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Porträt

04.11.2017

Soraya Sáenz de Santamaria: Klein, aber oho

Soraya Sáenz de Santamaria (rechts) ist vor allem eines: belastbar. Während des Katalonien-Konflikts soll sie dafür sorgen, dass wieder Ruhe in der Region einkehrt.
Bild: Paul White, dpa

Soraya Sáenz de Santamaria hat schon oft für Spaniens Regierungschef Rajoy den Kopf hingehalten. In Katalonien könnte sie sich endgültig für höchste Aufgaben empfehlen.

Die "eiserne Lady" Spaniens wird leicht übersehen, weil sie nur 1,50 Meter misst. Aber die 46-jährige Soraya Sáenz de Santamaría ist trotzdem zu Spaniens mächtigster Frau aufgestiegen. Und ihr werden sogar gute Chancen eingeräumt, einmal an die Spitze der spanischen Regierung zu rücken.

Sáenz de Santamaria muss niemanden mehr etwas beweisen

Derzeit ist sie Spaniens Vize-Regierungschefin. Und ihr Boss, Ministerpräsident Mariano Rajoy, 62, erteilte ihr gerade den Auftrag, in Spaniens Krisenregion Katalonien, nach der Entmachtung der dortigen Regionalregierung, die Kontrolle zu übernehmen. Und zwar solange, bis in Barcelona eine neue Führung im Amt ist. Was vermutlich Anfang nächsten Jahres der Fall sein wird.

"Wenn du eine Frau bist und nur 1,50 groß bist, sieht man dich als verwundbar an", sagte Sáenz de Santamaría einmal, als sie sich noch in der spanischen Politik durchbeißen musste. Inzwischen muss Rajoys Vize niemandem mehr beweisen, was sie zu leisten vermag.

Während Spaniens schwerer Finanz- und Wirtschaftskrise hielt sie jahrelang als Sprecherin der Rajoy-Regierung ihren Kopf hin. Sie verteidigte die harten und unpopulären Sparmaßnahmen, ihr Chef Rajoy ging derweil auf Tauchstation. Auch nun, während des Katalonien-Konfliktes zieht "Soraya", wie sie ganz Spanien nennt, die Fäden. Sie soll in Katalonien die Kastanien aus dem Feuer holen, dafür sorgen, dass wieder Ruhe in der Region einkehrt.

Die studierte Einserjuristin ist belastbar

"Wir müssen Katalonien retten", rief Sáenz de Santamaría auf dem Höhepunkt des Konflikts im spanischen Senat aus. Dort verteidigte sie im Auftrag Rajoys die Zwangsmaßnahmen gegen die katalanische Rebellenregierung. Dazu gehörten die Entmachtung der Separatistenführung und die Neuwahl im Dezember. Ein Eingreifplan machte Sáenz de Santamaría zugleich zur provisorischen Ministerpräsidentin Kataloniens wurde. Nun unterstehen ihr die nahezu 200.000 Mitarbeiter der katalanischen Verwaltung.

Obwohl befürchtet worden war, dass sie auf massiven Ungehorsam in den katalanischen Behörden stoßen würde, schaffte Sáenz de Santamaría das Wunder: Die vorübergehende Machtübernahme in Barcelona lief bisher ohne größere Probleme ab.

"Regieren heißt, schwierige Entscheidungen zu treffen", lautet ihr Arbeitsmotto. Weil die studierte Einserjuristin sehr entscheidungsfreudig ist, schickt sie Rajoy regelmäßig an die Front. Vor 17 Jahren fing die ehrgeizige Anwältin aus der Stadt Valladolid als Rechtsberaterin in seinem Team an. Damals war sie noch keine 30 Jahre alt und Rajoy war Vize-Regierungschef. "Er hat mich genommen, weil ich sehr belastbar bin", berichtete sie einmal.

Als Rajoy Ende 2011 Ministerpräsident wurde, rückte sie zur Nummer zwei im Regierungspalast auf. Und bewies gleich, dass sie hart im Nehmen ist und mit Mehrfachbelastungen umgehen kann: Denn gerade einmal einen Monat zuvor hatte sie ihren Sohn Iván zur Welt gebracht.

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