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Schwabmünchen

19.04.2016

Ist das Spiel wirklich aus?

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4 Bilder
„Nur noch hier unterschreiben und dann ist es offiziell: Sie sind tot.“ Die Mitarbeiterin aus der anderen Welt erklärt das Prozedere.
Bild: Reinhold Radloff

Der Kunstverein Schwabmünchen zeigt ein Bühnenstück rund um Liebe und Tod.

Was wird nach dem Tod sein? Hat das Leben überhaupt einen Sinn? Was kann die Liebe bewirken? Wie frei ist man in seinen Entscheidungen? Was ist eigentlich wichtig? Fragen, auf die Jean-Paul Sartre in seinem weltberühmten Werk „Rien ne va plus“ (Nichts geht mehr/Das Spiel ist aus) und Alfred Vogler mit seiner Theateraufführung im Kunsthaus Schwabmünchen versuchen, Antworten zu geben. Oder nicht?

Liebe im Leben nach dem Tod

Eve (Heike Kranz-Britzelmaier) und Pierre (Jürgen Reichardt), die beiden Hauptdarsteller des von Alfred Vogler zu einem Bühnenstück umgeschriebenen Sartre-Buches, werden ermordet, verlieben sich in ihrem Leben nach dem Tod ineinander und erhalten deswegen eine zweite Chance auf ein richtiges Leben. Die Bedingung: Sie müssen 24 Stunden lang ihre uneingeschränkte Liebe zueinander beweisen. Zurück in der Realität sind sie dazu allerdings nicht in der Lage und werden, wie damals, wieder umgebracht.

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Ein nicht ganz leichtes Stück, das Vogler da im Kunsthaus in Schwabmünchen dem trotzdem begeisterten Publikum präsentiert. Er erleichtert das Verständnis des Stücks durch den Einbau eines Erzählers (Fred Theiner). Er nimmt große Worte wie „Sein oder Nichtsein“, „Himmel und Hölle“ in den Mund, relativiert sie, bezieht die Zuschauer in seinen Text ein, stellt eigentlich alles in Frage: Das Leben, den Tod, die Sinnhaftigkeit des Handelns, die Vernunft, das Tun. 42 Rollen besetzte Vogler mit 14 Schauspielern, lässt sie mit einfachsten Requisiten handeln, bringt den Theatergast zum Nachdenken, baut Spannung auf: Schafft es die Liebe, die beiden Hauptakteure auf Dauer im richtigen Leben zu halten?

Die unterschiedlichen Lebenssituationen (die Oberschichten-Schnepfe und der Prolet mit Umsturzgedanken) lassen immer daran zweifeln und bringen das Projekt ja schließlich zum Scheitern. Die Liebe kann nicht gegen die selbst gestellten Aufgaben, gegen die Macht der Gedanken, gegen die Gesellschaft an. Am Ende werden Eve und Pierre, wie damals zur Stunde null, wieder ermordet. Und die Zuschauer? Sind sie mit dem Ergebnis des Stücks zufrieden? Hätten sie gerne in die Handlung eingegriffen? Hätten sie es besser gemacht? Was wäre ihnen wichtiger gewesen? Vogler lässt sein Publikum mit viel Diskussionsstoff zurück. Absichtlich.

Charles Dickens auf schwäbisch

Demnächst wird das Theater im Kunsthaus wieder einfacher, weniger nachdenklich, weniger schwierig zu beantworten: Die Theatergruppe des Kunstvereins plant zum Jahresende die weltberühmte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens aufzuführen, auf schwäbisch.

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