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Texas

30.08.2017

Trump will nicht im Regen stehen

Donald Trump und seine Ehefrau Melania flogen gestern in der Air Force One ins vom Regen überflutete Texas.
Bild: Evan Vucci, AP, dpa

US-Präsident besucht nach Sturm „Harvey“ das Katastrophengebiet. Jetzt will er sich als Krisenmanager bewähren

Fotos zeigen ihn mit USA-Kappe auf dem Kopf, mit Beratern in Krisentreffen und hinter seinem Schreibtisch über Wetterkarten gebeugt: US-Präsident Donald Trump gibt sich angesichts der Sturmkatastrophe „Harvey“ als Vater der Nation und Krisenmanager, der alles im Griff hat. Während Teile von Texas in den Fluten versinken, ist Trump mit einem wichtigen Test seiner Führungsstärke konfrontiert. Dabei ist er sichtlich bemüht, nicht die Fehler seiner Vorgänger zu wiederholen.

„Es ist der Größte überhaupt, es ist historisch“, verkündete Trump im Weißen Haus mit Blick auf den verheerenden Sturm „Harvey“. „Wahrscheinlich gab es noch nie so etwas wie das“, fügte der US-Präsident hinzu, dessen Vorliebe für Superlative berüchtigt ist. In diesem Fall übertreibt Trump aber nicht maßlos, denn der Sturm hat mit seinen ungeheuren Regenmassen Texas und Louisiana unter Wasser gesetzt. In der texanischen Millionenmetropole Houston müssen eingeschlossene Menschen per Boot oder Hubschrauber gerettet werden, Zehntausende müssen in Notunterkünfte. Nach einem Dammbruch in der Region Brazoria County forderten die Behörden die Anwohner auf, die Gegend umgehend zu verlassen. „Seht zu, dass ihr wegkommt“, schrieb die Kreisverwaltung auf Twitter. Polizei und Feuerwehr befürchten, dass infolge der sintflutartigen Regenfälle sechs weitere Menschen ums Leben gekommen sind. Die genaue Todesursache sei allerdings noch unklar, sagte Tricia Bentley, Sprecherin der Rechtsmedizin im County Harris, zu dem auch Houston gehört. Die Behörden hatten zuvor drei Todesfälle infolge des Sturms bestätigt.

Um die dramatischen Rettungsaktionen in Houston nicht zu stören, besuchten Trump und Ehefrau Melania allerdings Gebiete weiter westlich. Dabei war sich der Präsident mancher unglücklichen Auftritte bei vergleichbaren Naturkatastrophen offenbar bewusst. Bilder von Ex-Präsident George W. Bush, der sich 2005 in der Air Force One in sicherem Abstand über das von Hurrikan „Katrina“ überflutete New Orleans fliegen ließ, hingen Bush lange nach. Auch die schleppenden Hilfen unter seinem Vater George Bush als Reaktion auf Hurrikan „Andrew“ 1992 erschütterten den Glauben vieler US-Bürger in die Regierung in Washington. Trump will es besser machen. Washington werde Texas beim Wiederaufbau beistehen. „Die Dinge laufen wirklich gut, die Haltung der Menschen ist unglaublich, und die Koordinierung läuft sehr gut“, versicherte Trump. „Wie Sie wissen, wird das eine sehr teure Situation“, fügte Trump hinzu.

„Wir regeln das mit dem Kongress“, versprach er. Beobachter rechnen allerdings, dass dies für Trump angesichts sein momentan schlechten Beziehung zu den eigenen Republikanern nicht einfach werden wird. Und fast hätte es doch noch fragwürdige Bilder gegeben: Ehefrau Melania brach mit betont hohen Stilettos ins Krisengebiet auf: Doch während sich Kritiker im Internet bereits massenhaft lustig über über die First Lady machten, zog sich die Präsidentenfrau in der Air Force One um und wechselte auf Turnschuhe. Andrew Beatty, afp

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