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Europas Plan gegen die Flüchtlingskrise scheitert

Kommentar Von Detlef Drewes
26.07.2019

Das Konzept der EU-Staaten geht nicht auf: Trotz beachtlicher Teilerfolge geht die humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer weiter.

Die Opfer können nicht mehr anklagen. Weder die über 100 Toten vom Donnerstag noch die Tausenden davor. Die EU-Staaten haben den Schock grausamer Bilder ebenso problemlos weggesteckt wie die endlosen Appelle für mehr Solidarität. Dabei sind die 28 Regierungen keineswegs untätig gewesen. Seit dem Anschwellen der Flüchtlingsströme vor vier Jahren wurden lange Listen von Beschlüssen gefasst. Selbst bei der Bekämpfung der kriminellen Menschenschmuggler kann man in Brüssel auf beachtliche Erfolge verweisen. Ebenso unbestritten bleibt aber auch, dass die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer weitergeht.

Die Abschreckung ist ebenso gescheitert wie die Solidarität

Das Konzept der italienischen und maltesischen Regierung, die sich zu Recht darüber beklagen, von den übrigen EU-Mitgliedern alleine gelassen zu werden, geht auch nicht auf. Die Abschreckung ist ebenso gescheitert wie die Solidarität. Stattdessen begeben sich die Hilfesuchenden, wenn sie ein Boot betreten, in eine nahezu ausweglose Situation: Entweder sie kommen bis nach Europa, werden aber dort zurückgewiesen. Oder sie ertrinken. Oder sie werden von der libyschen Küstenwache gestoppt und landen in Internierungslagern, in denen unmenschliche Zustände herrschen. Die Situation nur als verfahren zu bezeichnen wäre schönfärberisch.

Lesen Sie dazu auch: Die EU schaut dem Sterben auf dem Mittelmeer zu

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.07.2019

Je mehr in die europäischen Länder hereinfebracht werden , desto mehr werden auch kommen ! Das ist eine ganz einfache Gleichung . Die Wirtschaftsflüchtlinge mögen aus dem Wasser gerettet werden , dann müssen sie aber sofoet wieder zurück nach (Nord)-Afrika gebracht werden !

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26.07.2019

https://www.welt.de/politik/article197536357/Fluechtlinge-im-Mittelmeer-Naechste-Schiffskatastrophe-vor-Libyen.html

>> In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag stachen mehrere Schnellboote mit jeweils etwa 50 Männern, Frauen und Kindern an Bord in der Nähe der Küstenstadt Al-Khums ins Meer und hielten Kurs in Richtung Norden. Fünf Seemeilen entfernt lag ein riesiges Holzboot, in das die Menschen gesteckt wurden und von dem sie dachten, damit Europa erreichen zu können. <<

Beobachtet von Fischern kenterte das Holzboot vor der Weiterfahrt.

>> Selbst bei der Bekämpfung der kriminellen Menschenschmuggler kann man in Brüssel auf beachtliche Erfolge verweisen. <<

Wo Herr Drewes kann ich mich als Bürger über diese beachtlichen Erfolge informieren?

Was ist des Gerede von der Bekämpfung der Menschenschmuggler wert? Ist man bereit die Mörder in den rückfahrenden Schnellbooten militärisch zu neutralisieren und weitere Opfer zu verhindern? Nein, es fehlt dazu der Wille, der Rechtsrahmen und die militärischen Fähigkeiten. Wenn man es also maximal zur "Gefährderansprache" bringt, muss man halt die Situation hinnehmen wie sie ist.

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