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Österreich

23.01.2019

Rätsel um vermeintliche Entführung: 88-jährige Frau wieder aufgetaucht

Ein Kameramann filmt im Bereich des Schauplatzes der Entführung einer 88-Jährigen in der Esterhazy Straße.
Bild: Robert Jäger

In Österreich war eine 88-Jährige unterwegs, als plötzlich zwei schwarze Limousinen neben ihr hielten. Die Polizei ging zunächst von einer Entführung aus.

War es eine Entführung oder eine familiäre Auseinandersetzung? Im österreichischen Burgenland ist eine 88-jährige Frau am Dienstagabend auf offener Straße in eine Limousine gezerrt worden. Daraufhin lief eine internationale Fahndung nach den Tätern an. Dabei war die Seniorin einige Stunden nach dem Vorfall in Eisenstadt wohlbehalten im 400 Kilometer entfernten Nobel-Skiort Kitzbühel bei ihrer Tochter aufgetaucht. Das habe ein Polizeisprecher bestätigt.

Rätsel um vermeintliche Entführung: 88-Jährige steigt in Österreich in schwarze Limousine

Aufgrund der seltsamen Begleitumstände des Falls, dessen Hintergründe auch am Mittwochmorgen noch im Dunkeln lagen, sah sich sogar die österreichische Regierung zu einer Stellungnahme veranlasst. "Zur Stunde ist es nicht wirklich gesichert, ob es sich um eine Entführung im klassischen Sinn handelt", sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) am Dienstagabend in der ORF-Sendung "Report". "Im Moment ist es noch zu früh, um auf Details einzugehen."

Bei der 88 Jahre alten Frau handelt es sich um ein Familienmitglied der sehr reichen Familie Esterházy. Deren in Stiftungen eingebrachtes Vermögen liegt bei rund 800 Millionen Euro.

Nach Angaben der Polizei war die 88-Jährige mit ihrer Pflegerin in Eisenstadt unterwegs, als neben ihr zwei schwarze Limousinen hielten. Die Pflegerin wurde zur Seite gestoßen, die 88-Jährige anschließend in eines der Fahrzeuge gesetzt, die danach beide mit hoher Geschwindigkeit davonrasten.

"Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren", sagte ein Polizeisprecher der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Ermittlungen liefen "in alle Richtungen". Zur Identität des Entführungsopfers machten die Behörden "aus kriminaltaktischen Gründen und aufgrund des Opferschutzes" zunächst keine Angaben. Laut ORF soll es sich um die Mutter des Mannes halten, der das Esterhazy-Vermögen verwaltet.

Familie Esterházy ist eine der reichsten in Österreich

Die Esterházys, deren jüngere Geschichte auch von Familienzwisten um das Vermögen geprägt ist, sind mit 44.000 Hektar an Wäldern, Seen und Weinbaugebieten die größten Grundbesitzer in Österreich. Die auf Forst- und Landwirtschaft sowie Immobilien und Weinbau (jährlich  500.000 Flaschen Wein) spezialisierten Betriebe der Unternehmensgruppe erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von 53 Millionen Euro.

Der Aufstieg der eng mit Ungarn verbandelten Familie begann vor 400 Jahren, als sie für die Kaiser unverzichtbar in der Abwehr der Osmanen und in verschiedenen Kriegen wurde. Die Esterházys haben eine lange Tradition in der Förderung von Kunst und Kultur. Joseph Haydn (1732-1809) war jahrzehntelang Hofkomponist der Familie. Die Schlösser und andere Kulturstandorte der Esterházys locken jährlich rund 500.000 Besucher an. (AZ/dpa)

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