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Frankreich
25.11.2016

Eindringling tötet Angestellte in Missionars-Heim

Die Präfektur stufte die Tat als «kriminellen Akt» ein. Ein terroristischer Hintergrund sei unwahrscheinlich, hieß es laut AFP in Ermittlerkreisen.
Foto: Pascal Guyot, afp

Die Umstände der Tat wirken rätselhaft: Ein Mann dringt nachts in ein Heim für pensionierte Mönche ein, überwältigt eine Frau, ersticht eine zweite - und flüchtet unerkannt.

Ein bewaffneter Mann ist in ein Altersheim für pensionierte Mönche in Südfrankreich eingedrungen und hat eine Mitarbeiterin getötet. Der vermummte Täter habe am Donnerstagabend eine Wächterin der Einrichtung nahe Montpellier überwältigt und die Angestellte erstochen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Spezialeinheiten der Gendarmerie hätten das Areal in Montferrier-sur-Lez (Hérault) auf der Suche nach dem Mann vergeblich durchkämmt und rund 60 Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Täter entkam jedoch.

Die Präfektur stufte die Tat als "kriminellen Akt" ein. Ein terroristischer Hintergrund sei unwahrscheinlich, hieß es laut AFP in Ermittlerkreisen. Das Motiv des mutmaßlichen Einzeltäters, der ersten Erkenntnissen zufolge mit Messer und abgesägter Flinte bewaffnet war, liege noch im Dunkeln. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Montpellier sei keiner der Mönche verletzt oder misshandelt worden. Alarmiert wurde die Polizei laut AFP von der Wächterin, die vom Täter gefesselt und geknebelt wurde, sich aber selbst befreien konnte.

In dem Heim "Les Chênes verts" leben Geistliche, die zuvor in Afrika tätig waren, wie ein Mitarbeiter der Diözese Montpellier der AFP sagte. Der Bürgermeister von Montferrier-sur-Lez, Michel Fraysse, sagte der Nachrichtenagentur, in der Einrichtung seien rund 60 frühere Missionare sowie rund ein Dutzend Laien und Gläubige untergebracht.

Erinnerungen an Saint-Étienne-du-Rouvray

Dem Bericht zufolge befanden sich zwei Dutzend Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge zu einem Großeinsatz vor Ort. Auch ein Hubschrauber wurde am Freitagmorgen bei der Suche nach dem Flüchtigen eingesetzt.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ermordung eines Priesters durch zwei Dschihadisten in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie. Dort hatten die Angreifer am 26. Juli während der Morgenmesse Geiseln genommen und anschließend den 85 Jahre alten Priester ermordet. dpa/afp

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