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Flashmob sonoro
14.03.2020

Italien stemmt sich mit Musik und Gesang gegen das Coronavirus

In Rom nehmen ein Mann und eine Frau mit ihrer Mandoline am "Flashmob sonoro" teil. Millionen Italiener müssen wegen des neuartigen Coronavirus zuhause bleiben.
Foto: Elisa Lingria, dpa

Freitagabend war ein Land vereint im Kampf gegen das Coronavirus: Tausende Italiener machten sich musizierend an Fenstern und auf Balkonen Mut in ihrer Isolation.

Freitagabend Punkt 18 Uhr lag in ganz Italien wegen des "Flashmob sonoro" Musik in der Luft. Mitten im Corona-Albtraum, der das Land seit Wochen im Würgegriff hält.

Von Nord bis Süd folgten Tausende Italiener dem Aufruf "Flashmob sonoro" (auf Deutsch "klingender Flashmob"), um so Mut und Freude in die Köpfe der Menschen zu bringen. Das Internet feiert die Aktion. Weltweit gehen Videos von singenden Bürgern und ganzen musizierenden Familien viral. Dabei verwendeten die Teilnehmer alles, was der Haushalt hergab. Neben herkömmlichen Musikinstrumenten wie Akkordeon, Gitarre oder Tamburin griffen Bürger auch zu Töpfen und Kochlöffeln.

"Flashmob sonoro": Bologna rockt, Siena schmettert ein traditionelles Lied

In Bologna rockte eine Band bei geöffneten Balkontüren vom Wohnzimmer im zweiten Stock die Straße mit Rocksound vom Feinsten. Ein Passant hielt den besonderen Moment mit seiner Smartphonekamera fest. Von den Klängen zeigte sich selbst ein Hund angetan, der gerade von seinem Herrchen Gassi geführt wurde. Ein Twitternutzer postete das Video, nachdem er kurz zuvor bereits bewegende Szenen aus Sizilien mit der Welt geteilt hatte.

 

Eine Twitter-Userin aus Siena in der Toskana tweetete: "Menschen meiner Heimatstadt Siena singen von ihren Häusern entlang einer leeren Straße ein populäres Lied, um ihre Herzen während der Covid19-Quarantäne zu wärmen". Dazu lud sie ein Video hoch, auf dem Nachbarn das traditionelle Lied "Canto della Verbena" singen. Der Clip verzeichnet über 4,5 Millionen Aufrufe, sammelte über 2600 Kommentare, mehr als 36.000 User teilten den Tweet und über 126.000 klickten auf "Gefällt mir".

Im Netz gehen "Flashmob sonoro"-Videos wie eines aus Salerno viral

Auch im Süden des Landes schmetterten Bürger beliebte Lieder in die leergefegten Straßenschluchten. Wie in der Pizza-Kapitale Neapel. Twitter-Nutzer Stephan Naumann schrieb dazu: "Mal was Schönes zu diesem Corona: Nur in Neapel. Menschen singen auf Balkonen, um sich in der Quarantäne nah zu sein." Danach verbreitete er weitere Videos aus Salerno und Turin: "Mein Turin!". Darin singen und tanzen die Isolierten zum Hit "Macarena". Den Clip sahen fast 200.000 Menschen, das einminütige Video aus Salerno sogar über 2,7 Millionen Nutzer.

Auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nahm aktiv am Aufbäumen aus den eigenen vier Wänden teil. Die Politikerin engagierte sich für die Aktion "Zeigt Euch am Fenster". Zu diesem Zweck spannte sie quer über ihren Balkon ein Banner mit der Aufschrift "Alles wird gut" und postete das dazugehörige Video über das soziale Netzwerk Twitter. Dazu schrieb sie: "Zusammen schaffen wir das".

Für viele Italiener war die "Flashmob"-Aktion nicht die letzte ihrer Art. Sie stehen auch die nächsten Tage auf ihren Balkonen, Terrassen und an Fenstern, solange das Corona-Virus sie in die eigenen vier Wände in Isolation zwingt.

Seit Dienstag steht das ganze Land unter Quarantäne. Über 17.660 Italiener haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie angesteckt, 1266 Infizierte sind daran gestorben.

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