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USA

21.11.2017

Charles Manson ist tot: Er nannte sich Monster

So sah Charles Manson zuletzt aus.
Bild: California Department of Corrections and Rehabilitation Office, AO, dpa

Charles Manson hat sieben Menschen auf dem Gewissen und war einer der berühmtesten Häftlinge der USA. Bis zu seinem Tod zeigte er keine Reue.

Auf den personifizierten Satan wartet jetzt ein Rendezvous mit dem Teufel. Eigentlich kann es für einen, der es mit seiner abgrundtiefen Schlechtigkeit zu Kultstatus brachte, nur so weitergehen. Der Mann mit dem irren Blick, der die Öffentlichkeit mit seinem gespielten Wahnsinn zu manipulieren versuchte, würde dem gewiss nicht widersprechen.

„Sind Sie ein Monster?“, hatte ihn im Jahr 1987 ein Journalist gefragt. „Sie sehen, was Sie bekommen“, antwortete Charles Manson. Er saß zu diesem Zeitpunkt in der kalifornischen Haftanstalt, in der er fast fünf Jahrzehnte verbracht hatte. 1971 hatte ein Gericht ihn zum Tode verurteilt. Manson war der Chef der sektenähnlichen Kommune „Manson Family“. Am Montag ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. In der vergangenen Woche war er in ein Krankenhaus im kalifornischen Bakersfield eingeliefert worden, wo sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte. In seine Zelle kehrte Manson danach nicht mehr zurück.

Der Prozess gegen Manson wurde zum Spektakel

Staatsanwalt Vincent Bugliosi hatte den nicht einmal 1,60 Meter großen Sekten- und Kommunenführer im Prozess wegen eines grausigen Ritual-Mordes an insgesamt sieben Personen zu eben diesem Monster stilisiert. Manson selbst war aber gar nicht dabei, als Anhänger seiner „Manson Family“ an zwei Sommernächten im August ihre Verbrechen verübten.

Am 9. August 1970 verschaffte sich die erste Mörderbande Zutritt zu einer Villa, in der früher der Musikproduzent wohnte, der Manson zu einer B-Seite bei den Beach Boys verholfen hatte. Die einzige und letzte Nummer des nur mäßig begabten Songschreibers, der darüber verbittert war. Unter den vier Opfern der blutigen Mordnacht war auch die Schauspielerin Sharon Tate, die im achten Monat schwanger war. Vater des Kindes war ihr Ehemann, der Regisseur Roman Polanski.

Tags drauf ermordete eine zweite Gruppe den Supermarktketten-Besitzer Leno LaBianca und seine Frau Rosemary. Die Polizei fand in beiden Häusern die Wände mit dem Blut der Opfer verschmiert, darunter Parolen wie „Death to Pigs“ – „Tod den Schweinen“ – und „Rise“ – „Steht auf“.

Manson wollte einen Rassenkrieg

Manson war getrieben von Drogen und seiner Vision eines Rassenkriegs, den er mit den Bluttaten von Los Angeles anzetteln wollte. Doch stattdessen führte der Mord den Kleinkriminellen aus Cincinatti lebenslang ins Gefängnis; zusammen mit vier Mitgliedern der „Family“.

Der Prozess geriet zum nationalen Spektakel, weil er in allen Details die Perversionen der von sexueller Ausbeutung und LSD-Trips bestimmten Kommune beleuchtete. Das Verfahren endete mit einem Todesurteil für den von seinen Anhängern als Heilsbringer verehrten Scharlatan Charles Manson, seine „drei Todesengel“ Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie Van Houten sowie Charles „Tex“ Watson. Manson wurde zu einem der berühmtesten Gefangenen der USA.

Auf sein Rendezvous mit dem Teufel musste er dann noch 48 Jahre warten. Dank einer Entscheidung des obersten Verfassungsgerichts der USA, das 1972 die Todesstrafe vorübergehend abgeschafft hatte, wanderten die Verurteilten nicht wie geplant in den Todestrakt, sondern lebenslang hinter Gitter.

Was dem Gauner im Hippie-Pelz in Freiheit verwehrt war, genoss er in seiner Zelle. Die Verbrechen hatten ihn weltberühmt gemacht. Dabei war Manson nach Einschätzung seiner Gutachter nicht viel mehr als ein Feigling. Aber einer mit Anziehungskraft auf einen bestimmten Frauentypus, die im Gefängnis weiterwirkte. 2015 hätte er fast noch einmal geheiratet. Seine Verlobte machte allerdings zur Bedingung, den mit einem Hakenkreuz tätowierten Körper nach dem Tod ausstellen zu dürfen. Der große Manipulator wehrte sich, selbst manipuliert zu werden.

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