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Lesung

29.04.2015

Die erste Frau beim Bücherfrühling

Am Ende des kurzweiligen Abends signierte Petra Morsbach noch zahlreiche ihrer Werke.
Bild: Karin Wiegmann

Nach vier Männern in den vergangenen Jahren kommt nun Petra Morsbach ans Gymnasium

Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Königsbrunn, Wolfgang Götz, freute sich in diesem Jahr ganz besonders auf den literarischen Gast: Nach vier Männern in den vergangenen Jahren konnte man nun dank der guten Kontakte von Deutschlehrer Peter Salger und Prof. Wolfgang Frühwald in die Literaturszene mit Petra Morsbach endlich die erste Frau zu einer Lesung am Gymnasium Königsbrunn begrüßen.

Bereits am Nachmittag kamen die Schüler des Gymnasiums in den Genuss, mit der Autorin zu arbeiten. Im Rahmen des Bücherfrühlings und in Kooperation mit dem Kulturbüro Königsbrunn fand sich dann am Abend ein kleiner, aber feiner Kreis ein, um einzelnen Abschnitten aus dem Roman „Dichterliebe“ zu lauschen.

Hauptfigur des Romans ist ein fiktiver DDR-Dichter mit dem Namen Henry Steiger, der seine Lebensgeschichte vor und nach der Wende erzählt. Wie alle ihre Romane setzt sich auch „Dichterliebe“ aus einer Vielzahl von kleinen Geschichten zusammen.

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Stück für Stück wird in Rückblicken das Leben von Henry Steiger beleuchtet und die Lebensgeschichten zahlreicher Nebenfiguren dargestellt.

Nüchtern und klar, dann wieder mit trockenem Humor trug Morsbach ihr Meisterwerk vor, immer wieder waren bei der Vielzahl von geistreichen Pointen im Buch Lacher aus dem Publikum zu hören. Mit ihrer reichen und präzisen Sprache, den vielen Details und Hintergrundinformationen und dem häufigen Wechsel der Erzählperspektive zog Morsbach auch an diesem Abend die Zuhörer in ihren Bann.

Jedes Kapitel beginnt die große Bewunderin der Lyrik, die sich selbst als komplett unfähig zum Dichten bezeichnet („deshalb bewundere ich sie so“) mit Versen aus der DDR-Lyrik. Ob sie diese bereits alle vorher gekannt hätte, wurde sie am Ende aus dem Publikum gefragt. Einige ja, andere habe sie erst bei ihren Recherchen entdeckt, antwortete sie. „Woher haben Sie das große Hintergrundwissen vor allem über die DDR?“ Diese Frage stellten sich an diesem Abend wohl fast alle Zuhörer. Zum einen hätte sie selbst einmal in einem Stipendienhaus mit Dichtern gelebt, zum anderen hätten ihr auch viele Kollegen geholfen und ihr Wissen weitergegeben.

Aufgrund ihres Gaststudiums an der Theaterakademie in Leningrad hätte sie zudem selbst Berührung mit dem Sozialismus gehabt. Aber trotz ihrer vielen Hintergrunddetails und ihres Insiderwissens zu unterschiedlichsten Themen in ihren anderen Büchern könnte sie nicht über jedes Thema ein Buch schreiben, betonte die Meisterschreiberin. Sie habe mal ein Buch über Bankwesen versucht zu studieren und „es einfach nicht begriffen, wie eine Idiotin“, gab sie schmunzelnd zu.

Am Ende des kurzweiligen Abends signierte die Autorin noch fleißig ihre Werke.

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