1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Das halbe Haus bleibt noch ein wenig

Königsbrunn

16.01.2020

Das halbe Haus bleibt noch ein wenig

Der Schandfleck am Kreisverkehr bei St. Ulrich bleibt noch etwas bestehen. Der Stadtrat hat noch eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen. 
Bild: Adrian Bauer

Der Stadtrat hat den Bebauungsplan für die Baulücke am Kreisverkehr bei St. Ulrich verändert. Was umgestellt wurde und wie es mit dem Gelände weitergeht.

Das halbe Haus auf der Brachfläche nordöstlich des Kreisverkehrs bei St. Ulrich in Königsbrunn hat für seinen baulichen Zustand eine erstaunliche Lebensdauer. Seit 2015 möchte ein Bauträger dort eine Wohnanlage errichten, nach vielen Beratungen einigte man sich 2018 endlich auf ein Konzept und einen eigenen Bebauungsplan für das Konzept. Getan hat sich seitdem trotzdem nichts. Jetzt hat sich der Stadtrat noch einmal mit dem Schandfleck befasst.

Nötig wurde die erneute Behandlung des Themas aufgrund von Einwendungen der Anwohner. Entlang der Frühlingsstraße stehen bisher nur Einfamilienhäuser und kleiner Wohneinheiten. Die Aussicht auf einen großen Wohnblock vor der Haustür stieß nicht bei allen Bewohnern auf Begeisterung. Der Bauwerber habe sich nun bereit erklärt, den hinteren Bereich des Gebäudes noch etwas niedriger zu gestalten, sagte Bürgermeister Franz Feigl.

Planer nehmen Rücksicht auf die Nachbarn

Die Planungen sehen vor, dass der Teil des L-förmigen Gebäudes, der parallel zur Bürgermeister-Wohlfarth-Straße verläuft, viergeschossig ausgestaltet wird. Der Teil entlang der Frühlingsstraße wird stufenweise auf drei und zwei Geschoße heruntergeführt. Nach den Einwendungen der Anwohner fällt der zweigeschossige Teil noch etwas großzügiger aus. Auch die Abstandsflächen zu den hinten liegenden Grundstücken werden vergrößert. „Damit wurde große Rücksicht auf die Nachbarn genommen“, sagte Feigl.

Das halbe Haus bleibt noch ein wenig

Die mit drei Gegenstimmen angenommene Neufassung des Bebauungsplanes stellt damit das vorerst letzte Kapitel eines langen Planungsprozesses dar, den Feigl auch noch einmal Revue passieren ließ. Das Projekt stand von Anfang an zwischen zwei Stühlen: Einerseits möchte die Stadt mit Geschoßwohnungsbau mehr Wohnraum schaffen, andererseits musste das neue Projekt sich auch in die Umgebung einfügen.

Der Bereich gehört nicht zum Zentrum Königsbrunns

So wurden viele Ideen diskutiert und verworfen – von einem sechsstöckigen Turm über eine treppenartige Gestaltung bis hin zur jetzt vorgesehenen L-Form. Der Bau eines Doppelhauses im Innenhof wurde wieder verworfen. „Das Gebäude soll ein Eingang zum zentralen Bereich sein, liegt aber eben nicht darin. Der beginnt erst südlich des Kreisverkehrs, dort könnte man stärker nachverdichten“, sagte Feigl. Nördlich des Kreisels bleibt es bei maximal drei- bis viergeschossigen Gebäuden. Diese wirken nicht zu wuchtig, schützen aber die dahinterliegenden Grundstücke wirksam vom Straßenlärm. Im Zuge des Baus sollen auch die enge Frühlingsstraße leicht verbreitert und ein Gehweg errichtet werden. Der Bauwerber hat den nötigen Grund an die Stadt abgetreten und im Süden des Grundstücks einige Quadratmeter erhalten.

Ludwig Fröhlich (Freie Wähler) sagte, er habe nichts gegen das einzelne Gebäude. Er vermisse aber eine Gesamtkonzeption für das gesamte Umfeld des Kreisverkehrs.

Für das halbe Haus gibt es nach der Entscheidung des Stadtrates eine weitere Gnadenfrist: Der neue Bebauungsplan muss noch einmal den Trägern öffentlicher Belange vor und dann öffentlich ausgelegt werden. Wenn diese Schritte ohne weitere Einwendungen erledigt werden, dann erst rückt der Tag des Abrisses näher.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren