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Mittelmeer

12.06.2018

Spanien nimmt Flüchtlingsschiff mit 629 Migranten auf

In den vergangenen Tagen sind mehr als 1000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet worden. Malta und Italien weigern sich, das Rettungsschiff Aquarius anlegen zu lassen.
Bild: sea-eye.org, dpa

Vor Malta wartete ein Boot mit 629 Migranten an Bord und durfte nicht anlegen. Italienische Schiffe bringen die Menschen nun nach Valencia.

Im Tauziehen um die Aufnahme von 629 Flüchtlingen von einem Schiff im Mittelmeer hat sich Spanien bereit erklärt, die Menschen ins Land zu lassen. "Es ist unsere Pflicht, dabei zu helfen, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern", begründete Spaniens neuer, sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez am Montag die Entscheidung. Zuvor hatten sich Italien und Malta fast zwei Tage lang geweigert, die im Mittelmeer auf einem Flüchtlingsboot ausharrenden Menschen bei sich aufzunehmen.

"Aquarius" durfte weder in Italien noch auf Malta anlegen

Den Flüchtlingen auf dem Schiff "Aquarius" solle ein "sicherer Hafen" angeboten werden, teilte die Regierung in Madrid in einer Erklärung weiter mit. Regierungschef Sánchez habe den Hafen der Stadt Valencia im Osten des Landes für die Aufnahme der Menschen bestimmt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, die EU-Kommission und die Bundesregierung hatten Italien und Malta zuvor eindringlich aufgerufen, die auf dem Schiff ausharrenden Menschen rasch aufzunehmen.

Italienische Schiffe sollen die Menschen nun nach Valencia bringen, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. Angesichts der Lage an Bord und der weiten Strecke kann die Aquarius nicht selbst Kurs auf Spanien nehmen.

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Italien und Malta stritten seit Samstag über die Aufnahme der Migranten an Bord des Schiffes, beide Länder sahen jeweils die andere Seite in der Verantwortung. Unter dem neuen italienischen Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei fährt Italien einen härteren Abschottungskurs.

Die 629 Flüchtlinge waren am Samstag bei verschiedenen Rettungsaktionen von der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée aufgenommen worden. Der Organisation zufolge sind an Bord auch 123 unbegleitete Minderjährige, elf kleine Kinder sowie sieben Schwangere. (afp)

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