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Thüringer Landtag

18.07.2020

Ramelows Mittelfinger-Geste wird kontrovers diskutiert

Thürings Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller im Landtag den Mittelfinger gezeigt. Jetzt wird darüber beim Kurznachrichtendienstf Twitter hitzig diskutiert.
Bild: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Im Thüringischen Landtag zeigte Ramelow AfD-Mann Möller den Mittelfinger. Auf Twitter wird darüber diskutiert. Was AfD-Landessprecher Höcke fordert.

Der Mittelfinger, den Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Landtag einem AfD-Abgeordneten gezeigt hat, sorgt für kontroverse Diskussionen.

Thüringens SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, Ramelow habe eine Grenze überschritten. "Sie begeben sich auf das Niveau derer, die Sie beleidigt haben", heißt es in dem an Ramelow gerichteten Tweet.

Die SPD ist Teil der rot-rot-grünen Landesregierung. Widerspruch erntete Tiefensee unter anderem von Juso-Chef Kevin Kühnert. Die Mittelfinger-Geste gerichtet an den AfD-Abgeordneten Stefan Möller hatte Ramelow am Freitag während einer hitzigen Landtagsdebatte über den Umgang mit Akten zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) gemacht.

Ramelows Mittelfinger-Geste wird kontrovers diskutiert

Interview: Ramelow bezeichnete Möller als "widerlichen Drecksack"

In einem am Freitag ausgestrahlten MDR-Interview hatte Ramelow zudem eingeräumt, Möller im Landtag auch als "widerlichen Drecksack" bezeichnet zu haben. "Es gehört sich nicht, im Parlament so was zu sagen, was ich gesagt habe, aber ich wiederhole es. Herr Möller ist mit dem, was er gerade im Parlament gemacht hat, aus meiner Sicht ein widerlicher Drecksack", sagte der Linke-Politiker vor der MDR-Kamera.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, links), Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU, Mitte) und sein Kollege Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg (Grüne).
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Bild: Britta Pedersen, dpa

Auf Twitter verteidigten ihn zahlreiche Nutzer, andere kritisierten ihn. Bereits kurz nach dem Eklat hatte sich Ramelow reumütig gegeben: ""Dem Landtag gebührt mein Respekt als Verfassungsorgan. Den habe ich heute nicht im gebotenen Maße gezeigt. Gleichwohl werde ich meine antifaschistische Grundhaltung niemals von der AfD instrumentalisieren lassen", schrieb der 64-Jährige auf Twitter.

AfD-Landessprecher Björn Höcke hatte Ramelow den Rücktritt nahegelegt. "Wenn er einen Funken politischen und menschlichen Anstand besäße, würde er zurücktreten!", erklärte er. (dpa)

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