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Landkreis Augsburg

23.10.2017

Kindertagesstätten im Augsburger Land sollen besser werden

Mit bunten Schürzen ausgestattet, malen zwei Krippenkinder in einer Kita mit Hanna Ochmann (Freiwilliges Soziales Jahr) mit Wasserfarben.
Bild: Foto: picture alliance, dpa (Symbolfoto)

In den vergangenen Jahren wurden viele Betreuungsplätze geschaffen. Doch wie gut sind sie? Eine neue Untersuchung beschreibt die aktuelle Lage.

Kindgerecht, familienbewusst und gut ausgestattet: So soll sie sein, die Kindertagesbetreuung im Landkreis Augsburg. Doch bis dahin gibt es noch einige Hausaufgaben zu erledigen – wie im „Teilplan Kindertagesbetreuung für den Landkreis Augsburg“ nachzulesen ist. Dessen aktualisierte Fassung hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises jetzt beschlossen (wir berichteten bereits kurz). Die Anforderungen an Kindergärten, Horte und Krippen seien hoch, heißt es darin: „Die Erwartungen an Kindertagesbetreuung waren noch nie so umfangreich und so hoch wie heute.“ Das Personal soll altersgemäße Bildungsangebote machen, Sprachentwicklung fördern, Inklusion mit hoher Qualität umsetzen, Kinder mit Fluchterfahrung integrieren, Chancengerechtigkeit für alle Kinder sichern, gesunde Gemeinschaftsverpflegung anbieten, Alltagskompetenz vermitteln und vieles mehr.

Gleichzeitig gilt es vielerorts lange Betreuungszeiten zu bewältigen, dem Fachkräftemangel zu begegnen, mit der Bürokratisierung des pädagogischen Alltags zurechtzukommen und mit Eltern sowie den Akteuren im Sozialraum partnerschaftlich zu kooperieren. Deshalb bleibe das Thema „Kindertagesbetreuung“ ein Dauerbrenner, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. „Natürlich treibt die Gemeinden und den Landkreis zunächst die Frage um, ob es zum Start des Kindergartenjahres ausreichend Plätze in Krippen, Kindergärten und Horten geben wird“, stellt Landrat Martin Sailer fest. Deshalb stand in den letzten Jahren vor allem der Ausbau des Platzangebots im Fokus. „Mit der aktuellen Planung wollen wir nun verstärkt die Qualität und die Rahmenbedingungen ins Zentrum rücken“, so Sailer weiter.

Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ermöglichen

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Der nun vorliegende Planungsbericht beschreibt auf knapp 140 Seiten die Situation der Kindertagesbetreuung in unserer Region. In 90 Maßnahmen und Empfehlungen werden Handlungsansätze formuliert, um die Kindertagesbetreuung im Landkreis Augsburg bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern zu schaffen, und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Jugendhilfeplaner Günter Katheder-Göllner beschreibt, wo es seiner Ansicht nach am meisten hakt. „Die Anforderungen an die Kitas sind immens gestiegen, die Arbeitsbedingungen haben sich allerdings nicht im gleichen Tempo mitentwickelt.“ Der Fachkräftemangel verschärft die Lage, die Belastung für das Personal steigt – und das wirkt sich natürlich irgendwann auch auf die Qualität der Arbeit aus. „Einer anonymen Umfrage zufolge hatte etwa die Hälfte der Kitas in den letzten zwei Jahren Probleme bei der Erfüllung ihrer Aufgaben“, berichtet Katheder-Göllner. Der Grund: Fehlende Fachkräfte. Angelika Steinbrecher von der Kita-Fachberatung im Landratsamt weist auf eine weitere zentrale Aussage des Berichts hin: „Die Bedürfnisse der Kinder müssen der Dreh- und Angelpunkt sein, um den herum wir die Inhalte, Angebote und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung gestalten.“ Die Verfügbarkeit von erwerbstätigen Müttern und Vätern und die Belastbarkeit von Kindern haben klare Grenzen.

Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden

„Eltern brauchen Zeit für Familie! Kinder brauchen betreuungsfreie Zeit“, so steht es klipp und klar im Planungsbericht. Dazu muss auch eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitswelt ihren Teil beigetragen. Ein Punkt, in dem sich alle einig waren, die an dem Plan mitgearbeitet hatten. Und das waren viele. Der Jugendhilfeausschuss beschloss deshalb auch einstimmig, einen Appell an den Freistaat Bayern zu richten. Zusammengefasst lautet dessen Inhalt: Die Arbeitsbedingungen in den Kitas müssen verbessert werden – und dazu soll der Freistaat Bayern an denjenigen Stellschrauben drehen, die von den Städten und Gemeinden und vom Landkreis nicht bewegt werden können. (AL)

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