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Ratgeber

26.02.2016

Für welche Investitionen am Haus es staatliche Förderung gibt

Wer auf energiesparende Technik setzt, bekommt staatliche Förderungen.
Bild: Gerhard Seybert, Fotolia

Wer auf energiesparende Technik setzt, bekommt Geld. Aber wie hoch ist die Unterstützung? Und wie läuft der Antrag? Experten beantworten die wichtigsten Fragen.

Um den Klimaschutz zu unterstützen, fördert der Staat Hausbesitzer, die auf energiesparende Technik setzen. Dabei kommen nicht nur Bauherren in den Genuss staatlicher Förderung, die sehr energiesparende Häuser neu errichten. In vielen älteren Gebäuden sind Fenster oder Heizung in die Jahre gekommen. Auch dafür gibt es Hilfe. Was aber kann gefördert werden? Und wie ist die Förderung zu beantragen? Rund 70 Anrufern konnten die Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (Eza) am Lesertelefon unserer Zeitung helfen. Da für viele andere Anrufer die Leitungen belegt waren, greifen wir wichtige Punkte nochmals auf.

Unsere Ölheizung ist fast 30 Jahre alt. Wir wollen sie ersetzen. Was hat mehr Zukunft: eine neue Ölheizung, schließlich ist der Ölpreis niedrig. Oder eine Pelletheizung?

Momentan ist der Ölpreis sehr niedrig. Käufer einer neuen Heizung sollten aber beachten, dass ein neuer Kessel eine Investition für die nächsten 20 bis 25 Jahre darstellt. Die Kalkulation, ob sich der Kauf rechnet, sollte deshalb über einen längeren Zeitraum und nicht nur zu den heutigen Preisen erfolgen. Es kann sein, dass der Ölpreis in drei bis fünf Jahren wieder steigt. Wie sich der Ölpreis genau entwickelt, ist unsicher und nicht vorhersagbar. Es ist aber unwahrscheinlich, dass er 20 bis 25 Jahre so niedrig bleibt wie heute, sagen die Eza-Experten.

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Haben denn Holzpellets als Brennstoff Zukunft?

Pellets sind Presslinge aus Holzspänen. Wie jeder andere Brennstoff auch, seien Pellets begrenzt vorhandene Güter, sagt Eza-Experte Christian Wörz. Der Vorteil ist aber, dass der Rohstoff Holz nachwächst. „Pellets sind eine komfortable Alternative zum Brennstoff Öl, die seit 15 Jahren auf dem Markt ist“, sagt Wörz. Verfeuert werde ein Brennstoff, der aus der Region kommt.

Wir wollen unser Haus modernisieren. Lohnt es sich, sich nach einer Förderung zu erkundigen?

„Die Förderprogramme waren noch nie so attraktiv und hoch wie heute“, sagt Eza-Geschäftsführer Martin Sambale. Zum Teil seien die Zuschüsse nochmals gewachsen oder die Zinssätze für Darlehen weiter gesenkt worden. Allerdings sind die Programme unübersichtlich geworden. Es lohnt sich deshalb, Beratung einzuholen. Auch die folgenden Fälle können nur Beispiele liefern, keinen kompletten Überblick.

Der alte Ölkessel in unserem Haus soll ersetzt werden. Können wir hier mit staatlicher Hilfe rechnen?

Ja. Die staatliche KfW-Förderbank unterstützt Einzelmaßnahmen bei der Modernisierung. Eine Möglichkeit ist es, einen zinsvergünstigten Kredit mit 0,75 Prozent Zins und einem Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent in Anspruch zu nehmen (Programm 152). Wer keinen Kredit braucht, kann einen Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen in Höhe von 10 Prozent nutzen (Programm 430). „Voraussetzung ist, dass in moderne Technik investiert wird, also in Brennwerttechnik“, sagt Eza-Geschäftsführer Sambale. Ein Energieberater müsse zudem bestätigen, dass die Maßnahme Sinn hat. „Dies kann auch der Heizungsbauer sein, wenn er die Qualifizierung hat.“ Zusätzlich zahlt der Freistaat Bayern einen Extra-Zuschuss im Rahmen des 10000 Häuser-Programms obendrauf: Der Bonus bei einem Kesseltausch bei Gas und Öl beträgt 1000 Euro. Voraussetzung ist, dass der Kessel mindestens 25, aber nicht älter als 30 Jahre ist.

In unserem Haus soll die Heizung umfassend modernisiert werden. Welche Möglichkeiten gibt es?

Ab 1. April 2016 können dafür Anträge für das „Heizungspaket“ gestellt werden, ein neues, attraktives Programm der KfW-Bank, sagt Eza-Geschäftsführer Sambale. Wer eine förderfähige Heizung einbaut und zusätzlich die Wärmeverteilung optimiert, also zum Beispiel neue Thermostatventile einbaut, erhält bei einem Kredit einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent. Wer keinen Kredit braucht, kann sich 15 Prozent der Kosten ersetzen lassen. Zusätzliche Förderung gibt es auch bei dem Einbau einer Lüftung („Lüftungspaket“; Programme 152 und 430).

Wir wollen unsere Ölheizung durch eine Pellet-Anlage ersetzen. Auf welche Förderung können wir zurückgreifen?

Für den Umstieg auf erneuerbare Energien gibt es staatliche Förderungen. Diese werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle abgewickelt, kurz Bafa. Bei einem neuen Pelletkessel beginnt die Förderung zum Beispiel bei 3000 Euro, schafft man zusätzlich einen Pufferspeicher an, sind es 3500 Euro. Wer auf eine energieeffiziente Erd-Wärmepumpe oder eine Grundwasser-Wärmepumpe setzt, kann ab 4500 Euro Zuschuss bekommen. Zusätzlich kann es, je nach Alter des Ölkessels, zum Beispiel Geld aus dem 10000-Häuser-Programm des Freistaats geben, sodass die Zuschüsse am Ende nochmals deutlich ausfallen können, berichten die Eza-Experten.

Wir wollen nicht nur die Heizung erneuern, auch ein Teil der Fassade soll gedämmt werden. Mit welcher Hilfe können wir rechnen?

Wissen Rat bei Fragen rund um das Bauen und Sanieren: Christian Wörz, Angelika Dautzenberg, Geschäftsführer Martin Sambale und Klaus Röthele vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu.
Bild: Ulrich Wagner

Für die Haussanierung gibt es staatliche Förderprogramme. Je nachdem, auf welchen Effizienzstandard man das Gebäude bringt, bietet die KfW-Bank einen zinsvergünstigten Kredit über maximal 100000 Euro pro Wohneinheit mit einem Zinssatz von 0,75 Prozent und Tilgungszuschüssen bis maximal 27500 Euro. Wer keinen Kredit braucht, kann Zuschüsse bis maximal 30000 Euro pro Wohneinheit bekommen. Die Zuschussvariante ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, zum Beispiel bei Gebäuden mit maximal zwei Wohneinheiten oder zwei Eigentumswohnungen eines Eigentümers, berichtet das Eza-Team (Programme 151 und 430).

Weshalb muss in vielen Fällen ein Energieberater den Sinn einer Maßnahme bestätigen?

„Der Staat stellt damit sicher, dass die Maßnahmen sinnvoll geplant sind, Missbrauch vermieden wird und keine Bauschäden auftreten“, sagt Geschäftsführer Sambale. Für die Baubegleitung durch den Berater zahlt die KfW-Bank einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent.

Unsere neue Pelletheizung läuft schon. Bekomme ich nachträglich noch eine Förderung?

„Achtung!, bei den meisten Förderprogrammen muss der Antrag auf Förderung vor Baubeginn oder Einbau erfolgen“, sagt Geschäftsführer Sambale. Einzige Ausnahme sind neue Heizungen, die auf erneuerbaren Energien beruhen und durch das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle gefördert werden. „Hier kann man auch bis maximal neun Monate nach Inbetriebnahme noch einen Zuschuss bekommen“, sagt Sambale.

Wir wollen die Dusche in unserem Haus altersgerecht umbauen. Gibt es dafür Hilfe?

Die KfW-Bank fördert den altersgerechten Umbau, zum Beispiel barrierefreie Wege, einen Lift oder den Umbau des Bades. Es gibt zinsverbilligte Darlehen oder Zuschüsse (Programme 159, 455).

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