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Terrorverdacht
28.03.2019

Anschläge auf bayerischen ICE: Zwei weitere Männer in Prag festgenommen

Die ICE-Strecke Nürnberg-München verläuft nahe dem mittelfränkischen Allersberg. Hier hat es im Oktober offenbar einen Anschlagsversuch gegeben.
Foto: Armin Weigel (dpa)

Die Geschichte des mutmaßlichen Bahn-Attentäters, er sei ein Einzeltäter, scheint zu bröckeln. In Prag wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen.

Nach der Festnahme eines terrorverdächtigen Irakers in Wien sind nach Angaben des österreichischen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) zwei weitere Verdächtige gefasst worden. "Gerade erst gestern wurden in Prag, in Tschechien, zwei weitere mutmaßliche Terroristen, mit denen dieser Iraker eine gemeinsame Zelle gebildet hat, festgenommen", sagte Kickl am Donnerstag in einer Rede vor dem Parlament.

Anschläge auf deutsche ICE-Strecken: Zwei weitere Verdächtige festgenommen

Der 42-jährige Iraker wird verdächtigt, Ende 2018 zwei Anschläge auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin verübt zu haben. Er will nach bisherigen Aussagen allein gehandelt haben. Erst am Mittwoch war ein Mann in Wien festgenommen worden.

Eine Sprecherin der tschechischen Polizei bestätigte die Festnahmen am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die beiden ausländischen Staatsangehörigen seien am Mittwoch kurz nach ihrer Landung auf dem Prager Flughafen auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Dieser sei vom österreichischen Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ausgestellt worden. Über die Auslieferung der Verdächtigen nach Österreich müsse nun die Justiz entscheiden.

Das Landgericht Wien wollte im Laufe des Donnerstags über die Verhängung der Untersuchungshaft gegen den Iraker befinden. Das gelte auch für seine ebenfalls festgenommene Frau, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Dem 42-Jährigen wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen.

Medienberichte: Iraker soll aus Hass auf Deutschland gehandelt haben

Medienberichte über angebliche Motive kommentierte die Sprecherin nicht. Laut Kronen Zeitung hat der irakische Ex-Militär angegeben, aus Rache auf den Westen und speziell auf Deutschland gehandelt zu haben. Er sei bei einem Militäreinsatz an der irakisch-türkischen Grenze von einer Bombe verletzt worden. Die Anschläge seien Teil eines persönlichen Feldzugs, aber kein Akt eines Terrornetzwerks.

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Bei den Anschlägen auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin sollten quer über den Schienen gespannte Stahlseile Züge zum Entgleisen bringen. Verletzt wurde niemand. Dem Iraker, der als anerkannter Flüchtling seit 2012 in Österreich lebt, droht eine lebenslange Haftstrafe. (dpa)

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