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TV-Kritik

21.01.2018

Sebastian Kurz bei "Maischberger": Einfach nicht zu fassen

Die Selbsteinschätzung von Kurz: „Ich würde mich nicht als konservativ bezeichnen, sondern als christlich-sozial und liberal.“
Bild: WDR/Melanie Grande

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz ist zu Gast bei „Maischberger“ - und windet sich geschickt aus kritischen Fragen. Daran kann auch ein älterer Gast nichts ändern.

In der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger, die gerne ältere Semester um sich versammelt, sitzt am späten Mittwochabend ein ganz Junger: Sebastian Kurz, 31, österreichischer Bundeskanzler. Als einziger Gast. In Wien führt Kurz bekanntlich eine Koalitionsregierung, der seine konservative Volkspartei und die Rechtspopulisten von der FPÖ angehören. Die Moderatorin hangelt sich erst einmal am kurzen Lebenslauf des Senkrechtstarters entlang, um dann auf kritisch umzuschalten.

Maischberger liest eine lange Liste an fragwürdigen Auftritten und möglichen Verfehlungen vor, die sich FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache geleistet hat. Doch Kurz ist damit nicht zu beeindrucken. „Jugendsünden“, sagt er. Maischberger zitiert FPÖ-Innenminister Herbert Kickl, der Flüchtlinge an einem Ort „konzentrieren“ will. Von Kurz kommt keine Distanzierung.

Nein, aalglatt ist Kurz nicht, aber clever. Eine freundliche Moderatorin bekommt ihn nicht zu fassen, obwohl sie kritische Fragen stellt. Wenn es ihm zu konkret oder zu unangenehm wird, weicht er immer wieder geschickt aus.

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Kurz bei Maischberger: "Würde mich nicht als konservativ bezeichnen"

Was bleibt hängen? Die Selbsteinschätzung von Kurz: „Ich würde mich nicht als konservativ bezeichnen, sondern als christlich-sozial und liberal.“ Der Triumph des Mannes, der maßgeblich zur Schließung der Balkanroute beigetragen hat: „Jetzt bin ich froh, dass es in Deutschland einen Schwenk gegeben hat.“ Und die Nonchalance, mit der er über braune Flecken in der Vergangenheit seiner Koalitionspartner hinwegsieht: „Für mich ist der Blick nach vorn relevant.“

Zur Verstärkung holt sich Maischberger dann doch noch einen Älteren in die Sendung: Jürgen Trittin, 63. Der wirkt altväterlich und bleibt blass. In Deutschland, so doziert der Grüne, seien sich die demokratischen Parteien einig, nicht mit den Rechtspopulisten von der AfD zu koalieren. Kurz lässt ihn ins Leere laufen. In Wien gehen die Uhren eben anders.

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20.01.2018

(edit/NUB 7.2)

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19.01.2018

Der österreichische Bundeskanzler ist halt nun mal, Jugend hin oder her ist doch ganz egal, ein rhetorisches Talent, dem 08/15 Journalisten eben nicht so beikommen können. Dassagt aber über seine Qualität als Staatenlenker noch nichts aus. Es gab schon mal einen österreichischen Politiker, nein, nicht den von vor so um die 80 Jahre, der hat jedes Duelle, da ich im TV gesehen habe, und das waren so 3-4, gewonnen.

Nein - in Wien gehen die Uhren nicht anders als in Bayern.

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19.01.2018

Der österreichische "Kinder-Kanzler" verdankt seine Karriere einem Umstand: Der Flucht von über einer Million Menschen vor Elend, Gewalt und Krieg.

Mit viel Geschick verstand er es, sich als Retter des christlichen Abendlandes und Initiator der Schließung der Balkanroute zu inszenieren. Letzteres ist falsch - dieses "Verdienst" kommt, wenn man es so nennen will, der slowenischen Regierung zu.

Seine Entzauberung hat bereits begonnen. Mit der Öffnung des österreichischen Arbeitsmarktes für ausländische Billigstarbeitskräfte über eine stark erweiterte regionalisierte Mangelberufsliste - im Interesse seiner industriellen Großspender - und der Schaffung eines Niedriglohnsektors nach deutschem Vorbild ist er gerade dabei, eine Art neue Balkanroute zu eröffnen.

Mal sehen, ob die österreichischen Arbeitnehmer und Gewerkschaften diesem Treiben genauso lammfromm zusehen werden, wie immer noch die deutschen Malocher.

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20.01.2018

"Kinderkanzler" Wie kommen Sie denn auf diesen selten doofen Begriff? Über Lindner hatten Sie sich ähnlich despektierlich ausgelassen. Da hat Sie selbst sein Dreitagebart gestört. Wie alt muss man denn Ihrer Meinung nach sein? Es gibt genügend Menschen, die in diesem Alter andere hoch verantwortungsvolle Berufe ausüben. Benötigt man als Kanzler unbedingt einen "ausgelutschen Opi"?

Ein Unding, mit welch ekelhafter Arroganz und Gesichtsausdruck diese Maischberger versucht hat mit Suggestivfragen Kurz irgendwo zu treffen. Die kam mir vor wie eine Oberlehrerin in den 60ern bei der Verteilung von Strafarbeit.

Der Höhepunkt war aber dieser Trittin. Was sollte der denn da? Das bisschen Gelaber dieses Grünen der eigentlich gar nichts mehr zu melden hat war völlig umsonst. Eine reine Showveranstaltung die wieder deutlich gezeigt hat, dass es unseren ach so politisch Korrekten nicht passt wie die Östrreicher gewählt haben.

Sachlichkeit und Stehvermögen hat ausschließlich der "Kinderkanzler" bewiesen. Ich bewundere die Gelassenheit und Schlagfertigkeit dieses jungen Menschen, er hat in seinem Alter etwas erreicht.

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20.01.2018

Und am schlimmsten war das Interview bei der Illner. So oft wie da die Begriffe Rechts und Rechtspopulismus fielen hat man vom eigentlichen Interview schon gar nichts mehr mitbekommen.

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20.01.2018

"Kinderkanzler" Wie kommen Sie denn auf diesen selten doofen Begriff? Über Lindner hatten Sie sich ähnlich despektierlich ausgelassen.

Der erstere wird auch in Österreich so genannt. Zu dem anderen "Kobold-Vertreter" und seinem Mövenpick-Verein fällt mir außer Despektierlichem leider nicht viel ein.

Dass es den einen oder anderen - auch Journalist(in) - nicht erfreut, welche Figuren sich die Österreicher an die Regierung wählten, werden Sie genauso ertragen müssen, wie andere und meine Wenigkeit, das was Sie und andere Rechte hier so verbreiten über sich ergehen lassen.

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20.01.2018

Immer wieder nett, festzustellen wie gerade die Weltoffenen und Toleranten sich über Menschen auslassen deren politische Gesinnung nicht gefällt.

Da gehts dann volle Kanne sogar gegen das Alter und das Äußere. Wenn Sie Linder als Koboldvertreter ansehen, fällt mir doch bei Schulz glatt der "Pallhuber und Söhne" Typ ein (Loriot). Und andere Ihnen eher zusagende Politiker wie bspw. Hofreiter, Roth, KGE oder Stegner sollten Sie sich mal genauer ansehen wenn Sie schon auf Äußerlichkeiten herumreiten.

Und was verbreite ich denn so als "Rechter"? Außer das Benennen von Tatsachen und manchmal Links aus seriösen Medien, wenn wieder einmal alles relativiert wird.

Aber von manchen ist wirst du schon als Rechter bezeichnet wenn du einer geregeltn Arbeit nachgehst odr pünktlich erscheinst.

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20.01.2018

Was Ihnen zu Schulz einfällt ist mir völlig egal.

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Bei Hofreiter, Roth und Stegner weiß ich wofür sie stehen und respektiere sie - auch deshalb, weil sie ihr Fähnchen nicht ständig in den Wind (auf Neudeutsch Mainstream) halten.

Mit meiner Meinung, dass Lindner ein Blender, selbstverliebter Gockel und Narzisst ist, dem es samt seinem Verein nur um die eigene Karriere und das Wohl seiner betuchten Klientel geht, stehe ich nicht allein. Die Gebührenordnungen für Anwälte und Architekten, die Pfründe für Apotheker verteidigen die mit Zähnen und Klauen. Der Mindestlohn wurde als Jobkiller verteufelt. Verlogener geht es nicht mehr. Arbeitnehmer, die auf diese Typen reinfallen, treten sich quasi selbst in den Hintern.

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Aber von manchen ist wirst du schon als Rechter bezeichnet wenn du einer geregeltn Arbeit nachgehst odr pünktlich erscheinst.

Und von manchen schon als Kommunist, wenn dir nicht jeder Vorfall Anlass gibt, pauschal gegen Flüchtlinge und MIgranten zu hetzen und du Art 1. (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar wirklich auf alle Menschen und nicht nur auf Deutsche beziehst.

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Nix für ungut - so gesehen sind wir beide Leidensgenossen . . .

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20.01.2018

(edit/NUB 7.2)

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20.01.2018

Und mir ist es egal für was Hofreiter und Co stehen. Es ging bei Ihnen um Äußerlichkeiten und da wären diese ebenso einzubeziehen. Soziologische Gerechtigkeit sozusagen :-)

Niemand "hetzt" hier gegen Migranten. Da gibt es eine gute und aufmerksame Moderation. Benannt werden Vorfälle die ansonsten gerne verschwiegen werden.

Die Begriffe Hetze, Rechts und Nazi werden häufig ohne jedes Nachdenken verwendet.

Und für das Klischee sorgt ein guter Teil dieser Schutzsuchenden selbst.

Wann und wo habe ich hier jemals einen Teilnehmer als Kommunisten bezeichnet?

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20.01.2018

Und für das Klischee sorgt ein guter Teil dieser Schutzsuchenden selbst.

Sehen Sie, das genau sind die Pauschalierungen, mit denen die rechten Hetzer arbeiten.

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21.01.2018

"Und was verbreite ich denn so als "Rechter"? Außer das Benennen von Tatsachen und manchmal Links aus seriösen Medien, wenn wieder einmal alles relativiert wird."

Sie brauchen doch nur den nächsten Satz ihres Beitrages lesen, welcher typisch ist für rechte Gesinnung. Ganz abgesehen davon, dass Sie jede Gelegenheit nutzen um gegen Asylberechtigte zu hetzen.

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21.01.2018

Ganz abgesehen davon, dass Sie jede Gelegenheit nutzen um gegen Asylberechtigte zu hetzen.

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Der allerkleinste Teil der Migranten bei uns sind "Asylberechtigte", das wissen sie ganz genau!

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21.01.2018

Gut dass Sie mich daran erinnern, denn auch nicht Asylberechtigte sind Menschen wie Sie und ich und meist geduldet. Gehetzt werden darf grundsätzlich nicht, den es erzeugt nur Hass. Das dürfte allgemein gut bekannt sein.

Gibt es noch einen einen Unterschied zwischen den Hetzern des Islam und den Hetzern von Rechts?

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20.01.2018

(edit/NUB 7.2)

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20.01.2018

Lieber Georg,

mir gefällt, dass Sie sich so entschieden gegen rechte Polemik im Netz einsetzen. Auf das man beim Lesen von Kommentarspalten nicht immer nur spontan anfangen muss zu weinen.

Beste Grüße

Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

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20.01.2018

Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

Mit diesem abgedroschenem Satz versuchen Sie sich bitte bei den G20 Randalierern, den Salafisten, den Judenhassern und all denen die eine Integration verweigern und die Gesetze dieses Landes nicht achten wollen.

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21.01.2018

(edit/ Bitte bleiben Sie beim Thema)

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19.01.2018

Der Hammer der Geschmackslosigkeit war der Auftritt des Linkspopulisten-Opas Trittin. Kurz weiß eben ganz genau, warum es schlecht ist, einen größeren Teil der Bevölkerung auszugrenzen.

In naher Zukunft kann es daher leicht sein, dass die unerwünschte Partei auch auf 20% kommt.

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19.01.2018

Über 12 Prozent der deutschen Wähler müssen ausgegrenzt werden, sie haben eine demokratische Partei gewählt die den anderen Parteien nicht gefällt. Wie soll diese Ausgrenzung dauerhaft aussehen?

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18.01.2018

Der letzte Satz bringts auf den Punkt: In Wien (und nicht nur dort) gehen die Uhren eben anders, Herr Züfle. Und das finde ich mehr als gut!

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