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09.10.2018

Türkei will Konsulat durchsuchen

Vor dem Konsulat fordern Demonstranten Aufklärung im Fall Kaschoggi.
Foto: afp

Polizei geht weiter von Mord an saudischem Regierungskritiker aus

Im Fall des in Istanbul verschwundenen und möglicherweise ermordeten saudi-arabischen Journalisten Dschemal Kaschoggi erhöht die Türkei den Druck. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche bestellte das Außenministerium in Ankara den Botschafter des arabischen Königreiches ein. Außerdem beantragten die türkischen Behörden eine Erlaubnis, um das Konsulat im Viertel Levent zu durchsuchen.

Ein Freund Kaschoggis sagte, die Berichte über den Mord seien wahr. „Die türkische Polizei hat uns gesagt, dass er im Konsulat getötet wurde“, erklärte er der dpa. „Sie haben ihn in kleine Stücke zerschnitten.“ Die offizielle türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte von 15 Saudis berichtet, darunter Diplomaten, die in zwei Flugzeugen nach Istanbul gereist waren und zum selben Zeitpunkt wie Kaschoggi im Konsulat waren. Sie seien noch am gleichen Tag wieder abgereist.

Kronprinz Mohammed bin Salman dagegen hatte bereits am Mittwochabend persönlich erklärt, Kaschoggi sei nicht in dem Konsulat und die Türken dürften es gerne durchsuchen. „Wir haben nichts zu verbergen.“ Zuvor hatte es geheißen, Kaschoggi sei erst nach dem Besuch in dem Konsulat verschwunden. Videoaufnahmen vom Verlassen des Gebäudes gebe es aber nicht, da die Bilder der Kameras nicht aufgezeichnet würden.

Die Darstellung der saudischen Seite wird dabei von Experten und Diplomaten angezweifelt. Zumal das Verschwinden Kaschoggis keineswegs ein Einzelfall ist, sondern dem Muster einer immer aggressiveren Außenpolitik Riads folgt. So droht der 29-jährigen Frauenrechtlerin Israa al Ghomgham die Enthauptung, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen sie und vier weitere Menschenrechtsaktivisten wegen der Teilnahme an Protesten und Kritik im Internet die Todesstrafe gefordert hat. (dpa, afp)

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