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Nördlingen: Mikrometeoriten: Faszinierende Sonderschau im Rieskratermuseum

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Mikrometeoriten: Faszinierende Sonderschau im Rieskratermuseum

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    Die Protagonisten des Eröffnungsabends: (von links) Professor Dr. Lutz Hecht, Jan Braly Kihle, Jon Larsen und Professor Dr. Stefan Hölzl.
    Die Protagonisten des Eröffnungsabends: (von links) Professor Dr. Lutz Hecht, Jan Braly Kihle, Jon Larsen und Professor Dr. Stefan Hölzl. Foto: Peter Urban

    „We are Stardust“, rief der norwegische Jazz-Gitarrist Jon Larsen bei der Ausstellungseröffnung der Sonderschau „Staub aus dem All – überall!“ ins Publikum in Nördlingen. Er zitierte damit seine Musikerkollegen von Crosby, Stills, Nash & Young, die schon auf dem Woodstock-Festival von Mikrometeoriten sangen, lange bevor eben dieser Jon Larsen 2009 beim Frühstück plötzlich ein winziges schwarzes Teil auf dem Tisch vor sich entdeckte, das Augenblicke zuvor noch nicht da war. Hier beginnt die Geschichte der urbanen Mikrometeorite. Denn Jon ist fasziniert von der Vorstellung, dass ein milliarden Jahre alter Partikel aus den Weiten des Weltalls einfach auf seinem Tisch gelandet war. Er befasst sich intensiv mit dem Thema und entdeckt tatsächlich 2015 den ersten norwegischen Mikrometeoriten im urbanen Raum. 

    Er nimmt Kontakt zu dem Mineralogen Jan Braly Kihle auf, der bereits eindrucksvolle Meteoritenfotos für die Nasa angefertigt hatte. Gemeinsam entwickeln sie eine Technik zur Fotografie der winzigen Objekte. Das Ergebnis sind über 600 hochauflösende Aufnahmen von fantastischen Einzelobjekten – gemeinsam gründen sie das Project Stardust, in dem sie über ihre Arbeit informieren und immer neue Fotos der kleinen kosmischen Kunstwerke präsentieren. Jon Larson und Jan Braly Kihle ließen es sich nicht nehmen, persönlich zur Ausstellungseröffnung ihrer mitreißenden Bilder ins Rieskratermuseum zu kommen. 

    Mikrometeoriten sind kosmische Staubteilchen

    Mikrometeoriten sind kosmische Staubteilchen, die für uns meist unbemerkt tagtäglich auf die Erde treffen. Beim Eintritt in die Atmosphäre werden die bis zu höchstens halbmillimetergroßen Gesteinspartikel aufgeheizt und kühlen wieder ab – dabei entstehen faszinierende Skulpturen aus Kristallen und Glas. Nicht nur mit der Teilnahme der beiden norwegischen Entdecker-Freunde ist Professor Dr. Stefan Hölzl zur Eröffnung der Ausstellung im Rieskratermuseum ein besonderer Coup gelungen, sondern er konnte auch noch einen ausgewiesenen deutschen Experten in Sachen Mikrometeorite, Professor Dr. Lutz Hecht vom Museum für Naturkunde in Berlin, für den Festvortrag gewinnen. 

    Diese prominente Besetzung fesselte das Auditorium im übervoll besetzten Vortragssaal des Museums. Professor Hecht erklärte anschaulich die Relevanz dieses kosmischen Staubs für die Wissenschaft: „Wir werden vielleicht mit diesen ganz kleinen Dingen eines Tages die ganz großen Fragen klären können.“ Denn im Gegensatz zu den großen Meteoriten, bei dessen Einschlägen (wie beim Rieskrater) wegen der gewaltigen Energien das Material verdampft, liegt in den „kosmischen Kügelchen“ das Geheimnis der Herkunft nahezu unzerstört vor. Professor Hecht nannte die unglaubliche Zahl von 40.000 t dieser Kügelchen, die pro Jahr auf uns niedergehen: „Das ist die Hälfte des Materials, das herunterkommt“, sagte er. 

    Faszinierende Fototechnik macht die Mikrometeoriten sichtbar

    Es ist hauptsächlich Staub aus dem Sonnensystem und aus dem Asteroidengürtel der Erde. Es findet sich überall auf der Erde, auf dem Meeresboden, im arktischen Eis, in Sedimenten der ganzen Erdgeschichte und jetzt – wie die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren werden – auch auf den Dächern von Wohngebieten. Im Anschluss an die Vorträge eröffnete sich die Faszination der Fototechnik, die es möglich machte, die spektakulären Kügelchen für das bloße Auge sichtbar zu machen. Flankiert von Informationen, die alles leicht lesbar zusammenfassen, was man bisher über Mikrometeoriten weiß. „Eine tolle Ausstellung mit einem hohen Anspruch an Ästhetik“, wie Professor Hölzl zu Beginn betonte. Auch für Laien ist sie durchaus nachvollziehbar aufbereitet. Ein Erlebnis für alle, die sich für die Geschichte des Lebens interessieren. Denn: „Wir sind alle Sternenstaub.“ Nach dem Besuch der Ausstellung wissen wir auch, warum dieser Spruch stimmt.

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