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Poträt
20.03.2013

Jens Brunner - der Zielstrebige

Prof. Dr. Jens Brunner (32) übernahm am 1. März 2013 den Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management.
Foto: Sebastian Musolf

Der erst 32 Jahre alte Gesundheitsmanager Jens Brunner hat den ersten Lehrstuhl am Klinikum Augsburg übernommen. Trotzdem hält er sich nicht für einen "Senkrechtstarter".

Jens Brunner hat sein Studium der Betriebswirtschaftslehre im Jahr 2006 abgeschlossen, die Promotion folgte 2009 – und jetzt, vier Jahre später, ist der 32-Jährige bereits Lehrstuhlinhaber. Am 1. März hat er den ersten von drei Lehrstühlen übernommen, die dem Klinikum Augsburg den Weg zum Universitätsklinikum ebnen sollen. Für einen „Senkrechtstarter“ hält sich der Spezialist für Gesundheitsmanagement trotzdem nicht. Wichtig sei eben „Profilbildung und auch ein bisschen Glück“, sagt er.

Brunner und die "gewisse soziale Komponente"

Und welche seiner Eigenschaften, glaubt er, haben ihn wohl dorthin gebracht, wo er jetzt steht? Zielstrebigkeit und Realitätssinn, lautet da die Antwort; eine „gewisse soziale Komponente“ komme dazu. Dass man sich nicht nur in Augsburg für ihn entschieden hat, sondern umgekehrt auch er sich für Augsburg, lag an der spannenden Aufgabe, die ihm hier geboten wurde.

Das Augsburger Projekt UNIKA-T („Universitäres Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg), in dem die Münchner Medizin-Fakultäten und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg zusammenarbeiten, hat ihn gereizt.

Die Ähnlichkeit zwischen Flughäfen und Krankenhäusern

Dabei hätte der gebürtige Mannheimer auch einen Ruf an die Universität Mannheim gehabt. Dort hatte er einen Lehrstuhl vertretungsweise geleitet, ehe er nach Augsburg kam. Seine Schwerpunkte waren Flughäfen und Krankenhäuser. Haben beide Einrichtungen Gemeinsamkeiten? Durchaus, die Prozesse ähnelten sich hier wie dort, sagt Brunner, nur dass es sich in einem Fall um Passagierlogistik, im anderen um Patientenmanagement handele.

Krankenhäuser jedoch findet er ohne Zweifel faszinierender. Denn dort gehe es um „die Gesundheit, einen wichtigen Punkt in unserem Leben“. Zudem hätten Krankenhäuser bislang noch nicht so im Fokus der Forschung gestanden wie etwa Produktionsunternehmen. Hier gelte es, neue Konzepte zu überlegen und Prozesse zu verstehen – eine „zentrale Herausforderung“.

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Brunner, der in seiner Freizeit gerne Handball spielt, kann hierfür nicht nur auf reichlich Auslandserfahrung, sondern auch auf eigene Erfahrungen als Patient zurückgreifen. Er weiß, wie belastend lange Wartezeiten vor einer Operation und die damit verbundene Unsicherheit sein können. Für Patienten, denen es ähnlich ergeht, hofft er, mit seiner Forschung etwas erreichen zu können. „Wir werden Vorschläge machen, Abläufe zu verbessern“, skizziert er seine künftige Aufgabe, wobei das Augsburger Klinikum zugleich Objekt als auch Nutznießer dieser Forschung sein solle.

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