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Bobingen

09.10.2016

250 Fans von Roy Black pilgern nach Bobingen

Erstmals zu sehen war dieses Haarbüschel von Roy Black, es verbindet sich damit eine besondere Geschichte.
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Erstmals zu sehen war dieses Haarbüschel von Roy Black, es verbindet sich damit eine besondere Geschichte.
Foto: Ingeborg Anderson

Rund 250 Anhänger aus dem ganzen deutschsprachigen Raum feiern in Bobingen den Star ihrer Herzen. Und auch so manche Bobinger wissen hier einiges zu erzählen.

Alljährlich anfang Oktober wird Bobingen zum Mekka der Roy-Black-Fans aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Das Grab des Sängers in Straßberg ist dann überhäuft mit Gestecken, Blumen, Grabkerzen und Liebesbeteuerungen. Man trifft sich in der Singoldhalle um in der Musik des geliebten Stars zu schwelgen und Erinnerungen auszutauschen.

Zum 25. Todestag von Roy Black kamen wieder deutlich mehr Fans als zuletzt nach Bobingen. Rund 250 drängten sich am Abend in der Ausstellung in der Singoldhalle. Und das waren nicht nur ältere Damen, sondern auch Jüngere und männliches Publikum. Man sieht bekannte Gesichter, die jedes Jahr kommen und viele, die zum ersten Mal da sind.

Sammlerstücke sind Fotomotiv

Gerda Kiwitter und Anette Storm, die jedes Jahr aus Bochum kommen, gehören zu den ganz treuen Fans. „Wir fühlen uns sehr mit Roy Black verbunden und hören seine Musik immer wieder gerne“, sagt Gerda Kiwitter. Sie zückt ihre Kamera und fotografiert die Erinnerungsstücke an ihren Star, die in Vitrinen im Foyer der Singoldhalle zum ersten Mal zu sehen sind: Die Jacke, die er in der Fernsehserie „Hotel am Wörthersee“ trug, die Ehrenplakette die er erhielt, weil die Serie den österreichischen Tourismus förderte. Außerdem die Preise, die er für seine Musik erhielt. Die Erinnerungsstücke stammen aus dem Nachlass der Mutter des Stars sowie aus den Fan-Archiven von Elfriede Schwedes und Friedhelm Thiemann.

Braune Haare aus der Jugendzeit

Ein besonderes Exponat kommt aus dem Stadtarchiv Bobingen. Es ist ein haselnußbraunes Haarbüschel von Roy Black. Kulturamtsleiterin Elisabeth Morhard weiß: „Dahinter verbirgt sich eine sehr berührende Geschichte.“ Eine Jugendliebe des Sängers, die nicht genannt werden will, bewahrte sie, nachdem sie ihm die Haare geschnitten hatte, auf. Kurz darauf trennte sich Roy Black schweren Herzens von dieser Freundin - angeblich weil sein Management es wollte. Und zum Abschied schrieb er ihr einen liebevollen Brief, den sie mit den Haaren bis heute aufgehoben hat.

Bürgermeister Bernd Müller bezeichnete in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung und der folgenden Erinnerungsgala Roy Black alias Gerhard Höllerich „als Botschafter seiner Generation, der die Chance ergriff, aus seinem Talent sängerisch und schauspielerisch etwas zu machen.“

Dass Roy Black auch 25 Jahre nach seinem Tod unvergessen ist, kann die Kulturamtsleiterin bestätigen. „Das Medieninteresse in diesem Jahr war enorm. Und mit mehr als 250 Gästen sind doppelt so viele wie in den Jahren zuvor gekommen.“

Und auch wieder mehr Bobinger besuchten den Galaabend, den die Stadt stets zu Gedenktagen ausrichtet. Liane Greiner gehört dazu. Sie ist zum ersten Mal bei einer Gedenkveranstaltung für Roy Black dabei. Sie hat den Schmusesänger in seinen Anfängen noch ganz anders erlebt – nämlich als Rock’n Roller. „Er hatte sehr viel Temperament. Aber manchmal beim Singen hatte man das Gefühl, sein Herzfehler macht sich bemerkbar. Vielleicht war das einer der Gründe, warum er dann andere Musik machte“, mutmaßt sie.

Filmpremiere am Galaabend

Was die Fans zu diesem Gala-Abend noch besonders interessierte, war eine Premiere: In Ausschnitten wurde der Film „Die Legende Roy Black“ gezeigt. Eine Dokumentation, die vom österreichischen Melody TV produziert wurde und am gleichen Abend etwas zeitversetzt erstmals im Fernsehen zu sehen war. Natürlich durfte zu so einem Anlass auch die Musik von Roy Black nicht fehlen. Dafür sorgten seine original Begleitband die „Cannons“ und Sänger Kay Dörfel, der mit seiner schmeichelnden Stimme Roy-Black-Flair und Jugenderinnerungen aufkommen ließ.

Die Stadt hat nach ihrem wohl prominentesten Bürger längst eine Straße benannt – den Gerhard-Höllerich-Ring am Eichkobel am westlichen Ortausgang seines Heimatortes Straßberg. Anläßlich des Todestages wurde nun am Straßenschild ein Legendenschild mit knappen Angaben zu seinem Leben angebracht.

Tipp: Bei uns in der Bildergalerie auch weitere Fotos vom Fantreffen: www.schwabmuenchner-allgemeine.de

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