1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Als Expeditionsarzt im Himalaya

22.08.2008

Als Expeditionsarzt im Himalaya

Als Expeditionsarzt im Bereich des Nanga Parbat im Himalaya und auch auf dem Gipfel des neunthöchsten Bergs der Erde: Josef Lunger machte das wahr. Insgesamt acht Wochen war der 29-Jährige, der in Schwabmünchen das Gymnasium besuchte und hier auch 1999 das Abitur machte, unterwegs. Erst vor Kurzem kam er wieder zurück.

Von Martina Schlecht

Schwabmünchen - Als Expeditionsarzt im Bereich des Nanga Parbat im Himalaya und auch auf dem Gipfel des neunthöchsten Bergs der Erde: Josef Lunger machte das wahr. Insgesamt acht Wochen war der 29-Jährige, der in Schwabmünchen das Gymnasium besuchte und hier auch 1999 das Abitur machte, unterwegs.

Erst vor Kurzem kam er wieder zurück. Dass zwei südtiroler Alpinisten am Nanga Parbat gerettet werden mussten und der Führer dieser Gruppe tödlich verunglückte (wir berichteten), bekam Josef Lunger dabei auch noch mit. "Uns hat damals die Bergrettung in unserem Basislager angerufen und informiert", erinnert sich Josef Lunger. Man hielt es für möglich, dass die Überlebenden zu diesem Lager absteigen. Das war aber dann nicht der Fall.

Auf den Nanga Parbat hatte sich Josef Lunger damals besonders vorbereitet: Ein halbes Jahr lang wurden speziell Ausdauer und Kraft trainiert. Josef Lunger, in der Slowakei geboren, ist heute Assistenzarzt in der Chirurgie an einem Krankenhaus in München, wo er mittlerweile auch wohnt. Aber der 29-Jährige kommt immer wieder gerne nach Schwabmünchen, wo seine Eltern und sein Bruder leben.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Im Schwabmünchner Alpenverein machte Josef Lunger damals auch seine ersten Bergerfahrungen. Er wurde nämlich auf seine erste Skitour mitgenommen. "Zum Bergsteigen kam ich über die Eltern, die viel gewandert sind. Das Wandern hab ich dann mit Klettern, Hochtouren, Skitouren und Ähnlichem ausgebaut", erzählt Josef Lunger, der heute einem Münchner Alpenverein angehört.

In Nepal, Südamerika oder etwa Alaska kletterte er schon auf Berge von 6000 Metern Höhe - "zum Teil allein, in Alaska aber auch zum Beispiel mit einem Freund, einem Allgäuer Bergführer - Luis Stitzinger".

Stitzinger gab auch den Ausschlag dafür, dass Lunger unbezahlten Urlaub nahm und sich einer Expedition auf den 8125 Meter hohen Nanga Parbat anschloss. Nur bis es so weit war, joggte der Arzt jeden Morgen bis zu einer Stunde, damit er dann dem Nanga Parbat auch gewachsen ist. Wenn er erst am Nachmittag seinen Dienst im Krankenhaus antreten musste, fuhr er morgens um fünf Uhr in die Berge und machte dort zum Beispiel eine Skitour.

"Zur Expedition auf den Nanga Parbat gehörten zunächst insgesamt sieben Leute. Einer fuhr vorzeitig heim, sechs waren auf dem Gipfel des Berges", erzählt der 29-Jährige. Er war am Nanga Parbat nicht nur als Bergsteiger unterwegs, sondern betreute die Gruppe auch als Arzt. Wobei auch Mitglieder anderer Expeditionen und Einheimische aus den Orten in der Nähe zum 4200 Meter hohen Basislager kamen, um sich von Josef Lunger helfen zu lassen.

Die Schwabmünchner Wertachklinik sponserte Lungers Einsatz zum Beispiel mit Antibiotika und Schmerzmitteln; anderes Notwendige kaufte der 29-Jährige auf eigene Kosten dazu. Unter anderem bei Durchfall, Krankheiten aufgrund der Höhe, Magenproblemen und zum Beispiel kleinen ambulanten chirurgischen Eingriffen war Josef Lunger gefragt.

Später, als die anderen Expeditionsteilnehmer wieder nach Hause fuhren, wollten er und Luis Stitzinger nochmals auf den Nanga Parbat - aber auf einer anderen Route. Es sollte eine sogenannte Erstbegehung werden. Aber daraus wurde nichts. "Wir haben drei Viertel des Wegs gemacht, aber dann gingen uns die Kraft und auch der Proviant aus", erinnert sich Josef Lunger an den Abbruch des Vorhabens.

Josef Lunger, der als Hobby auch gerne Musik macht und zum Beispiel Klavier spielt, weiß heute, dass er auf jeden Fall weitere Berge besteigen will. Nur wann und welchen Berg weiß er noch nicht. "Einen großen Berg zu besteigen ist ein Erfolgserlebnis und es gibt diese wunderbare Natur. Die ist bei jedem Berg anders", schwärmt der 29-Jährige, der auch an einen Vortrag über seine Erlebnisse mit dem Nanga Parbat denkt.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_3569(1).tif
Oberottmarshausen

Eine Lärmschutzwand entlang der B17?

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket