man sich in einem basisdemokratischen Prozess auf einen Standort einigen kann." Für Backof und seine Mitstreiter gibt es diesen Standort: Vor der Stadtbibliothek soll Müller stehen, dort sei der Ausnahmefußballer ja einst in die Schule gegangen. Zudem sei die Lage zentral.

    Backof will nicht vertröstet werden

    Backof wettert: Der Stadtrat habe die Entscheidung für das Berger Tor getroffen, ohne dass die Nördlinger Bürgerinnen und Bürger, ja die Rieser, öffentlich beteiligt worden seien. Der Beschluss sei "durchgepeitscht" worden. "Wir machen weiter", kündigt Backof an, man werde locker 2000 Unterschriften erreichen. Er wolle zudem nicht vertröstet werden: "Ich bin erschüttert, dass hier keine Stellungnahme kommt."

    Wittner kontert: "Ich kann den Stadtrat nicht so lange abstimmen lassen, bis das Ergebnis Rudolf Backof passt." Es gehe um ein ehrenhaftes Andenken an Gerd Müller. Für diese Aussage bekommt Wittner großen Applaus im Klösterle. Backof aber legt nach, er sei von dieser Antwort nicht überzeugt. Die Bürger würden ihre Lehren daraus ziehen, wie Wittner mit der Situation umgehe, kündigt er an. "Völlig unplausibel" sei zudem die Begründung, warum der Standort Stadtbibliothek nicht besser sei als das Berger Tor, wo ständig Lastwagen vorbeifahren.

    Es ist Manfred Keil, der für diesen Moment das letzte Wort hat. Trocken meint der Senior zum Schlagabtausch: "Es ist den meisten Leuten in der Bevölkerung wurscht, wo die Statue steht."

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