1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Des Kaisers Jagdschloss wird Kulturstätte

Mickhausen

23.04.2017

Des Kaisers Jagdschloss wird Kulturstätte

Copy%20of%20Schloss%20Mickhausen%204.tif
3 Bilder
Mickhausens Schlossansicht von Westen mit der angebauten Schlosskapelle und dem einsturzgefährdeten Glockenstuhl.
Bild: Walter Kleber

Das Schloss von Mickhausen war Herrschaftssitz und Notkrankenhaus. Jetzt soll es zu altem Glanz zurück.

Versteckt hinter hohen Bäumen, inmitten des verwilderten ehemaligen Schlossparks, fristete das Wasserschloss in Mickhausen in den letzten fünfzig Jahren ein Schattendasein. Vorbei die Zeiten, als sich im Mittelalter Kaiser und Könige im Herzen der Stauden hier zu Jagdgesellschaften trafen. Wenn es nach den Plänen der Hermann-Messerschmidt-Kulturerbe-Stiftung geht, dann soll das Schloss schon bald wieder in seinem einstigen Glanz erstrahlen.

Von der Hauptstraße aus im Vorbeifahren nicht auf den ersten Blick zu erkennen, verbirgt sich hinter der lang gezogenen Fassade der vormaligen Ökonomiegebäude mitten im Dorf ein einzigartiges Kulturdenkmal. Historiker bezeichnen das Schlossensemble von Mickhausen als die bedeutendste geschlossene Wasserschlossanlage aus dem frühen 16. Jahrhundert. Seit dem Auszug des Altenpflegeheimes im Jahr 1967 nagte der Zahn der Zeit kräftig an dem über 500 Jahre alten Gemäuer am Ufer der Schmutter.

Von den Herren von Freyberg als Wasserschloss erbaut

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Geschichte des Schlosses von Mickhausen reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Herren von Freyberg haben es als Wasserschloss erbaut. Im Jahr 1498 erwarb es Kaiser Maximilian I. – sein Todestag jährt sich im Januar 2019 zum 500. Mal – und baute es zu einem Jagdschloss um. 1528 gelangte es in den Besitz von Raymund Fugger, dem Ziehsohn Jakob Fuggers. In den Jahren 1535/36 ließ Raymund das Schloss komplett neu aufbauen. Entstanden ist eine dreigeschossige Vierflügelanlage mit einem quadratischen Lichthof. 1691 bis 1695 wurde das Schloss von Graf Paul Fugger von Kirchberg und Weißenhorn erneut umgebaut und neu eingerichtet. Nach drei Jahrhunderten im Besitz der Fugger verkaufte der hoch verschuldete Graf Karl Anton Fugger-Nordendorf das Staudenschloss 1842 an den Grafen von Rechberg-Rothenlöwen im württembergischen Donzdorf. Von seinem neuen Besitzer erneut umgebaut, hat das Schloss im Wesentlichen bis heute sein damaliges Aussehen bewahrt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der Stadt Augsburg als Ausweichkrankenhaus genutzt, bis 1967 war es anschließend ein Altenpflegeheim. 1977 ging das Hauptschloss in den Privatbesitz eines Immobilienmaklers über.

Im Dezember 2001 erwarb die Gemeinde Mickhausen einen Großteil der ehemaligen Ökonomiegebäude der Schlossanlage (den Nord- und den Ostflügel) sowie den gesamten Schlosshof vom Haus Rechberg. Seit 2012 sind hier ein Veranstaltungssaal, die Gemeindekanzlei und das Schützenheim untergebracht. Im August 2016 wurde das Wasserschloss von der Hermann- Messerschmidt-Kulturerbe-Stiftung erworben.

Ziel der Stiftung ist Wiederherstellung des Staudenschlosses

Diese Stiftung wurde damals zugleich bei der Regierung von Schwaben aus der Taufe gehoben. Ihr Stiftungszweck und vorrangiges Ziel ist die Wiederherstellung des Staudenschlosses samt seinem Schlosspark, der damit in Zusammenhang stehenden Kunst und Kultur sowie die Unterstützung des von der Mercator-Forschungsgruppe betriebenen Mercateums in Königsbrunn. Organe der Stiftung sind der Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat.

Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist Wolfgang Knabe (Königsbrunn). Seine beiden Stellvertreter sind der Stifter Hermann Messerschmidt und der Finanzvorstand Uwe Fischer, der Niederlassungsleiter der Fürst-Fugger-Bank in München.

Vorsitzender des Stiftungsrates ist der Königsbrunner Bürgermeister Franz Feigl. Dem Stiftungsrat gehören Experten aus diversen Fachgebieten sowie unter anderem Landrat Martin Sailer und Mickhausens Bürgermeister Hans Biechele an. Vor Ort engagiert sich Bauleiter Werner Kusterer für den reibungslosen Ablauf der Aufräumarbeiten, der Notsicherungsmaßnahmen und der Unterstützung bei den Voruntersuchungen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren