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1. Basketball-Bundesliga Frauen

26.01.2015

Angels fertigen Marburg ab

Alisha Womeck lieferte beim Sieg ihrer Mannschaft gegen Marburg eine starke Partie und erzielte insgesamt 16 Punkte.
Bild: Jochen Aumann

Nördlinger gewinnen deutlich und bleiben damit 2015 ungeschlagen. Vor allem ein Trio überzeugt dabei

Mit 74:53 fertigten die TH Wohnbau Angels aus Nördlingen ihre Gäste aus Marburg ab, gewinnen damit auch den direkten Vergleich und bleiben in 2015 ungeschlagen. Getragen wurden die Rieserinnen wie so oft von ihrem überragenden Import-Trio Jeltema, Raincock-Ekunwe (beide mit Double-Doubles) und Womack.

Um ein Basketball-Spiel zu gewinnen, muss man Bälle in einen Korb werfen, mag der Laie denken. Experten sagen, wer die Bretter beherrscht, gewinnt das Spiel, soll heißen: Die Bälle, die daneben geworfen werden, müssen gefangen werden. Wie wichtig diese sogenannten Rebounds sind, zeigte sich im Spiel der Marburger Dolphins bei den Angels in Nördlingen., zumindest zu Beginn.

Schon im ersten Angriff schafften es, die Gäste aus Hessen sich drei Mal den besonders wertvollen Offensiv-Rebound zu angeln bis der Ball dann endlich im Nördlinger Korb landete. Die Kämpfe – und das waren sie im wahrsten Wortsinn – um die so begehrten Abpraller sollten das Match zwischen den Rieserinnen und den Marburgern prägen. Der Grund für die nur knappe Führung der Nördlingerinnen nach dem ersten Viertel waren zum Beispiel die sieben Rebounds der Marburgerin Lisa Koop. Dennoch: Eine Führung ist eine Führung, und an dieser galt es weiter zu arbeiten. Das tat die Bär-Truppe auch im zweiten Abschnitt, zum Teil mit durchaus überraschenden Aufstellungen. Während Parsons, Jeltema und Raincock das Grundgerüst bildeten, tauchten plötzlich die erst 15-jährige Johanna Klug oder die 19-jährige Laura Geiselsöder auf und wussten durchaus Akzente zu setzen.

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Als sich Marburgs Koop ihr drittes Foul einhandelte, hatten die Angels schon ein doppelstelliges Polster zwischen sich und die Gäste gepackt. Coach Bär hatte den Code der Marburger Zonenverteidigung, mit dem diese noch am letzten Spieltag den Tabellenzweiten Saarlouis zur Verzweiflung getrieben hatten, geknackt und seine Mädels darauf getrimmt. Ausschlaggebend für die Rieser Dominanz waren jedoch einige toll vorgetragene Fastbreaks nach Ballgewinnen, meist abgeschlossen von der flinken Alysha Womack. Dem Nördlinger Eigengewächs Fanny Szittya war es dann vorbehalten, mit einem umjubelten Fastbreak-Korbleger, ein am Ende sehr sehenswertes zweites Viertel und dem Halbzeitstand von 38:20 abzuschließen. Mit sage und schreibe 21:4 hatten die Rieser Engel den Marburger Delphinen den Schneid abgekauft und dem Match eine vorentscheidende Richtung gegeben.

Im dritten Viertel hatten sich die Gäste wieder von dem Sturm, der über sie im zweiten Abschnitt hereingebrochen war, erholt. Zum Glück auch für die Zuschauer, denn was beide Teams hier ablieferten, war ein attraktives und sehenswertes Bundesligaspiel, nur dass die Nördlinger eben mit 20 Punkten in Front lagen, denn daran änderte sich zunächst nichts bis auf die letzten Sekunden, als die Marburger einige Unkonzentriertheiten der Gastgeber nutzten und auf für sie Hoffnung verleihende 54:39 verkürzten.

Und plötzlich war sie weg, die Lockerheit und spielerische Eleganz, mit der man die Gäste bislang dominiert hatte. Nervenflattern und Beschwerden übernahmen, kulminierend in einem technischen Foul gegen den reklamierenden Angel-Coach Bär. Dabei lag man fünf Minuten vor Ende der Partie noch mit ansehnlichen elf Punkten in Führung, sogar auf neun konnten die Delphine verkürzen bis sich Raincock und Co wieder auf ihre Stärken besannen, Ballgewinne herausarbeiteten und per Schnellangriff erneut davonzogen. Beim 63:48 drei Minuten vor Schluss ging es für beide Coaches nicht mehr um die Frage, wer gewinnen würde, sondern um den direkten Vergleich, der in der Endabrechnung der Saison eventuell irgendwann einmal wichtig werden könnte und auch den holten sich die Nördlingerinnen souverän. Mit neun Punkten hatte man in Marburg verloren, mit 21 gewannen die Angels das Rückspiel, der nunmehr vierte Sieg in Folge und die Aussicht, allmählich für die Play-Off-Runde planen zu können.

Den Rebound-Vergleich hatte man übrigens auch gewonnen, mit 42:40. Aber entscheidend um ein Match erfolgreich zu gestalten ist wohl immer noch, dass man die Kugel durch den Ring wirft, und das taten Jeltema, Raincock, Womack und ihre Mitstreiterinnen einfach besser als Marburg.

Damit kommt es am kommenden Wochenende zum Aufeinandertreffen der beiden in 2015 verlustpunktfreien Teams, wenn die Angels am Sonntag in Wasserburg antreten. Das ohnehin immer brisante Bayern-Derby bekommt dadurch noch eine besondere Note. Coach Bär und seine Engel freuen sich drauf, Angel-Fans auch.

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