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Klosterlechfeld

18.05.2018

Eine Gemeinde im Wandel der Zeit

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3 Bilder
Johnny Gibson (Mitte) unterhielt die Gäste mit Leonie und Filip Schuldes am Piano mit Rock-und Folkmusik.
Bild: Hieronymus Schneider

Beim Jubiläumsabend des Pfingstfestes machen Laiendarsteller die Geschichte der Gemeinde lebendig. Ein Trio mit Johnny Gibson sorgt für die passende Musik.

Zum Jubiläumsfestabend des 200-jährigen Bestehens der Gemeinde Klosterlechfeld war das Zelt schon einen Tag vor der Eröffnung des Pfingstmarkts fast komplett gefüllt. Denn es gab für die (Ehren-)Gäste nicht nur Musik, sondern auch ein Theaterstück zu bestaunen. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert skizzierte die historische Bedeutung der Bayerischen Verfassung vom 17. Mai 1818, die am Tag des Festabends vor 200 Jahren in Kraft trat. „Die Gemeinden sind die wichtigsten Säulen der Gesellschaft, denn da wird Heimat gelebt“, sagte Reichert.

Der Verwaltungsakt der Erhebung Klosterlechfelds zur Ruralgemeinde am 1. Juli 1818 wurde in der ersten Theaterszene mit Bernd Müller als Darsteller des Königs Maximilian I. Josef und Christopher Seidel als dessen Sekretär trefflich in Szene gesetzt. Der König setzte sich über die Einwände seines Untergebenen hinweg und erklärte „dieses Nest mit 123 Bürgern, 44 Familien und 22 Häusern um das Kloster herum“ zur selbstständigen Gemeinde. Diesen Erlass überreichte er später dem heutigen Bürgermeister. In den nächsten Szenen traten die Franziskanermönche auf, die schon 200 Jahre vor der Gemeindeerhebung die Kirche, das Kloster und die Wallfahrt betreuten und den Ort prägten; ihnen folgten die Händler und Wirtsleute. Dies führte zum Marktrecht im Jahr 1843, nachdem König Ludwig I. zuvor den Erhalt des Klosters nach der Säkularisation bestätigt hatte. Der Wandel durch den Truppenübungsplatz im Jahr 1859 und der Eisenbahnlinie mit dem Bahnhof ab 1877 wurde durch die Einfahrt eines Zuges veranschaulicht. Dazu spielte die Musikkapelle Klosterlechfeld „Auf der schwäbischen Eisenbahn“.

Die erste Schule aus dem Jahr 1849

Die Schulkinder mit ihrer Leiterin Ulrike Nett illustrierten in historischen Gewändern die erste Schule im Jahr 1849, die später ins jetzige Rathaus einzog. Die Entstehung von Gewerbebetrieben, Wohnsiedlungen und Vereinen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde von zahlreichen Dorfbewohnern ebenso in Szene gesetzt wie die Zeit der Bombardierung und die Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Willi Walch spielte den damaligen Bürgermeister Xaver Knoll, der mit der weißen Fahne um Frieden bat, der Männergesangsverein sang dabei ein Friedenslied.

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Danach trat eine Gruppe auf die Bühne, welche die nur mit Koffern ankommenden Flüchtlinge und Heimatvertriebenen darstellte, die in den Baracken des Südlagers untergebracht wurden und sich im Laufe der Zeit integrierten. In der nächsten Szene freundeten sich zwei Dorfburschen mit US-Soldaten an und bald zogen neue Sitten wie Jazzmusik und Boogie-Woogie-Tänze im Dorf ein, schwungvoll präsentiert von der TSV-Tanzgruppe. 1972 wurde die Olympische Fackel auf dem Weg nach München von Sportlern durch Klosterlechfeld getragen, mit der deutschen Wiedervereinigung kam die Partnerschaft mit der sächsischen Gemeinde Großschweidnitz 1990 zustande. Bürgermeister Johns Anders brachte einen Ableger einer 1000-jährigen Eiche aus dem Naturpark Sächsische Schweiz mit, damit die Freundschaft der beiden Gemeinde ebenso lange halte. Die Theater-Streiflichter endeten mit einer Anspielung auf die BR-Radltour: Fabian Wamser spielte einen Radler, dem Klosterlechfeld so gut gefiel, dass er mit seiner Familie hierher ziehen will.

Mit einer Videobotschaft des Schirmherrn, Prinz Luitpold von Bayern, und dem Bayerischen Defiliermarsch wurde der unterhaltsame Geschichtsunterricht beendet. Den Ausklang gestaltete Johnny Gibson mit einer musikalischen Zeitreise, die er mit „My Way“ begann. Sein Piano-Partner Filip Schuldes interpretierte eine Melodie von 1823 und danach verlegte sich das Trio mit Sängerin und Gitarristin Leonie auf Rock’n’Roll und Folk. Gibson und seine Freundin interpretierten Klassiker und verabschiedeten sich vom Publikum mit eigenen Kompositionen wie „Augsburg City Shuttle“ und dem „Radltour-Song“.

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