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09.03.2018

Frauenstreik legt Spanien lahm

Junge Spanierinnen, die in Pamplona am Streik teilnehmen.
Bild: dpa

Selbst die Königin sagte alle Termine ab

Mit einem Topfkonzert begann am Donnerstagmorgen in Spaniens Hauptstadt Madrid der erste Streik der Frauen. Unter dem Motto „Wenn wir streiken, steht die Welt still“ hatten feministische Organisationen und Gewerkschaften dazu aufgerufen, im ganzen Land die Arbeit niederzulegen und für ein Ende der Lohndiskriminierung und des Machismus zu demonstrieren. Anlass war der Internationale Frauentag. Die Teilnehmerinnen wurden dazu aufgerufen, auch zu Hause die Arbeit niederzulegen und weder zu putzen noch zu kochen. Auch Hollywoodstar Penélope Cruz und Königin Letizia beteiligten sich. Die Frau von König Felipe VI. sagte alle Termine ab.

Obwohl Spanien nicht komplett stillstand, war der Aufstand doch zu spüren: Am Morgen blockierten Frauengruppen in mehreren großen Städten wie Barcelona oder Valencia einige Hauptverkehrsstraßen. 300 Lang- und Mittelstreckenzüge fielen in Spanien aus, im Nahverkehr gab es ebenfalls erhebliche Behinderungen. In etlichen Schulen und Universitäten fiel der Unterricht aus. In Krankenhäusern und Amtsstuben kam es zu längeren Wartezeiten. Spaniens Regierung hatte Notdienste angeordnet, was die Auswirkung des Streiks abfederte.

Der Streik bestimmte auch die Tagesordnung in der Politik: Spaniens nationales Parlament ersetzte die Plenarsitzung durch ein Kolloquium zum Thema Gleichstellung. Parlamentsvorsitzende Ana Pastor von der regierenden konservativen Volkspartei sagte: „Alle Frauen, unabhängig der politischen Richtung, wissen, dass wir in einer Macho-Gesellschaft leben, die alles durchtränkt, und dass die Macht immer noch in der Hand der Männer ist.“ Nach Angaben von Gewerkschaften nahmen rund 5,3 Millionen Menschen teil.

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