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Ufo-Phänomen
18.05.2022

US-Militär berichtet über Ufo-Sichtungen

Dieses Standbild eines vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Videos zeigt ein unidentifiziertes Flugobjekt, das von Piloten der US-Marine gesichtet wurde.
Foto: U.S. Department of Defense, dpa (Archivbild)

Vor dem US-Kongress kam es zu einer brisanten und historischen Anhörung: Es ging dabei um Ufos und nicht identifizierte Luftphänomene.

Das US-Militär rätselt: Was hat es mit den zahlreichen Sichtungen unbekannter Flugobjekte auf sich? Darum ging es in der ersten Anhörung seit mehr als 50 Jahren im US-Repräsentantenhaus am Dienstag (Ortszeit).

Im vergangenen Jahr wurde in den USA ein Bericht zu einem brisanten Thema veröffentlicht. Es drehte sich damals alles um den Begriff UAP, eine Abkürzung, die hierzulande wenig bekannt ist. Trotzdem wurde der Bericht auf der ganzen Welt mit Spannung erwartet, immerhin verbergen sich hinter dem Begriff zwei brisante Themenfelder: Ufos und Aliens.

Bray: Zahlreiche ungeklärte Ufo-Sichtungen

Scott Bray, Vizedirektor des Marinegeheimdienstes (ONI), sprach von einigen Beobachtungen, die bislang noch ungeklärt seien. Dafür, dass es sich dabei um Flugobjekte von Außeridischen handelt, habe die UAP-Taskforce allerdings keine Belege.

Die Abkürzung "unidentified aerial phaenomena", also im Deutschen "nicht identifizierte Luftphänomene". Es kann sich also auch um ausländisches Kampf- oder Spionagegerät oder auch andere Dinge handeln. Die UAP rücken nun wieder in den Fokus, denn im US-Kongress wird es nun eine öffentliche Anhörung geben.

Moultrie: Wir sind offen für alle Hypothesen

"UAP sind unerklärlich, das ist wahr", sagte der Vorsitzende des Unterausschusses für Spionageabwehr im Repräsentantenhaus, Andre Carson, "aber sie sind real. Sie müssen untersucht werden."

Der Abgeordnete Peter Welch sagte: "Keiner weiß, ob es außerirdisches Leben gibt. Es ist ein großes Universum. Und es wäre ziemlich anmaßend, eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen." Der hochrangige Pentagon-Mitarbeiter Ronald Moultrie sagte: "Wir sind offen für alle Hypothesen und Schlussfolgerungen, auf die wir stoßen könnten." Dieser outete sich während der Anhörung als Science-Fiction-Fan.

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Mehr Ufo-Beobachtungen durch neue Technologien

Dass immer mehr unbekannte Flugobjekte gesichtet werden, liegt auch an den verbesserten Sensoren oder neueren Flugsystemen wie beispielsweise Drohnen. Aber auch aufgrund der Bemühungen des Militärs seien mehr Ufos gesichtet worden. "Die Botschaft ist nun deutlich: Wenn Sie etwas sehen, müssen Sie es melden", sagte Bray. Das Thema sei früher sehr mit Vorurteilen belastet gewesen.

Video: ProSieben

Ufo Videos: Keine Erklärung, was das ist

Bei der Anhörung zeigte Bray zwei Videos. Auf einem sei ein "kugelförmiges Objekt" zu sehen. "Ich habe keine Erklärung dafür, was das spezifische Objekt ist", sagte Bray. Dieses fliegt im Video am Cockpit eines Kampfjets vorbei.

In dem zweiten Video ist ein schwebendes, dreieckiges Objekt zu sehen, das durch ein Nachtsichtgerät beobachtet wurde. Auch die Marine hätte einige Jahre später ähnliche Beobachtungen gemacht.

Erste offizielle Ufo-Anhörung in den USA seit mehr als 50 Jahren

Es handelt sich um eine Anhörung mit Seltenheitswert und Brisanz. Seit mehr als 50 Jahren hat es keine öffentliche Anhörung mehr zu Ufos gegeben. Carson will "dem amerikanischen Volk die Möglichkeit geben, alles über diese Vorfälle zu erfahren." Es kommt hinzu, dass sich die Forschung Daten erhofft und dem Thema auch politische Brisanz zukommt. Es gibt seit Wochen Streit zwischen dem Pentagon und Kongress-Abgeordneten.

Hintergrund ist ein Gesetz, welches den Namen "National Defense Authorization Act" trägt. Dieses war vor fünf Monaten in Kraft getreten und verpflichtet das Militär, ein Ufo-Forschungsbüro einzurichten. In diesem müssen dann alle Berichte über "nicht identifizierte Luftphänomene" gesammelt und untersucht werden.

US-Militärpiloten schildern Begegnungen mit Ufos

Das Gesetz wurde vor allem wegen unterschiedlicher Berichte von US-Militärpiloten verabschiedet, die Begegnungen mit unbekannten Flugobjekten schildern. Diese fielen ihnen mit sehr schnellen Richtungswechseln und unglaublichen Flugmanövern auf. Extreme Geschwindigkeiten und abrupte Stopps machten diese besonders mysteriös.

Radarmessungen sollen ergeben haben, dass die Objekte Geschwindigkeiten von über 100.000 km/h erreichten. Um geheime Militärtechnologie der Chinesen und Russen könne es sich daher nicht handeln, schlussfolgern amerikanische Sicherheitspolitiker. Die Phänomene sollen außerdem schon seit 70 Jahren beobachtet werden.

In den USA wird ebenso offiziell ausgeschlossen, dass es sich um eigene Technologien handelt. "Ich habe alles gesehen, was wir in den Akten haben, und ich bin sehr zuversichtlich, dass es nicht uns gehört", zitiert das US-Magazin Politico hierzu einen ehemaligen Geheimdienstbeamten hohen Ranges, der nicht namentlich genannt wird.

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