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Flashmob sonoro: Italien stemmt sich mit Musik und Gesang gegen das Coronavirus

Flashmob sonoro

Italien stemmt sich mit Musik und Gesang gegen das Coronavirus

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    In Rom nehmen ein Mann und eine Frau mit ihrer Mandoline am "Flashmob sonoro" teil. Millionen Italiener müssen wegen des neuartigen Coronavirus zuhause bleiben.
    In Rom nehmen ein Mann und eine Frau mit ihrer Mandoline am "Flashmob sonoro" teil. Millionen Italiener müssen wegen des neuartigen Coronavirus zuhause bleiben. Foto: Elisa Lingria, dpa

    Freitagabend Punkt 18 Uhr lag in ganz Italien wegen des "Flashmob sonoro" Musik in der Luft. Mitten im Corona-Albtraum, der das Land seit Wochen im Würgegriff hält.

    Von Nord bis Süd folgten Tausende Italiener dem Aufruf "Flashmob sonoro" (auf Deutsch "klingender Flashmob"), um so Mut und Freude in die Köpfe der Menschen zu bringen. Das Internet feiert die Aktion. Weltweit gehen Videos von singenden Bürgern und ganzen musizierenden Familien viral. Dabei verwendeten die Teilnehmer alles, was der Haushalt hergab. Neben herkömmlichen Musikinstrumenten wie Akkordeon, Gitarre oder Tamburin griffen Bürger auch zu Töpfen und Kochlöffeln.

    "Flashmob sonoro": Bologna rockt, Siena schmettert ein traditionelles Lied

    In Bologna rockte eine Band bei geöffneten Balkontüren vom Wohnzimmer im zweiten Stock die Straße mit Rocksound vom Feinsten. Ein Passant hielt den besonderen Moment mit seiner Smartphonekamera fest. Von den Klängen zeigte sich selbst ein Hund angetan, der gerade von seinem Herrchen Gassi geführt wurde. Ein Twitternutzer postete das Video, nachdem er kurz zuvor bereits bewegende Szenen aus Sizilien mit der Welt geteilt hatte.

    Eine Twitter-Userin aus Siena in der Toskana tweetete: "Menschen meiner Heimatstadt Siena singen von ihren Häusern entlang einer leeren Straße ein populäres Lied, um ihre Herzen während der Covid19-Quarantäne zu wärmen". Dazu lud sie ein Video hoch, auf dem Nachbarn das traditionelle Lied "Canto della Verbena" singen. Der Clip verzeichnet über 4,5 Millionen Aufrufe, sammelte über 2600 Kommentare, mehr als 36.000 User teilten den Tweet und über 126.000 klickten auf "Gefällt mir".

    Im Netz gehen "Flashmob sonoro"-Videos wie eines aus Salerno viral

    Auch im Süden des Landes schmetterten Bürger beliebte Lieder in die leergefegten Straßenschluchten. Wie in der Pizza-Kapitale Neapel. Twitter-Nutzer Stephan Naumann schrieb dazu: "Mal was Schönes zu diesem Corona: Nur in Neapel. Menschen singen auf Balkonen, um sich in der Quarantäne nah zu sein." Danach verbreitete er weitere Videos aus Salerno und Turin: "Mein Turin!". Darin singen und tanzen die Isolierten zum Hit "Macarena". Den Clip sahen fast 200.000 Menschen, das einminütige Video aus Salerno sogar über 2,7 Millionen Nutzer.

    Auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nahm aktiv am Aufbäumen aus den eigenen vier Wänden teil. Die Politikerin engagierte sich für die Aktion "Zeigt Euch am Fenster". Zu diesem Zweck spannte sie quer über ihren Balkon ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut" und postete das dazugehörige Video über das soziale Netzwerk Twitter. Dazu schrieb sie: "Zusammen schaffen wir das".

    Für viele Italiener war die "Flashmob"-Aktion nicht die letzte ihrer Art. Sie stehen auch die nächsten Tage auf ihren Balkonen, Terrassen und an Fenstern, solange das Corona-Virus sie in die eigenen vier Wände in Isolation zwingt.

    Was wir über das neue Coronavirus wissen

    Was bedeutet die Epidemie für unser Gesundheitssystem?

    Das hängt maßgeblich von einem Faktor ab: der Geschwindigkeit der Ausbreitung. Je besser es gelingt, die Rate der Ansteckungen kleinzuhalten, desto geringer dürfte der Druck auf das Gesundheitssystem sein. Problematisch wird das Infektionsgeschehen vor allem dann, wenn es komprimiert in kurzer Zeit auftritt. Dann drohen volle Wartebereiche und Arztpraxen, knapp werdende Intensivbetten und vollkommen überlastete Gesundheitsämter.

    Wie ansteckend ist das Virus?

    Ein Wert, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, lässt sich nach wie vor nicht gesichert angeben. Das Virus vermehrt sich im Rachen und verbreitet sich vor allem durch Tröpfchen etwa beim Husten und Sprechen. „Die fliegen vielleicht so eineinhalb Meter weit und fallen relativ schnell zu Boden“, erklärt der Berliner Virologe Christian Drosten. „Es ist das Einatmen einer solchen Wolke, die einen infiziert in den meisten Fällen.“ Nur in Kontaktsituationen gibt es demnach ein reales Risiko – etwa, wenn man mit einem Infizierten ungefähr eine Viertelstunde oder länger gesprochen habe. Die Inkubationszeit – das ist der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt in der Regel bis zu 14 Tage.

    Wie gefährlich ist das Virus?

    Die meisten Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, kommt es in etwa einem von fünf Fällen zu einem schwereren Verlauf – inklusive Atemproblemen oder Lungenentzündung. Betroffen sind zumeist Menschen aus Risikogruppen wie Krebskranke in Chemotherapie, alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auf Diabetes zurückgehende Organschäden.

    Ist die Grippe nicht auch gefährlich?

    Die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 und die Grippe sind beide Atemwegserkrankungen. Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 allerdings häufiger als bei der Grippe. Anders als bei der Grippe gibt es gegen das Coronavirus auch noch keine Impfung oder zielgerichtete Medikamente.

    Wie lässt sich Covid-19 behandeln?

    Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Patienten werden symptomatisch behandelt – etwa mit fiebersenkenden Mitteln.

    Seit Dienstag steht das ganze Land unter Quarantäne. Über 17.660 Italiener haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie angesteckt, 1266 Infizierte sind daran gestorben.

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    Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie immer auch hier in unserem Live-Blog.

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