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Mallorca
15.10.2018

Flutkatastrophe beschädigt 600 Häuser - Bub weiter vemisst

Aufräumarbeiten auf Mallorca: Nach der Flut-Katastrophe in Sant Llorenc reinigen Freiwillige das Dorf.
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Aufräumarbeiten auf Mallorca: Nach der Flut-Katastrophe in Sant Llorenc reinigen Freiwillige das Dorf.
Foto: Clara Margais, dpa

Die Flutkatastrophe auf Mallorca vergangene Woche hat Berichten zufolge rund 600 Häuser beschädigt. Zwölf Menschen kamen ums Leben, ein Bub wird weiter vermisst.

Schlamm-Massen, verwüstete Häuser, zerstörte Straßen und Brücken: Die Flutkatastrophe vor gut einer Woche auf Mallorca hat tiefe Spuren hinterlassen.

Am Dienstagabend waren im Nordosten der Urlaubsinsel ohne Vorwarnung mehr als 230 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel gefallen. Die Region um Sant Llorenç des Cardassar war besonders schlimm von dem Sturzregen betroffen, der Straßen in reißende Flüsse verwandelt und Autos wie Spielzeug mitgerissen hatte.

Bislang wurden zwölf Leichen geborgen, darunter drei Deutsche, zwei Briten und eine Holländerin. Ein achtjähriger Junge wird weiterhin vermisst - die Helfer befürchten, dass er ins Meer gespült worden sein könnte.

Das Kind war mit seiner Mutter und seiner Schwester bei Son Carrió in einem Auto unterwegs, als das Unwetter hereinbrach. Das Mädchen war nach einem Bericht der Mallorcazeitung gerettet worden, die Leiche der Mutter fand man wenig später. Mehr als 200 Helfer - darunter viele Taucher - sind seitdem im Einsatz, um den Buben zu finden.

Helfer suchen nach Unwetter auf Mallorca weiter nach Achtjährigem

Das Naturereignis, bei dem dem Bericht zufolge rund 600 Gebäude beschädigt wurden, hatte ein örtlich sehr begrenztes Gebiet auf Mallorca heimgesucht. Dennoch macht sich die Inselregierung Sorgen, dass verunsicherte Touristen wegen der Bilder aus dem Katastrophengebiet ihren Urlaub stornieren könnten.

Und es ist nicht das erste Mal, dass Mallorca in diesem Jahr Schlagzeilen macht, die Urlauber beunruhigen: Seit Mai hatte die Sichtung von Giftquallen der Gattung "Portugiesische Galeere" an verschiedenen Küstenabschnitten mehrmals Alarm ausgelöst. Ende Juni entdeckten Forscher vor der nahe liegenden Insel Cabrera einen Hai, bei dem es sich um einen Weißen Hai gehandelt haben könnte.

Rettungskräfte suchen vor dem Strand von SIllot in der Nähe des Ortes Sant Llorenc des Cardassar nach einem seit der Flutkatastrophe in dem Ort vermissten Kind.
Foto: Clara Margais, dpa

Das Tourismusministerium sah sich nach der Flut nun genötigt, eine Stellungnahme herauszugeben. "Das betroffene Gebiet im Nordosten der Insel ist sehr klein. Der Rest von Mallorca wurde nicht von Überschwemmungen heimgesucht", wird dort der Leiter der Balearischen Tourismusagentur ATB, Jaume Alzamora, zitiert.

In den wichtigsten touristischen Zentren herrsche "absolute Normalität, Hotels sind geöffnet, Infrastrukturen funktionieren", so Alzamora weiter. "Es gibt somit keinen Grund zur Beunruhigung - jeder kann unbesorgt seinen geplanten Urlaub auf unserer schönen Insel fortsetzen und bedenkenlos antreten."

Viele Urlauber haben Urlaub auf Mallorca storniert

Allerdings hätten trotz aller Entwarnungen bereits "Hunderte" Touristen ihre Mallorca-Reise abgesagt, berichtete die Zeitung "El Mundo". "Bei mir wurden bereits sechs Reservierungen storniert", zitierte das Blatt einen Hotelbesitzer aus Cala Millor. Es herrsche große Verwirrung, "denn viele glauben, dass es überall auf Mallorca Überschwemmungen gegeben hat, obwohl das natürlich gar nicht so ist."

Toni Horrach, Chef der Hotelkette HM Hotels, die elf Häuser auf der Insel hat, sieht die Situation hingegen gelassen. "Wir haben wegen der Unwetter keine Einbrüche in den Urlauberzahlen gehabt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir denken, dass die Urlauber wissen, dass sie auf der Insel sicher sind." (dpa/AZ) 

Am Dienstagabend fielen pro Quadratmeter rund 220 Liter Wasser vom Himmel. Nach Behördeninformationen waren am Mittwoch einige Landstraßen immer noch unbefahrbar.
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