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Königsbrunn

22.03.2019

Erleuchtung kommt bei Einbruch der Dunkelheit

Sebastian Schmidbartl von Beratungsbüro EnergieVision Franken (EVF) mit einer der Designer-LED-Straßenleuchte, die im Königsbrunner Bauausschuss präsentiert wurden.
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Sebastian Schmidbartl von Beratungsbüro EnergieVision Franken (EVF) mit einer der Designer-LED-Straßenleuchte, die im Königsbrunner Bauausschuss präsentiert wurden.
Bild: Hermann Schmid

Die Königsbrunner Straßenbeleuchtung wird auf LED-Technik umgerüstet. Warum im Bauausschuss nach der Vorauswahl für die Leuchten Erleichterung herrscht.

Beim Gang auf die „Teststrecke“ im Betriebshof hat es Dominik Böhlein nicht leicht, die Aufmerksamkeit der Stadträte auf die LED-Straßenleuchten zu lenken, über die sie an diesem Abend zu entscheiden haben. Denn just als der Berater des Ingenieurbüros EnergieVision Franken (EVF) den Mitgliedern des Bauausschusses die Eigenheiten der einzelnen Leuchten vor Augen führen will, blicken seine Zuhörer fasziniert nach Osten. Dort ging ein voller Mond auf. „Wir entscheiden uns für den runden Leuchtkörper“, scherzt Andrea Collisi ( SPD).

Der nimmt an der Präsentation allerdings außer Konkurrenz teil. Letztlich müssen die Stadträte unter elf LED-Leuchtentypen – fünf „dekorative Lampen“ und sechs „technische Lampen“ – eine Vorauswahl treffen, die nun die Basis für die Ausschreibung der Stadt sein wird. Bereits Anfang November 2018 hatte der Stadtrat beschlossen, die Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umzurüsten (wir berichteten). So kann die Stadt in erheblichem Maße Strom sparen, die Investition von rund 1,7 Millionen Euro, für die es zudem erhebliche Zuschüsse gibt, wird sich in sieben bis acht Jahren amortisiert haben. Die Lampentypen werden wie bereits vorhanden ersetzt.

Technische Lampen an Durchgangsstraßen, dekorative an Plätzen

Die „technischen Lampen“ sind in der Regel an 7,5 Meter hohen Masten montiert und sollen vor allem Durchgangsstraßen sowie größere Wohn- und Anliegerstraßen erhellen. „Dekorative Lampen“ werden auf etwa 4,5 Meter hohen Masten angebracht und beleuchten kleinere Wohn- und Anliegerstraßen sowie Plätze, Parkplätze, Anliegerwege und Fußwege.

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Dominik Böhlein erläutert zum Auftakt der Sitzung im Personalraum des Betriebshofs die technischen Besonderheiten jeder mitgebrachten Lampe. In einer Tabelle hat er Angaben unter anderem zu Optik, Lichtstrom, Lichtkegel, Ersatzteilverfügbarkeit, Garantiezeiten, der Schlagfestigkeit von Modulen und Leuchten, zu Überspannschutz und Wartungsfreundlichkeit zusammengestellt. „Hier muss man zwölf Schrauben lösen, um an das Leuchtmodul zu kommen“, informiert er etwa zu einem italienischen Modell.

Nicht nur die Schönheit zählt, sondern auch Garantiezeiten

Zudem sei das Vorschaltgerät ein Eigenbau des Herstellers, was eine kostengünstige Versorgung mit Ersatzteilen eher unwahrscheinlich mache. „Die Nachkaufgarantie gilt bis zehn Jahre“, stellt Böhlein noch fest: „Das ist nicht viel bei einer Lebensdauer von 40 Jahren.“

Bei einer anderen Lampe erwähnt er, dass sie einen schlechten „cut off“ habe, dass ihr Licht also nicht gut nach hinten, weg von der Straße, abzuschirmen sei. Wichtig für das künftige System der Straßenbeleuchtung ist, dass die Lampen in ihrer Lichtintensität programmierbar sind, dass also ihre Leuchtstärke – und damit ihr Stromverbrauch – zu späten Nachtstunden abgesenkt werden könne. Dies erfüllen fast alle der vorgestellten Modelle.

Zu Beginn der Dämmerung betrachten die Räte das Erscheinungsbild der dekorativen Lampen, als der Himmel dann gänzlich dunkel ist, begutachten sie die Lichtwirkung. Aspekte der Beurteilung sind dabei unter anderem, wie weit der Lichtkegel das Terrain nach hinten oder sogar über die gegenüberliegende Straßenseite hinaus ausleuchten würde. Auch die Blendwirkung der Leuchte wird registriert.

Königsbrunner Ausschussmitglieder sind sich schnell einig

Zurück im Sitzungsraum sollen die Räte für die beiden Leuchtentypen ihre Favoriten benennen. Zur Überraschung aller ergibt sich bei den technischen Leuchten gleich eine Übereinstimmung für ein Modell mittlerer Preislage, das ohne Werkzeug zu öffnen ist und dessen Teile einzeln austauschbar sind. Es kann zudem über verschiedene digitale Verfahren programmiert werden – sogar per Bluetooth. Bei den dekorativen Leuchten spricht sich nur Doris Lurz (Grüne) für eine vergleichsweise teure Designerleuchte aus. Letztlich stimmt sie aber mit den anderen für ein Modell mit einer großen Auswahl an Optiken und „Blendrechen“. Diese sollen nun Grundlage der Ausschreibung sein, die EVF im Auftrag der Stadt durchführt.

Die Stadträte zeigten sich überrascht und erleichtert über die zügige und einvernehmliche Entscheidungsfindung, nachdem es in vergangenen Sitzungen bei anderen Themen mehrmals zu heftigen Wortwechseln gekommen war. Einer der Teilnehmer bemerkte beim Aufbruch: „Vielleicht sollten wir öfter im Betriebshof tagen.“

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