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Ehefrau vor Augen der Kinder enthauptet
04.06.2012

Anwohner: Er rief "Gott ist groß" und warf den Kopf in den Hof

Ein Müllsack und Bindemittel liegen am Montag vor einem Wohnhaus in Berlin auf dem Boden. Polizisten fanden die zerstückelte Leiche einer 30 Jahre alten Frau am frühen Montagmorgenim Innenhof einer Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg. Der 32 Jahre alte Ehemann der Toten wurde vorläufig festgenommen.
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Ein Müllsack und Bindemittel liegen am Montag vor einem Wohnhaus in Berlin auf dem Boden. Polizisten fanden die zerstückelte Leiche einer 30 Jahre alten Frau am frühen Montagmorgenim Innenhof einer Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg. Der 32 Jahre alte Ehemann der Toten wurde vorläufig festgenommen.
Foto: Britta Pedersen

Eine sechsfache Mutter ist in Berlin vor den Augen der Kinder von ihrem Ehemann enthauptet und zerstückelt worden. Nachbarn beschreiben grausame Szenen.

Mitten in der Nacht, zerreißen gellende Schreie die Ruhe im Innenhof eines Mietshauses in Berlin-Kreuzberg. Vom Fenster aus sehen Nachbarn schockiert, was sich wenige Meter vor ihren Augen abspielt. Aufgewühlte Anwohner sprechen von entsetzlichen Szenen.

Kopf abgeschnitten und in den Hof geworfen

Laut den Aussagen der Nachbarn stand auf einer Dachterrasse im fünften Stock ein Mann mit zwei Messern in den Händen. Vor ihm soll seine 30 Jahre alte Ehefrau niedergeschlagen liegen, dahinter standen die Kinder am Fenster, berichten die Bewohner des Gebäudes in der Köthener Straße. Dann habe der 32-Jährige zweimal "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen, der Frau den Kopf vom Rumpf abgetrennt und in den Hof geworfen. Die 30-Jährige sei durch Messerstiche in die Brust gestorben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Dies habe die Obduktion ergeben. Anschließend habe der Ehemann seine Frau dann zerteilt.

Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von einem "abscheulichen Verbrechen". Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg bot inzwischen den Anwohnern Unterstützung an. Der Bund könne psychologische Hilfen vermitteln, sagte ein Sprecher.

Laut Staatsanwaltschaft wurde der 32-Jährige vor Jahren zu einer Bewährungsstrafe wegen Steuerdelikten verurteilt. Er soll in der Baubranche tätig gewesen sein. Der Mann soll Delikte im Straßenverkehr begangen haben. Frühere Gewalttaten seien aber nicht bekannt, erklärte die Polizei.

Kinder mussten Enthauptung mitansehen

Einige Anwohner sagen, die Frau sei zu duldsam gewesen. Der Mann habe eine Geliebte in dem Gebäudekomplex, mit der er angeblich zwei Kinder gezeugt habe. Die Polizei hielt sich auch in dieser Frage bedeckt. Nachbarn sagen, immer wieder habe ihm die Ehefrau verziehen. Vor einigen Tagen hätte sie den untreuen Mann dann endgültig rausgeworfen. "Das war vielleicht ihr Todesurteil", mutmaßt eine Nachbarin aus der dritten Etage.

"Sie hat geschrien wie jemand, der um sein Leben kämpft", sagt eine 18-Jährige mit starrem Blick. Sie habe die Tat gegen 1.15 Uhr von der gegenüberliegenden Dachterrasse beobachtet und die Polizei alarmiert. Sie habe vergeblich hinübergerufen, er solle aufhören. Nach der Enthauptung soll der Mann wie im Rausch weiter auf die Leiche der Frau eingestochen haben. Ermittler finden neben dem Kopf auch weitere Körperteile im Hof. "Ein Blutbad, und alle haben es gesehen. Auch die Kinder", sagt ein 50-Jähriger. Die Polizei bestätigte inzwischen, dass die Kinder zur Tatzeit in der Wohnung waren. Die beiden Mädchen und vier Jungen wurden dem Kindernotdienst übergeben. Sie sollen nun in einem Heim untergebracht werden.

Mann soll Ehefrau regelmäßig geschlagen haben

"Er hat seine Frau regelmäßig geschlagen und betrogen", will eine Freundin des Opfers wissen. Wenige Tage zuvor habe sich die 30-Jährige bei der Freundin ausgeweint. Gerüchte, der Mann sei psychisch krank und habe Drogen genommen, überprüfen die Ermittler derzeit: "Den Hinweisen auf Auffälligkeiten gehen wir nach", sagte Steltner. Für viele ist das die einzige Erklärung für die grausige Tat: Sonst sei niemand zu so etwas fähig, sagen sie. Zu schaffen macht den Nachbarn auch, dass die Kinder - vier Jungen und zwei Mädchen - die Bluttat gesehen haben.

Eigentlich wollte die Ehefrau im Sommer wohl zu ihrer Familie nach Adir in der Osttürkei reisen. Seit sieben Jahren habe sie ihre Mutter nicht mehr gesehen, erzählen die Leute im Hof. Eine Nachbarin sagt: "Sie hatte sich das so sehr gewünscht. Jetzt ist es zu spät." dpa/AZ

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