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Philippinen

14.12.2016

Präsident Duterte brüstet sich damit, selbst getötet zu haben

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte.
Bild: Wu Hong, dpa

Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, sorgt erneut für Aufsehen. In einer Rede brüstet er sich damit, eigenhändig mutmaßliche Kriminelle getötet zu haben.

Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte hat sich damit gebrüstet, in seiner Zeit als Bürgermeister von Davao eigenhändig mutmaßliche Kriminelle getötet zu haben. Wie am Mittwoch bekannt wurde, machte Duterte die Äußerung bereits am Montagabend, als er bei einer Rede vor Geschäftsleuten über das Töten von Verdächtigen durch die Polizei sprach.

"In Davao habe ich das persönlich gemacht. Nur um den Jungs (von der Polizei) zu zeigen: 'Wenn ich das tun kann, warum nicht auch ihr?'", sagte Duterte in seiner Rede im Präsidentenpalast in Manila. Er sei auf einem Motorrad durch die südphilippinische Stadt patrouilliert und habe regelrecht "nach Ärger gesucht". "Ich habe wirklich die Konfrontation gesucht, so dass ich töten konnte", fügte der 71-jährige Präsident hinzu.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Politikern wie US-Präsident Barack Obama an seinem Vorgehen wies Duterte zurück. Wenn diese hofften, dass er seinen Feldzug gegen die Kriminalität beende, täuschten sie sich: "Tut mir Leid, ich habe nicht vor, das zu tun", sagte Duterte in der Rede.

Präsident Duterte brüstet sich damit, selbst getötet zu haben

Polizisten töteten mehr als 2000 Menschen

In einer Ansprache während eines Staatsbesuchs in Kambodscha vor dort lebenden Philippinern wiederholte Duterte am Dienstag seine Ausführungen. Als Bürgermeister von Davao habe er seinerzeit die Polizei bei ihren Einsätzen begleitet. Es könne sein, dass er jemanden niedergeschossen habe, sagte er und fügte hinzu: "Ich habe meine Augen geschlossen, denn ich habe Angst davor zu schießen."

Der philippinische Staatschef führt einen erbitterten Kampf gegen mutmaßliche Drogenkriminelle in seinem Land und wird für sein hartes Vorgehen international scharf kritisiert. Seit Dutertes Amtsantritt Ende Juni tötete die Polizei nach eigenen Angaben bei Anti-Drogen-Einsätzen mehr als 2000 Menschen. Mehr als 3000 weitere wurden nach amtlichen Angaben unter ungeklärten Umständen getötet. Der Präsident beharrt  darauf, dass die Polizei nur in Notwehr tötet und die übrigen Opfer von Gangstern getötet wurden.  

Duterte verglich sich im Herbst mit Hitler

Vielfach wurden den Getöteten Pappschilder mit der Aufschrift "Drogenhändler" oder "Drogensüchtiger" umgehängt. Daher ist inzwischen von einer "Pappschild-Justiz" auf den Philippinen die Rede. Menschenrechtsaktivisten vermuten, dass Bürgerwehren, Auftragsmörder oder auf eigene Faust handelnde Sicherheitskräfte die Opfer töten.

Duterte steht im Verdacht, während seiner fast zwei Jahrzehnte währenden Amtszeit als Bürgermeister von Davao Todesschwadronen befehligt zu haben, die mehr als tausend mutmaßliche Kriminelle töteten. Im Herbst sorgte Duterte für Empörung, als er sich selbst mit Adolf Hitler verglich und seinen Kampf gegen Drogenabhängige mit der Judenvernichtung in der NS-Zeit.

Der Papst wurde von Duterte als "Hurensohn" beschimpft

Laut Aussagen des Mitglieds einer Todesschwadron in Davao, Edgar Matobato, vor dem philippinischen Senat soll Duterte in seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Morde an Kriminellen sowie politischen Gegnern in Auftrag gegeben haben. Matobato sagte während der Anhörung im September aus, eines der Opfer sei einem Krokodil zum Fraß vorgeworfen worden. Das Duterte-Lager bestritt die Aussagen und sorgte dafür, dass der Vorsitzende der Senatsanhörung, ein Gegner des Präsidenten, seines Postens enthoben wurde.     

Vor seiner Wahl zum Staatschef im Mai hatte Duterte für den Fall seines Sieges die Tötung tausender Straftäter in Aussicht gestellt. Er kündigte ferner an, dass er den Kongress abschaffen werde, sollte dieser seine Politik stören. Zudem prahlte Duterte mit angeblichen sexuellen Leistungen und beschimpfte den Papst als "Hurensohn" - und das im einzigen mehrheitlich katholischen Land Asiens. afp/AZ

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