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Schwabmünchen

14.03.2019

Anika Landsteiner und „ihr“ italienischer Vater

Anika Landsteiner liest in der Buchhandlung Schmid aus ihrem Debüt-Roman vor.
Bild: Reinhold Radloff

Anika Landsteiner liest in der Buchhandlung Schmid aus ihrem Debüt-Roman vor. Warum die Frau Kontakt mit einem Amerikaner hat, der auf seine Hinrichtung wartet.

Es ging um die großen Themen des Lebens: Familie, Schuld, Verlust, Liebe, Freundschaft und und und. Der große Debüt-Roman von Anika Landsteiner fand in der Buchhandlung Schmid in Schwabmünchen großen Anklang. Und sie plauderte sogar noch unterhaltsam über ihr eigenes Leben und ihre berufliche Laufbahn.

In Faltenrock, T-Shirt und Jeansjacke gekleidet setzte sich Anika Landsteiner ganz leise auf die kleine Bühne der Buchhandlung und begann zu lesen. Im Publikum wurde es ganz ruhig. Sofort sogen alle die Stimmung des Prologs auf. Und jeder wusste gleich: Ihr belletristischer Roman „Mein italienischer Vater“, der ist gehaltvoll, da steckt viel drin, viel Gefühl, viel Reflexion, viel Interesse am Leben, Dinge die Anika Landsteiner nach ihrer eigenen Aussage charakterisieren.

Debüt-Roman von Anika Landsteiner handelt von der „Flucht“ nach Italien

Es geht um folgendes: Laura bricht nach dem Tod ihrer geliebten Mutter und Problemen mit ihrem Freund auf der Suche nach einem Ankerpunkt einfach mal nach Italien auf, wo ihr Vater lebt und „erlebt“ dort so einige Überraschungen. Zart und eindrucksvoll, poetisch leicht und trotzdem mit viel Tiefgang erzählt Landsteiner in ihrem Debüt-Roman und ganz schnell ist das Publikum angefasst, lauscht aufmerksam, nimmt die Stimmungen des Buches auf, das von der Autorin ganz ruhig vorgetragen wird.

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Eigentlich wollte sie ja Schauspielerin werden, erlernte diesen Beruf und übte ihn dann auch aus. Doch ihre alte Liebe zum Schreiben erwies sich als stärker. Sie wurde unter anderem Reise-Bloggerin, schrieb ihr erstes Buch (Gehen, um zu bleiben) wagte sich dann an den „italienischen Vater“ und meint dazu: „Ein bisschen Autobiografie steckt schon darin, aber eigentlich habe ich die Hauptfigur absichtlich mir entfremdet angelegt. Trotzdem bin ich für die Recherchen mit dem Auto nach Apulien gereist, habe dort mit vielen Leuten gesprochen, mich auf sie eingelassen, viel erfahren und erlebt.“

Anika Landsteiner steht in Kontakt mit einem Amerikaner, der auf seine Hinrichtung wartet

Das Leben an sich, das ist das große Thema, das Anika Landsteiner interessiert. Das zeigt sie auch in ihrem nächsten Buch, das im Juli erscheint: „Erleben wird aus Mut gemacht“. Dafür hörte sie sich die spannende Lebensgeschichte einer 84-jährigen Frau an und stellte sich dann, dadurch inspiriert, selbst ein Jahr lang den unterschiedlichsten Herausforderungen, unterhält zum Beispiel seit einem Jahr einen Briefwechsel mit einem Amerikaner, der in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartet. „Man muss sich den Schatten anschauen, dann erst kann man das Leben bewusst sehen“, sagt sie und fügt hinzu: „Das macht stark.“

Und die junge Frau hat noch ein paar Lebensweisheiten in der Hinterhand: „Wer viel alleine ist, oft über seinen Schatten springt und sich immer wieder neue Grenzen steckt, der lernt sich selbst am besten kennen, entdeckt immer mehr von sich. Und darum geht es doch: sich ständig weiterzuentwickeln.“

Den Traum des Schreibens hat sich Anika Landsteiner bereits erfüllt, lebt inzwischen davon. Doch sie hat noch einen Traum: dass eines ihrer Bücher verfilmt wird. Mit ihr in der Hauptrolle? „Nein, dafür bin ich schon zu viele Jahre aus dem Schauspielberuf raus.“

Zusätzlich bereichert wurde der Abend einerseits durch das spannende Landsteiner-Interview von Hans Grünthaler auf seiner eigenen Bühne, andererseits durch die sehr einfühlsame und musikalisch perfekt auf die Lesung abgestimmte Musik von Sängerin Sabine Olbinger und Gitarrist Heiner Lehmann, dem in unseren Breiten schon bekannten „Duo Saitenmacher“. (rr-)

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