1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Eine junge Frau gibt den Takt für 50 gestandene Musiker vor

Musik

30.01.2015

Eine junge Frau gibt den Takt für 50 gestandene Musiker vor

Copy%20of%20DSC01415.tif
2 Bilder
Mit acht Jahren begann Marina Beer Trompete zu lernen. Dazu spielt sie auch noch etwas Klavier und Gitarre.

Marina Beer aus Gennach ist mit 20 Jahren Dirigentin der Musikkapelle Oberrieden

Angst bekommt Marina Beer nicht so schnell. Sogar als die erst 20 Jahre alte Dirigentin der Musikkapelle Oberrieden zum Interview von zwei etwas übermotivierten, langhaarigen Hunden begrüßt wird, bleibt die junge Frau aus Gennach gelassen. Kein Wunder. Denn: Wer so jung schon eine Kapelle mit etwa 50 Musikern, die teilweise wesentlich älter sind, leitet und dirigiert, muss auch selbstbewusst sein. „Früher war ich eher schüchtern. Doch beim Dirigieren bin ich ein anderer Mensch. Es ist quasi ein musikalisches Selbstbewusstsein“, sagt die 1,62 Meter große, blonde junge Frau, die beim ersten Hinschauen sogar noch jünger sein könnte.

Marina kommt aus einer musikalischen Familie. Schon mit sechs Jahren spielte Marina ihr erstes Instrument, ein Akkordeon. Mit acht Jahren begann sie Trompete zu lernen. Dazu spielt sie auch noch etwas Klavier und Gitarre. Ihr Vater und die beiden älteren Brüder waren aktiv in der Musikkapelle in Gennach. Früher hatte sie auch noch andere Hobbies. So spielte sie beispielsweise als Stürmerin in der Damenmannschaft in Schwabegg und war aktiv im Schützenverein Gennach. Dafür hat sie heute nicht mehr viel Zeit, was sie bedauert.

Nach dem Realschulabschluss ging Marina auf die Musikschule in Krumbach, um die Zulassung zum Studium zu erhalten. Und mit knapp 18 Jahren absolvierte sie bereits die Dirigentenprüfung. Um den zweiwöchigen Dirigentenkurs und die abschließende Prüfung absolvieren zu können, musste sie zuvor alle drei Bläserprüfungen (D1, D2, D3) mit ihrer Trompete bestehen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Marina Beer rät allen Musikern: „Einfach einmal im Dirigentenprojektorchester das Dirigieren ausprobieren.“ Man könnte ja nicht wissen, ob einem das liegt oder nicht, wenn man es nicht versuche. Marina hatte dann das Glück im Jugendorchester in Gennach dirigieren zu dürfen, was sie übrigens heute immer noch nebenbei macht. Doch nach dem Abschluss der Musikschule wollte sie studieren und dazu brauchte sie ein Stammorchester. Und hier half ein wenig der Zufall: Damals gab es ein Pärchen, einen jungen Mann aus Gennach und ein Mädel aus Oberrieden und so erfuhren die Oberrieder, dass Marina als Dirigentin eine Kapelle suchte.

Den Oberrieder Musikern habe sie dann ganz klar gesagt: „Die nächsten vier Jahre will ich hart arbeiten und mich weiterentwickeln. Ich suche eine Kapelle, die da mitzieht, ebenfalls besser werden will, anspruchsvollere Musik machen will.“

Marina Beer freut sich, weil sie riesiges Glück hatte mit diesen Musikern, die ihr die angestrebte Entwicklung möglich machen und sich mit ihr auf dieses Projekt einließen. Heute studiert sie im dritten Semester in Augsburg an der Uni, im Leopold-Mozart-Zentrum zunächst mit dem Ziel den Bachelor of Music mit der Trompete zu machen. Damit könnte sie als Lehrerin an einer Musikschule unterrichten.

Ein weiteres Ziel für die Zukunft ist dann der Master für das Dirigieren, dann könnte sie einmal ein Profiorchester leiten.

Marina Beer ist mit 20 Jahren die jüngste Studentin in ihrem Semester und sie sagt „Ohne die Unterstützung meiner Familie hätte ich das nie geschafft.“ Immer wieder hätten ihr Leute geraten, noch zu warten, die nächste Prüfung, den nächsten Schritt erst später zu machen. „Doch meine Familie gab mir den nötigen Zuspruch, um meinen musikalischen Weg in meinem persönlichen Tempo zu bewältigen – dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie und fügt an: „Dirigenten werden dringend gebraucht. Es gibt viel zu wenige. Dirigieren ist eine tolle Sache, wenn man musikalisch ist und sein Instrument beherrscht. Einfach einmal ausprobieren, dann sieht man schon, ob einem das liegt.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Feuer
Königsbrunn

Dichte Rauchwolke über Königsbrunn - Industriemüll brannte bei Remondis

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden