Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Ungewisse Zukunft des Unkrautgifts Glyphosat in Europa

Unkrautvernichter

25.10.2017

Ungewisse Zukunft des Unkrautgifts Glyphosat in Europa

Die Entscheidung über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der Europäischen Union ist vertagt.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Beim Thema Glyphosat gehen die Emotionen hoch - sowohl bei Befürwortern wie auch Gegnern des Herbizids. Die EU ringt um eine klare Linie.

Die Entscheidung über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in Europa ist vertagt. Das zuständige Expertengremium der EU-Länder hat am Mittwoch in Brüssel nicht abgestimmt, wie die EU-Kommission mitteilte. Stattdessen will die Kommission in den nächsten Wochen "weiter mit den Mitgliedstaaten an einer Lösung arbeiten, die größtmögliche Unterstützung hat". 

Das Herbizid gilt als sehr wirksam und wird weltweit massenhaft eingesetzt, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu belasten. Die bisherige Zulassung für Glyphosat in Europa läuft Ende des Jahres ab. Wird sie nicht erneuert, muss das Mittel vom Markt genommen werden. 

Die EU-Kommission hatte ursprünglich die weitere Zulassung für zehn Jahre beantragt, war aber am Dienstag auf einen Vorschlag von fünf bis sieben Jahren zurückgegangen. Zuvor hatte das Europaparlament ein Verbot des Mittels bis 2022 gefordert.  

In dem für die Entscheidung zuständigen Expertengremium, dem sogenannten PAFF-Komitee, gab es bis kurz vor der Sitzung keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Die Bundesregierung war sich nicht einig, so dass sie sich wohl hätte enthalten müssen. Die belgische Regierung teilte am Mittwoch mit, dass sie gegen eine Zulassung für weitere sieben oder zehn Jahre sei und sich der Forderung des Europaparlaments anschließe.

Der Wirkstoff wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt, den der deutsche Konkurrent Bayer übernehmen will. Dieses Milliardengeschäft wird derzeit von der EU-Kommission geprüft. Vertrieben werden Glyphosat-haltige Mittel aber auch von mehr als 40 weiteren Herstellern.

Über mögliche Risiken durch den Unkrautvernichter wird seit Jahren gestritten. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation stufte das Herbizid im März 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen ein. Andere Agenturen wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung BfR sehen hingegen kein von Glyphosat ausgehendes Risiko. dpa

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

25.10.2017

Wenige Tage, nachdem der Verdacht publik wurde, dass die Hersteller-Firma Monsanto auf Glyphosat-Studien Einfluß genommen habe, erteilte ein Gutachten der europäischen Chemikalien-Agentur ECHA Glyphosat bzgl. Krebsverdachts einen Freibrief, wies jedoch auf andere gesundheits- und umweltgefährdende Auswirkungen - z.B. drastische Reduktion der Artenvielfalt wie von Bienen etc. - hin. Nach ersten Reaktionen der Agrarlobby einschließlich Landwirtschaftsminister Schmidt war zu vermuten, dass die EU-Kommission - auch mit Unterstützung der Union - damit die Wiederzulassung von Glyphosat herbeiführen wird, was ja jetzt offensichtlich angegangen werden sollte.Und dann gestand die Agentur ECHA, nach anfänglichem Leugnen, auch noch, dass Monsanto auch auf das ECHA-Gutachten Einfluß genommen hat!Ein weiteres Armutszeugnis der EU!Mittlerweile hat übrigens der Staat Kalifornien den Krebsverdacht betätigt!Und abgesehen von dem Krebsrisiko: allein die negativen bis katastrophalen Auswirkungen auf die Artenvielfalt lassen ein Verbot von Glyphosat geboten erscheinen!Übrigens: die Union ist für Glyphosat, die SPD dagegen!Die Politik hat alles im Angebot:http://youtu.be/0zSclA_zqK4http://youtu.be/-q0gF597WEAPS:1. "Glyphosat ist gar nicht gesundheitsschädlich". Dr. Monsanto2. Übrigens ist die Glyphosatzulassung der EU schon 2012 ausgelaufen! Seitdem eiert die EU herum. Warum wohl? Unglaubwürdig!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren