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24.03.2016

Berliner Philharmoniker spielen Stücke eines 18-Jährigen aus Bobingen

Der 18-jährige Schüler Felix Linsmeier aus Bobingen ist dabei, wenn die  Berliner Philharmoniker eine seiner Kompositionen einstudieren und aufführen.
Bild: Hannelore Gerum

Der 18-jährige Felix Linsmeier fand mit Heavy Metal und Deutschunterricht zur klassischen Musik. Nun wird ihm bei den Berliner Philharmonikern eine besondere Ehre zuteil.

Der 24. Mai wird ein ganz besonderer Tag im Leben des 18-jährigen Schülers Felix Linsmeier aus Bobingen, denn eine seiner Kompositionen wird dann von den Berliner Philharmonikern in deren Kammermusiksaal uraufgeführt. Der junge Posaunist und Arrangeur des Lech-Wertach-Orchesters wird zur Uraufführung nach Berlin eingeladen und darf für zwei Tage an den Proben des preisgekrönten Orchesters mitwirken.

Es ist in der Tat ein besonderes Stück, welches die Jury der Jugendkompositionswerkstatt „Opus one“ ausgesucht hat. Junge Musiker hatten in einem Wettbewerb die Möglichkeit, ihre eigene Partitur einzuschicken, welche von vier Berliner Philharmonikern bewertet wurde.  Felix Linsmeier konnte sich mit drei weiteren Jugendlichen gegen die Konkurrenz durchsetzen, deren Kompositionen ebenfalls am 24. Mai in Berlin zu hören sind.

Dabei ist der Titel seines Werks kaum auszusprechen: „fümmsböwörötääzääUu“. Die Frage, ob er bei der Wahl der Bezeichnung „fümmsböwörötääzääUu“ einfach wahllos über die Tasten seines Computers gewischt hat, ist zu verneinen. Felix Linsmeier hat für seine Komposition vielmehr das dadaistische Lautgedicht „Die Ursonate“ von Kurt Schwitters als Inspiration verwendet, welches er im Deutschunterricht der 11. Klasse durchgenommen hatte und dabei versucht die Silben zu vertonen.

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Das Ergebnis: ein siebenminütiges Klavierquartett für Geige, Bratsche, Cello und Klavier, welches die Jury überzeugte. Dem jungen Bobinger, der kurz vor dem Abitur steht, wird somit die Ehre zuteil, dass eines der weltweit führenden Sinfonieorchester seine musikalische Idee umsetzt.

Mit vier Jahren spielte Felix Klavier, mit sieben Jahren Posaune

Das Komponieren klassischer Stücke ist nicht gerade das, was man als ein gewöhnliches Hobby für einen 18-Jährigen im 21. Jahrhundert bezeichnen würde. So gelang er auch eher auf Umwegen zu dieser Leidenschaft: Mit vier Jahren begann er mit dem Klavierspielen und stieg mit sieben auf sein Wunschinstrument Posaune um.

Dabei haben seine Eltern stets vermieden, Druck auf ihn aufzubauen – im Gegenteil: Der Gymnasiast schätzt sich glücklich, seine eigenen musikalischen Wege gegangen zu sein. Mit 13 Jahren hatte Felix Linsmeier noch immer wenig mit klassischer Musik am Hut; als er jedoch seine Lieblings-Heavy-Metal-Lieder auf dem Klavier nachspielen wollte, entdeckte er sein Interesse und seine Begabung für Harmonielehre und Musiktheorie.

Über verschiedene musikalische Projekte als Arrangeur für das Blechbläserensemble des Lech-Wertach-Orchesters sowie das Orchester selbst, wozu ihn auch Dirigent Wolfgang Scherer aus Königsbrunn stets ermutigte, begann er schließlich damit, eigene Stücke zu komponieren.

Felix Linsmeier ist absolut überwältigt von seinem Erfolg: „Das ist einfach unbegreiflich für mich, so richtig kann ich es erst glauben, wenn ich in Berlin bin. Eine eigene Komposition, uraufgeführt durch Musiker des besten Orchesters der Welt – davon kann man doch nicht einmal träumen“. SZ

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