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Corona-Lockerungen: Erfolge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden

Corona-Lockerungen: Erfolge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden
Kommentar Von Michael Stifter
24.05.2020

Thüringens Ministerpräsident will es jedem Bürger selbst überlassen, wie er mit dem Virus umgeht. Er gaukelt eine Normalität vor, die es (noch) nicht gibt.

Die Deutschen sehnen sich nach Alltag, nach Umarmungen mit Freunden, Begegnungen mit Nachbarn und Kollegen. Langsam löst sich das Land aus der Starre der vergangenen Monate. Das ist gut, das ist wichtig. Nur: Wie locker darf es denn sein?

Corona-Lockerungen: Von Normalität noch weit entfernt

In den kommenden Wochen wird es darauf ankommen, nicht von einem Extrem ins andere zu verfallen. Mit seiner Idee, es jedem Bürger einfach selbst zu überlassen, wie er mit dem Virus umgehen will, gaukelt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow eine Normalität vor, die es in Wahrheit noch nicht gibt.

Selbstverständlich müssen sämtlichen Einschränkungen Tag für Tag überprüft, korrigiert und wenn möglich aufgehoben werden. Es geht schließlich um menschliche Dramen, um Existenzen, um die wirtschaftliche Zukunft des Landes, letztlich sogar um die Stabilität unserer Demokratie. Die Menschen in Deutschland haben einen hohen Preis bezahlt, um die Ausbreitung von Corona zu bremsen.

Corona-Lockerungen: Erfolge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden

Erfolge in der Corona-Krise dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden

Gerade deshalb ist es unverantwortlich, diesen Erfolg leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Bevor es kein Medikament und keinen Impfstoff gibt, werden wir uns mit einem Leben auf Abstand arrangieren müssen.

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26.05.2020

Die Bilanz jetzt von einem Erfolg, manche sprechen von einem Riesenerfolg, zu sprechen ist m.e. stark verfrüht. Eine Bilanz hat immer 2 Seiten und einen Ausgleichsposten, den man dann als Gewinn oder Verlust bezeichnet. Ich bin mir noch nicht sicher von welchem Typ dieser Posten ist.

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26.05.2020

Ein Ministerpräsident auf Zeit gewählt, der dann von sich behaupten kann er hätte so viele Bürger vor CO-VID19 in Schutz genommen , wegen ihrer Eigenverantwortung die er Ihnen übertragen hat!

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25.05.2020

Wenigstens ein Ministerpräsident, der den Mut hat, seinen Bürgern zuzugestehen, dass sie Eigenverantwortung übernehmen dürfen. Schweden hat ganz gut gezeigt, dass es klappen kann. Warum traut man uns so wenig zu?

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25.05.2020

"Schweden hat ganz gut gezeigt, dass es klappen kann."

Deutschland 82 Mio. Einw. derzeit 8200 Corona-Tote
Schweden 10 Mio. Einw., wesentl. dünner besiedelt, vergleichbar mit den nord-östlichen deutschen Bundesländern,
derzeit 4000 Corona-Tote.

Ein Riesenerfolg?
In einer Pandemie wie dieser hat jeder nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für andere. Und dieser werden die Demonstrierer häufig nicht gerecht.
Was Ramelow hier treibt ist schwer nachzuvollziehen - es ist verantwortungslos.

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25.05.2020

Das RKI schätzte nach meiner Recherche die Grippewelle 2017/1018 mit 25.000 Toten ein. Hat damals irgendwie keinen Interssiert. Ca. 5 Millionen leiden übrigens beispielsweise an Depressionen in Deutschland. Ca. 10.000 nehmen sich jährlich das Leben. Denkt jemand auch an diese Menschen? Für die ist es wahnsinnig gut, wenn sie isoliert zu Hause sitzen. In Deutschland sterben übrigens jährlich ca. 1 Mio Menschen. Die Wahrscheinlich an etwas anderem als Corona zu sterben, ist damit deutlich höher. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

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25.05.2020

Einfache Antwort - weil der Grossteil der Menschen inellektuell nicht in der Lage ist, die Gefahr annaehernd zu reflektieren, das persoenliche Verhalten anzupassen bzw. Sich wenigstens sozialvertraeglich zu verhalten. Fressen, f..., Saufen und Draengeln gehen im Zweifel vor, siehe Maxstrasse.

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25.05.2020

@ CORINNA E.

"In Deutschland sterben übrigens jährlich ca. 1 Mio Menschen."

Ihre Sorgen um Menschen, die in diesen Wochen isoliert zu Hause sitzen teile ich und kann sie nachvollziehen und hätte mir gewünscht, dass sich die staatl. Organe statt um die Kicker vorrangig um Familien mit kleinen Kindern - häufig in beengten Wohnverhältnissen - und den von Ihnen genannten Personenkreis gekümmert hätten.

In Ihrem Beitrag kann ich jedoch kein Argument erkennen, das schlüssig begründen würde, der Ausbreitung des Virus weniger entschieden entgegenzutreten. Gehen Sie doch davon aus, dass alle, denen die Infektion das Leben kostete und noch kosten wird gut und gerne noch weitergelebt hätten. Und alle, die eine Infektion mit heftigerem Verlauf überstanden haben, ihrem Schicksal danken werden, dass sie die Krankheit in Deutschland und nicht in den USA, Italien, Spanien, Schweden usw. erwischt hat.

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26.05.2020

Herr Georg Kr,
Italien 60MIO Einwohner - 30000 Tote - sehr harter Lockdown - Erfolg??
Belgien fast gleiche Einwohnerzahl wie Schweden über 8000 Tote- Erfolg??
Die Zahlen kann man immer weiter führen. Haben Sie sich schon mal gefragt wie sich Menschen wie zB die Menschen in Italien sich immer weiter infizieren obwohl die Leute gar nicht raus dürfen?

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26.05.2020

@ HORST M.

Unstreitig ist, dass sich Menschen sowohl in Belgien als auch in Italien infizierten und infizieren.
Hier ein paar Hinweise warum es Italien besonders stark erwischte:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-italien-ausbruch-gruende-100.html

Ebenso ist doch nicht zu bestreiten, dass Deutschland deutlich weniger Infizierte und auch deutlich weniger Tote zu beklagen hat. Es kann also nicht so falsch sein, wie hierzulande vorgegangen wurde und wird. Das rasche Aufflackern von Hotspots in Frankfurt und Leer nach den Lockerungen zeigt doch, was passiert, wenn Grundregeln nicht eingehalten werden.

Jedenfalls kann davon ausgegangen werden, dass die Infektionen auch in Belgien und Italien nicht von Bill Gates über die Mobilfunkmasten ausgelöst werden.

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