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Flüchtlinge

18.10.2020

Athen baut Zaun an Grenze zur Türkei

Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident von Griechenland, sieht sich bei einer Präsentation über den geplanten Ausbau Griechenlands Grenzzäune entlang des Flusses Evros an der Grenze zur Türkei ein Modell des Zauns an.
Bild: Dimitris Papamitsos/Greek Prime Ministers Office/AP/dpa

In Griechenland herrscht Sorge vor einer neuen Flüchtlingsbewegung. Das Land errichtet einen 27 Kilometer langen Zaun.

Fünf Meter hoch, 27 Kilometer lang, 63 Millionen Euro teuer: Griechenland wappnet sich am Grenzfluss Evros gegen befürchtete neue Migrantenströme aus der Türkei. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis inspizierte die Bauarbeiten am Wochenende. Die neuen Sicherungsanlagen sollen im April 2021 fertiggestellt sein. Die neuen Grenzzäune seien „das Mindeste, was wir tun können, damit die Bürger in dieser Region sich sicher fühlen“, sagte Mitsotakis am Samstag bei seinem Besuch in der Ortschaft Feres.

Die griechische Landgrenze zur Türkei ist 206 Kilometer lang. Sie folgt größtenteils, aber nicht durchgehend dem Lauf des Flusses Evros (türkisch: Meric). Vor allem bei Niedrigwasser im Sommer versuchen immer wieder Schleuser, Migranten in Kähnen und Schlauchbooten über den Fluss nach Griechenland zu bringen. Der Evros war im Frühjahr Schauplatz einer wochenlangen Kraftprobe: Ende Februar erklärte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Grenze zu Griechenland für geöffnet. Damit wollte er finanzielle Zugeständnisse der EU erpressen.

In Griechenland fürchtet man Erdogans Druck

Vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen mit der Türkei im Streit um Rohstoffe im Mittelmeer fürchtet man in Athen, dass Erdogan erneut am Evros Druck machen könnte. Anzeichen dafür gibt es bereits: In griechischen Polizeikreisen heißt es, man beobachte, dass Migranten wieder in größerer Zahl mit Bussen zur Grenze gebracht werden, wo sie dann in Schlauchboote steigen. Die türkischen Grenzsoldaten ließen die Schleuser gewähren, heißt es in griechischen Polizeikreisen.

Auch in der Ägäis eskaliert der Streit, nachdem die Türkei jetzt ihr Zuständigkeitsgebiet für Such- und Rettungsaktionen einseitig ausweitete. Damit beansprucht die Türkei die Zuständigkeit für die Seenotrettung vor griechischen Inseln wie Mykonos, Paros oder Santorin. Das griechische Außenministerium sprach von einer „willkürlichen und illegalen Forderung“, mit der die Türkei Konfusion erzeuge und Menschenleben in Gefahr bringe.

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