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Harry und Meghan
08.05.2020

Video von Harry und Meghan mit Baby Archie löst Shitstorm aus

"Baby Sussex", wie Archie auch genannt wird, feierte am Mittwoch seinen ersten Geburtstag - weit weg vom britischen Königshaus in den USA.
Foto: Toby Melville, dpa (Archiv)

Harry und Meghan haben sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen. Doch zum Geburtstag ihres Sohnes Archie veröffentlichten sie ein Video, das für Diskussionsstoff sorgt.

Archie Harrison Mountbatten-Windsor feierte am 6. Mai seinen ersten Geburtstag. Prinz William und Herzogin Kate gratulierten Archie ebenso wie die Queen via Instagram. Harry und Meghan nahmen den Ehrentag des achten Urenkels der Queen zum Anlass, ein privates Video zu veröffentlichen. Gefilmt von Harry, sieht man dabei Meghan im locker hochgekrempelten Jeans-Hemd beim Vorlesen mit dem kleinen Archie auf ihrem Schoß. In ihrer Hand "Duck! Rabbit!" (Ente! Hase!). Das beliebte Kinderbuch von Amy Krouse Rosenthal und Tom Lichtenheld greift spielerisch die sogenannte "Hase-Ente-Illusion" auf, wobei es darum geht, ob die Kippfigur nun ein Hase oder eine Ente ist. Im Hintergrund ist Harry zu hören, wie er lacht und mit seinem Sohn spricht. Archie lacht ebenfalls, wird zwischendrin aber auch ungeduldig und wirft ein anderes Buch auf den Boden. Eine familiäre Szene, die an sich keine Besonderheit darstellt.

Harry und Meghan haben keineswegs - wie man vermuten könnte - einen neuen Instagram-Account. Das Video wurde am Mittwoch unter anderem von "Save the Children UK" hochgeladen. Wo und wann es entstanden ist, bleibt unklar und ist irrelevant. Denn es geht in erster Linie nicht um das Privatleben der jungen Familie, sondern um einen guten Zweck: Die weltweit tätige Kinderrechtsorganisation "Save the Children" sammelt mit dem Video im Rahmen der Vorlese-Aktion "Save with Stories" (Retten mit Geschichten) Geld für Familien, die besonders hart von der Corona-Krise getroffen wurden und werden. Harry und Meghan reihen sich dabei unter viele weitere Unterstützer der Aktion.

Kritik an Meghan drängt Anlass des Vorlese-Videos in Hintergrund

Verbale Angriffe auf Meghan ließen in den sozialen Medien dennoch nicht lange auf sich warten. Zu den prominentesten und harschesten Kritikern zählte dabei Emily Giffin. Die bekannte US-Autorin ("Fremd fischen") bezeichnete Meghan unter anderem als "unmütterlich" (unmaternal) und kritisierte, dass die 38-Jährige sich in den Vordergrund dränge - schließlich hätte ja auch Harry lesen und Meghan filmen können. Diskutiert wird zudem die Tatsache, dass der einjährige Archie in dem Video keine Hose sondern lediglich einen Kurzarm-Body trägt. Dass Meghan in die Kamera blickt und nicht explizit "Baby Sussex" vorliest, brachte ihr ebenfalls die Kritik aufgebrachter Menschen ein. Scrollt man durch die Beiträge der Wohltätigkeitsorganisation, zeigt sich: Der Blick in die Kamera ist in den Vorlese-Videos mit bekannten Persönlichkeiten keine Ausnahme, sondern die Regel. Inzwischen ist Giffin zurückgerudert.

Die kanadische Schauspielerin und YouTuberin Nicole Arbour kommentierte das Archie-Video auf Twitter mit den Worten: "Fand es sonst noch jemand merkwürdig, dass das Paar, das sich für seine Familie Privatsphäre wünscht, ein Video seines Kindes an dessen Geburtstag für die Öffentlichkeit gepostet hat?" Dafür erhielt sie mehr als 1000 Likes. Der eigentliche Anlass des Videos gerät bei Kritik dieser Form gänzlich in den Hintergrund. Was wiederum Nutzer wie Bolu Babalola dazu veranlasste, das Video zu verteidigen und die Frage aufzuwerfen, ob die Leute wüssten, was Privatsphäre bedeute. "Sie ist nicht gleichbedeutend mit Geheimhaltung."

 

Harry und Meghan wollen Fokus auf Wohltätigkeit setzen

Während sich die Nutzer in den sozialen Medien darüber streiten, ob Meghan nun eine gute Mutter sei, engagiert sich das Paar in seiner neuen Wahlheimat Los Angeles. Unter anderem am Ostersonntag unterstützten Harry und Meghan die gemeinnützige Organisation "Project Angel Food" und verteilte Mahlzeiten. Das Paar kündigte darüber hinaus an, die rund 112.000 Dollar (etwa 100.000 Euro), die sie mit TV-Rechten an der Übertragung ihrer Hochzeit im Mai 2018 eingenommen hatten, an die Organisation "Feeding Britain" zu spenden, die Bedürftige in Großbritannien mit Essen versorgt.

Harry setzt sich zudem seit längerem auch für die britische Wohltätigkeitsorganisation "WellChild" ein, bei der er im April an einem Video-Gespräch mit Vertretern teilnahm. Darin gestand der 35-Jährige, er habe so viel Zeit mit Meghan und Archie, dass er sich fast denke: "Sollte ich mich schuldig fühlen, weil ich so viel Zeit mit der Familie habe?" Man müsse "diese Momente, in denen man sich hysterisch lachend auf dem Boden kugelt, zelebrieren". Derartige Einblicke in das Privatleben sind ebenso wie Bilder von Archie selten. Fans von Harry und Meghan freuten sich daher über das Video, das allein auf der Instagram-Seite von "Save the Children UK" inzwischen über eine Million Aufrufe verzeichnet.

Prinz Harry feiert seinen 36. Geburtstag.
18 Bilder
Vom Party-Prinz mit Nacktfoto-Skandal zum Familienglück mit Meghan
Foto: Peter Dejong, dpa

Neuer Diskussionsstoff: Im August erscheint eine Biografie über Harry und Meghan

Vor einem guten Monat, am 1. April, trat der Rückzug des Paares aus dem britischen Königshaus gemeinsam mit der wirtschaftlichen Unabhängigkeit offiziell in Kraft. Und obwohl sich Harry und Meghan seit dem "Megxit" kaum öffentlich gezeigt haben, geraten die Ex-Royals mit ihrem Privatleben immer wieder in die Öffentlichkeit und ernten besonders in den sozialen Medien viel Kritik. Einer Sprecherin zufolge wollen sie sich für ihren Teil schlicht auf ihre Familie konzentrieren und daneben ihre künftigen gemeinnützigen Organisationen weiterentwickeln. Ihre Stiftung für soziale Projekte soll den Namen "Archewell" tragen, wie vor kurzem bekannt wurde.

Spätestens im August dürfte der Klatsch und Tratsch über Harry und Meghan wieder Aufwind bekommen. Denn dann erscheint nach Angaben des Verlags Harper Collins eine Biografie mit dem Titel "Finding Freedom: Harry and Meghan and the Making of A Modern Royal Family", also etwa: "Die Freiheit finden: Harry und Meghan und die Entstehung einer modernen Königsfamilie". Dafür soll das Paar den beiden Autoren und Royal-Experten auch ein Interview gegeben haben.

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