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Todesfahrt in Münster: Hetze verbietet sich

Todesfahrt in Münster: Hetze verbietet sich
Kommentar Von Joachim Bomhard
08.04.2018

Nach den ersten Meldungen über die Todesfahrt in Münster verbreitete sich schnell Hetze - auch von Politikern. Statt Vorverurteilungen ist Aufklärung wichtig.

Wenn die Nachrichtenlage noch extrem dünn ist und die Hintergründe kurz nach einem tragischen Geschehen völlig im Dunkeln liegen, verbieten sich Vorverurteilungen noch mehr als sonst von selbst. Vor allem aber dann, wenn sie aus dem Munde von Politikern kommen, deren einziges Ziel daraus zu bestehen scheint, aus den Ängsten der Menschen Kapital zu schlagen.

Ermittlungen widerlegten Terror-Verdacht schnell

Ja, die ersten Meldungen aus Münster weckten Erinnerungen an das Geschehen vom 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Aber nur, weil wieder ein Fahrzeug die Tatwaffe war und unbeteiligte Menschen zu Opfern wurden. Das reicht aber nicht, um sofort von einem terroristischen Anschlag auszugehen.

Am Samstag ist ein Kleinbus in Münster in eine Gruppe von Menschen gerast. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 20 wurden zum Teil schwer verletzt.
12 Bilder
Kleinbus fährt in Menschenmenge: Tote und Verletzte in Münster
Bild: dpa

Die ersten Ermittlungen von Münster haben sehr schnell gezeigt, dass die Hintergründe der Tat woanders liegen dürften. Wobei auch bis jetzt nichts darüber gesagt werden kann und sollte, was das wirkliche Motiv des Mannes gewesen ist.

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Wer es trotzdem in hetzerischer Weise tut, wie AfD-Lautsprecherin Beatrix von Storch, verfolgt niedere Ziele. Die Debatte darüber, so ist zu befürchten, wird sie noch als persönlichen Erfolg verbuchen.

Hier lesen Sie mehr über die Amokfahrt in Münster.

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