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Langerringen

08.10.2019

Einwände gegen Pläne für die Dorfmitte

Um dieses Grundstück zwischen dem Wohnhaus links und dem renovierten Pfarrstadel geht es beim Einwand gegen den Bebauungsplan.
Bild: Hieronymus Schneider

Grundbesitzerin fühlt sich im Baurecht beschränkt. Doch die Gemeinde Langerringen besteht auf ihr Recht zur Dorfentwicklung.

Mit dem Bebauungsplan Nummer 27 „Dorfmitte“ will die Gemeinde Langerringen die künftige bauliche Entwicklung des Zentrums rund um das Rathaus mit dem Gemeindezentrum und die katholische und evangelische Kirche steuern. In dem Gebiet zwischen der Hauptstraße und der Viktor-von-Scheffel-Straße, das im Norden von der Gualbert-Wälder-Straße und im Süden von der Ludwig-Hiemer-Straße begrenzt wird, befindet sich auch ein landwirtschaftlicher Betrieb und Wohnhäuser, die zum Teil früher Hofstellen waren.

Der Bebauungsplan hat das Ziel, diese historisch gewachsene Struktur mit Wohnhäusern im schwäbischen Stil entlang der Straßen und ausschließlich Nebengebäuden innerhalb der Hoffläche zu erhalten. Der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes fiel schon am 8. Oktober 2015 noch während des Baus des Gemeindezentrums, am 27. Oktober 2016, wurde eine Veränderungssperre erlassen. Die öffentliche Auslegung erfolgte aus rechtlichen Gründen zweimal, und zwar vom 8. August bis 28. September 2018 und nochmals vom 15. Juli bis 19. August 2019.

Der Gemeinderat hörte sich die Stellungnahmen an

Die dabei eingegangenen Stellungnahmen wurden nun in der Gemeinderatssitzung abgewogen. Der wesentlichste Einwand kam dabei von den Rechtsanwälten einer Grundeigentümerin an der Ecke Gualbert-Wälder-Straße / Pfarrgasse. Dort wurde früher eine Land- und Gastwirtschaft betrieben. Der Bebauungsplan schränke das derzeit bestehende Baurecht zur Errichtung eines weiteren Wohngebäudes auf diesem Grundstück in gravierender und nicht gerechtfertigter Weise ein, so die anwaltliche Erklärung.

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In der Begründung wird auf mehrere Grundstücke im Verlauf der Viktor-von -Scheffel-Straße und Hauptstraße verwiesen, in denen bereits eine Wohnbebauung in zweiter Reihe vorhanden sei. Außerdem würde das beabsichtigte Wohngebäude einen Zugang zur öffentlichen Pfarrgasse erhalten und damit nicht in zweiter Reihe stehen. Die Gemeinde räumte Fehlentwicklungen außerhalb des Bebauungsplans „Dorfmitte“ in der Vergangenheit ein, durch die aber die Struktur des Straßendorfes nicht aufgelöst wurde. Deshalb sollen gerade in der Dorfmitte solche Fehlentwicklungen vermieden werden.

Der Ortskern ist wichtig für die Wahrnehmung der Gemeinde

Der Ortskern rund um die Kirchen und das Rathaus mit Gemeindezentrum solle von solchen Nachverdichtungen frei bleiben, da er eine zentrale Bedeutung für die Wahrnehmung der Gemeinde habe. Von den beteiligten Behörden kamen keine wesentlichen Einwände. Das Landesamt für Denkmalpflege begrüßte das Ziel, den dörflichen Charakter des Ortskerns zu wahren, ausdrücklich.

Sämtliche eingegangenen Stellungnahmen wurden im Gemeinderat wortgetreu verlesen und besprochen. Nach deren Abwägung wurde das Planungsbüro Logo Verde beauftragt, die Planunterlagen anzupassen und das Aufstellungsverfahren fortzuführen. Bei dem einstimmigen Beschluss enthielt sich Andreas Rohrer (SPD) als Eigentümer eines Grundstücks im Gebiet des Bebauungsplans. Die betroffene Grundeigentümerin hält eine gerichtliche Überprüfung des Bebauungsplans für unvermeidlich, sollte dieser rechtsverbindlich werden.

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