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Prozess

24.10.2017

Eine merkwürdige Beziehung

Ein 26-jähriger Mann soll immer wieder auf seine Lebensgefährtin losgegangen sein – auch als sie den nicht einmal ein Jahr alten Sohn auf dem Arm hat. Doch bei der Verhandlung gibt es Zweifel.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbol)

Ein 26-jähriger Mann soll immer wieder auf seine Lebensgefährtin losgegangen sein – auch als sie den nicht einmal ein Jahr alten Sohn auf dem Arm hat. Doch bei der Verhandlung gibt es Zweifel.

Weniger als zwei Jahre waren der 26-Jährige und die 28-Jährige ein Paar. Doch in dieser kurzen Zeit lief in der Beziehung so einiges schief. Immer wieder gab es Streit zwischen den beiden. Es waren Kleinigkeiten, sagten sie unabhängig voneinander am Amtsgericht Augsburg aus. Doch diese schaukelten sich immer weiter hoch – mit weitreichenden Folgen. Acht Mal sei der 26-Jährige während dieser merkwürdigen Beziehung ausgezogen, sagte dessen Vater. Jedes Mal rauften sich die beiden aber wieder zusammen, auch wegen des gemeinsamen Sohnes. Seit mehreren Monaten sind sie aber endgültig getrennt – und trafen sich nun vor Gericht wieder. Der Vorwurf: Der 26-Jährige soll seine Partnerin immer wieder körperlich angegangen haben. Laut Anklage stieß er die 28-Jährige einmal so heftig gegen den Briefkasten, während sie den kleinen Sohn auf dem Arm hatte, dass sie zu Boden stürzte. Zudem soll der Angeklagte die drei Jahre alte Tochter von ihrem ersten Mann gegen den Brustkorb gestoßen haben.

Geschichten erfunden, um Druck auszuüben

„Das ist alles gelogen“, sagte der 26-Jährige gleich zu Beginn der Verhandlung. Niemals wäre er handgreiflich gegen seine Partnerin oder gar eines der beiden Kinder geworden. Es sei immer bei einem verbalen Streit und einer vorübergehenden Trennung geblieben. Die 28-Jährige erfand laut Verteidiger Joachim Feller immer wieder Geschichten, um Druck auf seinen Mandanten auszuüben. Der Vorfall am Briefkasten hat sich laut dem Angeklagten wie folgt zugetragen: Nach einem Streit verließ die Frau mit dem gemeinsamen Sohn und der Tochter die Wohnung. Während sie auf dem Weg nach unten versuchte, ihre Schuhe anzuziehen, sei sie vermutlich ins Stolpern geraten, als sie rückwärts zur Türe hinausgehen wollte und gegen den Briefkasten gerumpelt. Hingefallen sei sie dabei nicht.

Die Frau erzählte vor Gericht eine ganz andere Version: Nach dem Streit soll der 26-Jährige sie immer wieder am Gehen gehindert haben. Er habe an ihr „gezerrt“, sie wehrte sich, dann sei sie gegen die Briefkästen „geflogen“ und am Boden gelegen. Wie das alles genau abgelaufen ist, könne sie nicht mehr sagen. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mich verletzen wollte“, sagte die 28-Jährige. Sie wollte am Boden liegend wegrobben, aber er hätte sie mit dem Fuß aufgehalten. Sehr schmerzhaft sei das ihrer Meinung nach gewesen, sichtbare Verletzungen gab es aber bei der Untersuchung im Krankenhaus laut Verteidiger Feller aber keine. Ein als Zeuge aussagender Nachbar hörte zwar Schreie – was seiner Meinung nach häufiger vorkam –, aber eine Attacke auf die Frau oder die Kinder bemerkte er nicht.

Tritte mit den Füßen?

Bei zwei weiteren Vorfällen wenige Monate zuvor, soll der Mann die Frau laut Anklage in der Wohnung jeweils aufs Bett geschubst und sie mit den Füßen getreten haben. Vor Gericht sagte die Frau aus, dass sie sich nur noch einmal an Tritte erinnern könne. Und zwar, als der Mann versucht habe, die Schlafzimmertüre zu öffnen.

Der Prozess soll am 7. November fortgesetzt werden, da der ermittelnde Polizist erkrankt war und nicht bei der Verhandlung anwesend sein konnte.

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