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Kunstturnen

30.10.2017

KTV-Turner fliegen zum Klassenerhalt

Arian Trieb machte an mehreren Geräten eine gute Figur – hier hob er beim Bodenturnen ab.
Bild: Jochen Aumann

In einem spannenden Wettkampf behält das Nördlinger Team die Nerven. Dabei hätten die Gäste aus Oberhausen die Begegnung nach der Pause fast noch gedreht

Das erwartet spannende Duell gab es am Samstagabend im Rieser Sportpark, als die KTV Ries auf das KTT Oberhausen traf. Für die Gäste aus dem Ruhrgebiet ging es in diesem Wettkampf um viel, benötigten sie doch dringend ihren ersten Sieg, um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Die Rieser Turner waren in Bezug auf dieses Thema zwar schon aus dem Gröbsten raus, konnten sich aber mit diesem Sieg nun endgültig im Tabellenmittelfeld etablieren und damit auch die letzte theoretische Chance ausmerzen. Beide Mannschaften traten hierzu in Bestbesetzung an.

In einer mit mehr als 500 Zuschauern gut besetzten Hermann-Keßler-Halle, durfte die Mannschaft des Trainertrios Jürgen Wundel, Roland Grimm und Wolfgang Eichmeier den Wettkampfabend am Boden eröffnen und tat dies direkt mit ihrem Nachwuchstalent Arian Trieb. Er erwischte einen guten Start am ersten Gerät und präsentierte eine saubere Übung. Dieser wusste der Gegner nichts zu erwidern und so ging gleich das erste Duell mit drei Punkten an die Hausherren. Im zweiten Duell vertrat Jakob Mayer das Rieser Team, hatte aber leider einen Sturz zu verzeichnen, was der Gegner für einen ersten Punktegewinn zu nutzen wusste. Drei Zähler wechselten an die Oberhausener.

Auch das dritte Duell ging mit weiteren drei Punkten zu Gunsten des KTTO aus. Lukas Leonhardt zeigte zwar eine sehr gute Kür am Stargerät, konnte aber vom Schwierigkeitsgrad nicht mit dem der ausländischen Gästeverstärkung mithalten, was den kurzzeitigen Führungswechsel gerechtfertigte. Kurzzeitig deswegen, hatte man mit Ilya Kibartas noch einen starken Turner für das letzte Duell auf der Hand. Da er seine Übung fehlerfrei durchbrachte, waren auch die vier Scorepunkte mehr als gerechtfertigt, welche das Kampfgericht ermittelte. Somit stand es 7:6 nach den ersten vier Duellen und es versprach das spannenden Duell zu werden, welches viele im Vorfeld erahnt hatten. Mit einem 7:4 konnte sich die KTV am Zittergerät, dem Pauschenpferd, etwas weiter von den Gästen absetzten.

Maurice Praetorius bestritt als erster sein Duell am zweiten Gerät und konnte dort mit einer sehr sauberen Übung ein Unentschieden gegen seinen Duellanten erwirken. Auch Ilya Kibartas zeigte eine sehr gute Leistung und brachte seinem Team damit drei weitere Scorepunkte ein. Vier abgeben musste dann Jakob Mayer, obwohl auch er keinen Fehler in seiner Übung hatte. Dieselbe Anzahl konnte aber Lukas Leonhardt direkt wieder zurückgewinnen, indem auch er auf dem Pferd oben blieb und damit die Führung wiederherstellte.

Die Ringe fielen dann schon etwas deutlicher aus, als die ersten beiden Geräte. 11:3 stand es nach vier Turnern, wobei sich diese drei Punkte der Gegner schon im ersten Duell sichern konnte. Ilya Kibartas erturnte an seinem Paradegerät mit einer Übung auf Weltniveau fünf Punkte und auch Roland Hagner zeigte eine sehr saubere Übung. Mit einem etwas deutlicher als erwarteten 25:13 Vorsprung ging es in die Halbzeitpause.

Allerdings verlief am Sprung überhaupt nichts nach Plan. Drei Verturner waren deutlich zu viel und die Gegner konnten mit 11:3 das Gerät für sich entscheiden und den mühsam erturnten Vorsprung fast wieder egalisieren. Arian Trieb eröffnete nach der Pause und stürzte bei seiner Doppelschraube, was der Kontrahent zu einem Drei-Punkte-Gewinn verhalf. Dies konnte aber Maurice wieder ausgleichen, indem er sein Duell gewann und drei Zähler mitbrachte. Allerdings brachte auch Sven König seinen Sprung nicht in den Stand, was wiederum vier Scores für die Gegner bedeutete und auch Ilya Kibartas erlaubte sich bei seinem Sprung einen Sturz, was nochmals vier verlorene Zähler hieß.

Mit 28:24 ging es an den Barren und die Spannung die nun in der Halle herrschte war fast zu greifen. Mit einer sehr sauberen Übung hielt Arian Trieb aber dem Druck stand und setzte die Gegner unter Zugzwang, welche auch direkt einen ihrer Topturner setzen mussten. Dieser konnte dann auch drei Scorepunkte gewinnen. Im zweiten Duell konterte die KTV mit Maurice, welcher direkt vier Punkte aus seinem Duell mitbringen konnte. Weiter fehlerfrei turnte auch der dritte Rieser, Stefan Braun, trotzdem gab es wieder drei Punkte für das gegnerische Team. Mit vier Punkten für die KTV endete dann das letzte Barrenduell an diesem Tag, bei dem Ilya Kibartas wieder eine sehr schöne Übung dem Kampfgericht und den Zuschauern präsentierte. 8:6 gewannen die Nördlinger Turner dieses Gerät und sorgten damit für einen Zwischenstand von 36:30 vor dem abschließenden Reckturnen.

Arian Trieb zeigte sein ganzes Können und konnte gegen seinen Kontrahenten drei Punkte erturnen. Auch Maurice Praetorius erwischte eine sehr gute Übung. Sein Gegner war allerdings leicht besser und so wechselte der letzte Scorepunkt für diesen Tag aufs Oberhausener Konto. Den Abschluss machte dann Ilya Kibartas mit seiner schwierigen Kür und erzielte damit zum Abschluss des Abends nochmals fünf Scorepunkte zum Endstand von 46:31. Damit sicherte er sich zudem noch den Titel des Topscorers.

Mit diesem Sieg konnte das Team der KTV nun den Klassenerhalt endgültig fix machen und kann ganz entspannt in das wettkampffreie Wochenende gehen – bevor es dann zum Saisonabschluss zuerst nach Koblenz geht und die Rieser dann in heimischer Halle gegen den Titelfavoriten TV Wetzgau mit ihrem Olympiahelden Andreas Toba ran müssen. (pm)

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