Thierhaupten

16.05.2018

Große Show am Mühlentag

Ohne Mühlen ging früher nichts. Sie waren die Motoren des Alltags. Wie zum Beispiel das Schöpfen von Papier funktioniert hat, zeigt das Thierhaupter Mühlenmuseum am Pfingstmontag zum deutschen Mühlentag.
Bild: Axel Hechelmann

Der Pfingstmontag ist sozusagen der Geburtstag des Klostermühlenmuseums. An diesem Tag bietet die Einrichtung ein vielfältiges Programm.

Mahlen, Stampfen, Pressen, Sägen, Schleifen, Pumpen: Ohne Mühlen ging früher nichts. Sie waren die Motoren des Alltags. Wie das funktioniert hat, zeigt das Thierhaupter Mühlenmuseum am Pfingstmontag zum deutschen Mühlentag.

Auf zwei Stockwerken wird präsentiert, welche Mühlentypen es in Thierhaupten neben der Getreidemühle noch gab: Ein Sägemühlen-Modell veranschaulicht, wie mithilfe der Wasserkraft gesägt wurde. Die nach alten Vorlagen gebaute Ölmühle mit Keilpresse und die Papiermühle mit Hadernstampfwerk und Spindelpresse zeigen wie in Mühlen gepresst und gestampft wurde, um dadurch Lebensmittel bzw. Werkstoffe herzustellen.

Führungen lassen die Geschichte lebendig werden

Nicht zuletzt veranschaulicht ein Geländemodell wie Wasserkraft zur Wasserversorgung der Klosterbewohner seit dem 16. Jahrhundert eingesetzt wurde. Eine Ausstellung mit dem Titel „Mit allen Wassern gewaschen ...“ vermittelt Wissenswertes. Am Mühlentag finden stündlich Führungen statt, die die Geschichte lebendig werden lassen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

1997 wurde das Klostermühlenmuseum gegründet und bis heute gilt es als beliebtes Ausflugsziel. Vier Mühlen und ein Wasserhaus ließ einst das Benediktinerkloster in Thierhaupten entlang der Friedberger Ach bauen. Das Klostermühlenmuseum - früher „Untere Mühle“ - war fast 500 Jahre lang eine Getreidemühle. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Thierhaupten mit altdeutschen Steinmahlgängen gemahlen, im Museum ist die Technik bis heute zu sehen. Der letzte Müller Franz Josef Reiter betrieb die Mühle bis ins Jahr 1959.

Die Mühle schien dem Untergang geweiht

Nach der Stilllegung verfiel das Gebäude zunehmend und die Mühle schien dem Untergang geweiht. Ihr jetziges Aussehen und ihre lebendige Funktion verdankt die ehemalige Klostermühle dem großen Engagement des Thierhauptener Ehepaares Barbara und Karl Seidenschwann. Ihr Plan aus der Reitermühle ein Museum zu machen, in dem Technik- und Kulturgeschichte wieder lebendig wird, gelang. Am Pfingstmontag, 17. Mai 1997, fand die Eröffnung des Klostermühlenmuseums statt 2004 übergab Barbara Seidenschwann das überregional bekannt gewordene Mühlenmuseum dem Landkreis Augsburg.

Am Pfingstmontag wartet auf Besucher ein vielfältiges Programm. Kinder können Getreide schroten an Handmühlen, Müsliportionen herstellen, Brot am Backhaus backen, Papier schöpfen aus der Bütte oder hören Märchen im Mühlenmärchenstadel.

Buchbinder und Spinner gehören zum Rahmenprogramm

Wie hölzerne Wasserleitungen, sogenannte Deicheln, früher angefertigt wurden, kann man auf der Mühlenwiese erleben. Walter Kommer aus Thierhaupten zeigt, dass mit viel Kraftaufwand und langen eisernen Bohrer Baumstämme ausgehöhlt werden können. Buchbinder und Spinner gehören ebenso zum Rahmenprogramm wie heimische Imker und die Tänzer vom Volkstrachtenverein.

Wer einen Spaziergang am Mühlenweg machen will, wird an diesem Tag noch mit einer weiteren Attraktion belohnt, denn das Sägewerk und Holzhandel Thierhaupten veranstaltet ebenfalls von 11-17 Uhr einen Tag der offenen Türe (ohne Führung). Das klassische Familienunternehmen ist in der ältesten Mühle Thierhauptens (aus dem Jahr 1544) ansässig und wird von Hans-Peter Blasel, Ehefrau Brigitte und Sohn Maximilian geführt. Sie informieren über ihren Betrieb, außerdem stellen weitere Holzhandwerker dort einiges zur Haus- und Gartengestaltung aus Holz vor. 

(AL) 

Deutscher Mühlentag im Klostermühlenmuseum: 11-17 Uhr. Eintritt: drei Euro / sechs Euro inkl.

Kinderaktionen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Zeitb%c3%b6rse_2.tif
Soziales

Tauschen statt Zahlen: Die Zeitbörse wird 20 Jahre alt

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden