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Porträt

29.07.2015

Felix Jaehn - der Jüngling, der Musik-Geschichte schreibt

In den USA stürmt der DJ Felix Jaehn die Charts, sein Zuhause aber ist die Lübecker Bucht.
Bild: Julia Nimke, dpa

Zum ersten Mal seit über 25 Jahren steht wieder ein Deutscher an der Spitze der US-Hitparaden. Es ist Felix Jaehn. Wer? Genau. Darum steht hier seine erstaunliche Story.

Wo er jetzt sogar schon in der zweiten Woche auf Platz eins der wichtigsten Charts der Welt steht, da mäkeln natürlich längst wieder die ewigen Besserwisser, sagen: „Cheerleader“ ist doch gar kein Song von einem Deutschen, sondern stammt eigentlich vom jamaikanischen Künstler OMI und wurde von diesem Felix Jaehn ja bloß elektronisch aufgepeppt. Ei freilich, der ist ja auch ein DJ. Im Original jedenfalls hat das Lied überhaupt niemanden gekratzt.

Sollen wir also lieber über den letzten Fall einer deutschen Nummer eins in den USA sprechen? Damals, zu einer Zeit, als Junior Jaehn noch gar nicht geboren war und Deutschland noch in der Mehrzahl existierte, 1989 nämlich, da führte eine Combo namens Milli Vanilli gleich dreimal die Billboard-Charts an. Mit „Blame It On The Rain“ und ähnlich Hübschem. Aber dass den von Frank Farian produzierten Fab und Rob dann „live“ auf der Bühne der Gesang hängen blieb, lag nicht am Regen, sondern daran, dass alles Playback war und sie eh nie selbst gesungen hatten. Und übrigens: Nena hat es mit ihren „99 Luftballons“ nur auf Platz zwei geschafft.

Felix Jaehn ist gerade einmal 20 Jahre alt

Herzlichen Glückwunsch also, Felix Jaehn! 20 Jahre alt ist der gerade mal, gebürtiger Hamburger, aber lange schon mit seinen Eltern im Klützer Winkel zu Hause. Eine sehr ruhige Ecke im Landkreis Nordwestmecklenburg, eigentlich gar nicht passend zu einem Chart-Helden, der doch mindestens in London leben müsste. Aber dorthin ist Felix auch gegangen, mit 17, um an einem Musik-College Produktion zu erlernen. Sparen wir uns den kurzen Versuch, nach seiner Rückkehr BWL in Berlin zu studieren – denn das mit der Musik hat ja dafür jetzt mal wirklich hingehauen.

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Im Mai letzten Jahres hatte ihm eine Plattenfirma das Original von „Cheerleader“ geschickt, um vielleicht was draus zu machen. Und Felix machte aus dem Reggae eine schicke, luftige House-Nummer und somit: den Hitparaden-Spitzenreiter in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien, Kanada … Und mit dem Nachfolge-Stück, einer neuen Version des Dance-Klassikers „Ain’t Nobody“ (Loves Me Better) wiederholte er das Kunststück in Deutschland gleich mal für ganze acht Wochen.

Und jetzt, was sagt er selbst dazu? „Unglaublich … Ich kann es noch gar nicht voll realisieren … Ich habe damals einfach gemacht …“ So was halt. Aber auch, dass vom Opa bis zu seinem sechsjährigen Patenkind alle seine Musik mögen. Und: „Zu Hause fühle ich mich tatsächlich an der Lübecker Bucht. Ich habe meine Schulfreunde, viele bekannte Gesichter um mich herum …“ Also ja, er lebt immer noch bei Mama und Papa im Klützer Winkel – wenn er nicht gerade ein Festival oder einen Klub als DJ beglückt. Hört sich doch authentischer an als bei Milli Vanilli. mit dpa

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