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Es geht um mehr als nur die Anrede in einem Formular

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Kommentar Von Dorina Pascher
13.03.2018

Standardisierte Briefe beginnen meist mit der männlichen Anrede - auch wenn der Adressat weiblich ist. Warum die Klage einer Feministin richtig und wichtig ist.

Das höchste Gericht in Deutschland hat entschieden: Frauen erleiden aus Sicht des Bundesgerichtshofs keinen Nachteil, wenn sie in Vordrucken als „Kunde“ angesprochen werden. Und viele denken sich: Haben Feministinnen kein größeres Problem, als bei Formularen auf die weibliche Anrede zu verzichten?

In Anbetracht der aktuellen Debatte um sexuellen Missbrauch oder der Lohnschere zwischen Mann und Frau, ist sprachliche Gleichstellung weniger greifbar. Doch das mindert nicht ihre Wirkung. Wer eine Gerechtigkeit der Geschlechter erreichen will, der muss das Bewusstsein in der Gesellschaft verändern.

Einer der wichtigsten Hebel um dieses Ziel zu erreichen, ist die Sprache. Studien mit Kindern zeigten den großen Einfluss: Psychologinnen und Psychologen der Freien Universität Berlin stellten Buben und Mädchen verschiedene Berufe vor. In einer Gruppe nannten sie die geschlechtergerechte Form (zum Beispiel Informatiker und Informatikerinnen), in der Kontrollgruppe wurde die rein männliche Form verwendet.

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Das Ergebnis: Wenn beide Geschlechter genannt wurden, konnten sich die Kinder eher vorstellen, den Beruf später zu ergreifen. Insbesondere Mädchen trauten sich Berufe aus dem sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu. Wer also eine Gerechtigkeit der Geschlechter erreichen will, der kommt an der Sprache nicht vorbei. Wie schon Paul Watzlawick wusste: Sprache schafft Wirklichkeit. Ihr Wandel ist unser Fortschritt. Der Bundesgerichtshof hätte mit seiner Entscheidung ein Zeichen für die Gleichheit der Geschlechter setzen können. Das hat er leider verpasst.

Hier lesen Sie unseren Pro-Kommentar: "Kunde" statt "Kundin": Die Richter haben mit ihrem Urteil recht

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Formulare dürfen männlich bleiben

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14.03.2018

habern wir in der Heutigen Zeit wirklich nichts anderes zu Tun als für solchen Blödsinn Millionen von Euro zu verpulvern ?? feminismus ist ja sehr gut !! aber da wo er angebracht ist , Frauen sollen Frauen helfen und Glücklich sein !! aber was machen wir in einer Zeit wo die Oberfeministin Frau Alice Schwarzer izum beispiel in ihrer besten zeit ihre Lebensgefärtin in München in der Öffentlichkeit Brutal verprügelt hat ?? ist das feminismus ?? man Traut sich ja nicht mal mehr eine schöne Frau auf der Straße nachzuschauen , denn dann ist man ja gleich einer der Frauen belästigt und misabraucht !!! ich glaube manchmal das ich nicht mehr in diese zeit passe weil ich alt werde , denn irgentwann gibt es bei uns nur noch den Jugentwahn

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13.03.2018

Jetzt klagen wir dann auch noch über Schimpfwörter ??
Wenn jemand " blöde Sau " sagt, bin ich beleidigt.
Aber nicht wegen der " Sau ", ich bin männlich, dann bitte " blöder Eber "
Bitte Schimpfwörter auch anpassen.
Ist a' Witz'l, aber irgendwie auch Ernst gemeint !!!

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