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Porträt
26.07.2020

Helen Mirren: Die rebellische Königin der Leinwand wird 75

Helen Mirren gewann für ihre Darstellung der Queen einen Oscar. Im echten Leben hat sie jedoch nichts für die Aristokratie übrig.
Foto: Gregor Fischer, dpa

Die britische Schauspielerin Helen Mirren hat die Queen und andere gekrönte Häupter verkörpert. Mit dem realen Adel hat sie aber wenig am Hut - bis auf ein Schloss.

Natürlich erscheint es auf den ersten Blick paradox, dass uns ausgerechnet Helen Mirren die unzugängliche britische Königin als echten Menschen nähergebracht hat. Dass ausgerechnet die „mürrische Anti-Monarchistin“, wie sich die Schauspielerin selbst einmal bezeichnete, Ihre Majestät so feinsinnig, komisch und empathisch auf der Leinwand darstellte, dass die Zuschauer der echten Queen Elizabeth II. ihre Fehltritte und angebliche Kaltherzigkeit während des Dramas nach dem Tod von Prinzessin Diana dann doch vollends verzeihen wollten. Das Majestätische, es liegt Mirren wie sonst wohl nur den tatsächlichen Royals. Der Gang. Der Windsor-Wink. Das Mundwinkel-Lächeln. Helen Mirren, so viel lässt sich ohne Zweifel sagen, versteht sich auf gekrönte Häupter.

Sie spielte nicht nur 2006 Elizabeth II. in „The Queen“, für deren Rolle sie einen Oscar gewann. Sie verkörperte bereits als junge Theaterschauspielerin Cleopatra, war die Titelheldin in der Miniserie „Elizabeth I.“, bestach als Königin Charlotte in der Komödie „King George“, verlieh Katharina der Großen Gestalt. Trotz royaler Rollen lehnte Mirren jedoch zunächst ab, als Ihre Majestät die Schauspielerin schon 1996 in den Adelsstand erheben wollte. Mirren begründete die Verweigerung mit ihrer Herkunft aus einer anti-royalistischen Familie. 2003 akzeptierte sie die Ehrung dann doch, wenn auch nicht ohne den Kommentar, dass sie „das gesamte Konzept der Aristokratie“ verabscheue. Mirren mag königlich auf der Leinwand daherkommen, abseits davon hat sie sich stets etwas Rebellisches bewahrt. Am 26. Juli feiert Dame Helen Mirren ihren 75. Geburtstag.

Schon mit 20 spielte sie für die renommierte Royal Shakespeare Company

Sie wurde als Ilynea Lydia Vasilievna Mironova in London geboren. Ihr Vater, Sohn eines zaristischen weißrussischen Diplomaten, schlug sich als Taxifahrer durch. Ihre Mutter, Engländerin, war Hausfrau. Während des Kalten Kriegs anglisierte die Familie den Nachnamen zu Mirren. Die Tochter wurde im Alter von 18 Jahren ins National Youth Theatre aufgenommen, mit Anfang 20 spielte sie bereits für die renommierte Royal Shakespeare Company. Es folgten erste Rollen für die Leinwand. Als Filmschauspielerin wollte sie stets eine gewisse Kontrolle behalten. So entwickelte sie im Gangsterfilm „Rififi am Karfreitag“ ihre Leinwandfigur vom blonden Dummchen zur selbstbewussten und ernst zu nehmenden Frau. Mirren galt als Sexsymbol, nicht selten auch als Sexobjekt, und musste sich nicht nur einmal gegen anzügliche Bemerkungen wehren. Doch die Erfahrungen nahmen Einfluss auf ihre Rollenauswahl, auf ihr starkes Charakterspiel.

Mit dem Regisseur Taylor Hackford, den sie 1985 am Filmset kennenlernte und mit dem sie seit 1997 auch verheiratet ist, lebt sie abwechselnd in Kalifornien, England und Italien. Für das südeuropäische Land pflegt sie eine besondere Leidenschaft. Das Paar hat dort vor einigen Jahren ein Schloss gekauft und restauriert – Stichwort königlich.

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