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Graben

22.11.2019

Arbeiten bei Amazon in luftiger Höhe

Von weit oben holen die Mitarbeiter im Versandzentrum Graben des Onlinehändlers Amazon die gewünschten Artikel für die Kunden.
Bild: Uwe Bolten

Amazon setzt mit dem neuen Hochregallager am Standort Graben und einem erweiterten Warenspektrum neue Maßstäbe. Was dies für 200 Mitarbeiter bedeutet.

Langsam hebt sich die Führerkabine mit eingeklinktem Käfig des elektrischen Hochregalstaplers in dem 1,50 Meter breiten Gang. Die Fahrt führt nach oben – vorbei an Großpackungen Küchenrollen, Ultraschall-Reinigungsgeräten, dreistrahligen Deckenbeleuchtungen, Kleinöfen, Baby-Windeln, Küchenmaschinen und Spezial-Eimern für Wischmopps. Gleichzeitig bewegt sich das Gefährt, mittlerweile bei einer Höhe von sechs Metern angekommen, geführt durch im Boden verlegte Induktionsleitungen, langsam vorwärts. Die maximale Höhe liegt bei acht Metern, was etwa der Höhe von drei Wohngeschossen entspricht. Die Kabine schwankt unmerklich, als der Mitarbeiter eine Kaffeemaschine aus dem Lagerort holt und in den Käfig legt, um dann, wenige Meter weiter und tiefer, das nächste Produkt, angezeigt vom Scanner des Mitarbeiters, abzuholen.

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„Durch die neuen Hochregale sind wir in der Lage, neben dem bestehenden Produktangebot deutlich mehr größere Artikel zu lagern“, erläutert Stefan Jansen, Leiter des Amazon-Standortes Graben. Bisher sei die Größe der gelagerten Waren durch das Fassungsvermögen der schwarzen Transportboxen auf den Verteilbändern begrenzt gewesen, sagt er bei der Presseführung durch das neue Vorzeigeprojekt im Lechfeld. Die alte Halle B wurde komplett entkernt und mit dem neuen Regalsystem ausgestattet. Auf einer Fläche von 15000 Quadratmeter sei nun der Platz für 500000 große Artikel geschaffen worden, erläutert er und nennt die Investitionssumme: Rund fünf Millionen Euro hat der Onlinehändler in die Hand genommen, um den Kundenwünschen weiter entgegenzukommen.

200 Mitarbeiter bei Amazon in Graben werden auf 50 neuen Förderfahrzeugen geschult

„Durch die schmaleren Gänge benötigten wir auch schmalere Hochregalstapler“, begründet Jansen die Anschaffung von mehr als 50 neuen Förderfahrzeugen, auf denen rund 200 Mitarbeiter geschult wurden. Neben der Optimierung der Logistik sei die Investition ein eindeutiger Vertrauensbeweis für den Standort Graben. „Das Versandlager Graben hat sich seit 2011 sehr gut entwickelt. Den rund 1800 motivierten Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass der Standort im weltweiten Netzwerk geschätzt wird“, führt der Standortleiter weiter aus.

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Die genutzten Transportkisten waren für größere Artikel nicht verwendbar
Bild: Uwe Bolten

„Die Vorteile des Schmalganglagers liegen im hohen Raumnutzungsgrad der Lagergrundfläche“, erklärt Thorsten Schwindhammer, Pressesprecher des Unternehmens. Es sei erfreulich, dass die Installation so zügig abgeschlossen wurde. „Das Lager ist schon gut gefüllt, wir können es zu unserem Peak einsetzen“, kommentiert Jansen die Fertigstellung im September, nachdem im März mit den Arbeiten begonnen wurde. Mit dem Peak bezeichnet das Unternehmen das Weihnachtsgeschäft, welches mit dem sogenannten „Black Friday“ beginnt. In dem Zusammenhang werde die Mitarbeiterzahl um 500 steigen. Die Spitze beginne ab Oktober mit dem Wareneingang und Ende nach dem Fest. „In dieser Zeit wird unser Portfolio von acht auf zwölf Millionen Artikel anwachsen“, sagt Jansen und beschreibt den täglichen Warenausgang in dieser Zeit an Spitzentagen mit deutlich mehr als 200000 Artikeln.

Vakuumlifter bei Amazon in Graben lassen Gewichte leichter Heben und Senken

Da größere Artikel auch mehr Gewicht bedeuten können, sind in der Folge der Warenerweiterung ebenso neue Stationen im Bereich Wareneingang und -ausgang geschaffen worden. Mit den installierten Vakuumliftern, durch Unterdruck betriebene Hebesysteme, lassen sich diese Gewichte durch die Mitarbeiter leicht Heben und Senken. Durch die neue Technik beflügelt, sehen die Unternehmensvertreter positiv in das anlaufende Weihnachtsgeschäft.

Lesen Sie hier, warum Amazon dieses Jahr weniger Saisonmitarbeiter einstellt: Amazon stellt in Graben deutlich weniger Saisonmitarbeiter ein

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