Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Königsbrunner Pfarrerin bestimmt den Weg der evanglischen Landeskirche mit

Königsbrunn

27.10.2020

Königsbrunner Pfarrerin bestimmt den Weg der evanglischen Landeskirche mit

Dekanin Doris Sperber-Hartmann freut sich auf spannende Gespräche in der Landessynode der evangelischen Kirche.
Bild: Irmgard Hoffmann

Plus Die Königsbrunner Pfarrerin Doris Sperber-Hartmann ist seit September Mitglied im evangelischen Kirchenparlament. Was sie erwartet.

Eine besondere Aufgabe bei der bayerischen Landessynode hat die evangelische Dekanin Doris Sperber-Hartmann seit Mitte September übernommen. Sie wurde von den Kirchenvorständen für die nächsten sechs Jahre als aktives Mitglied in das Kirchenparlament gewählt. Selbstverständlich sei es eine Ehre und große tiefe Freude, wenn man in die Landessynode gewählt werde, sagt Sperber-Hartmann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Sie habe gar nicht so fest damit gerechnet, da sie zwei Mitbewerber hatte.

Noch stärker sei aber auch das deutliche Bewusstsein um den inneren Auftrag, „sich der aktuellen Zeit mit all ihren Fragen und Problemen zu stellen“, wie sie unterstreicht. Im März war die üblicherweise in Bayreuth geplante Sitzung wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Jetzt tagten die 118 Synodalen Mitte September an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich in einer Halle auf einem Autohof im unterfränkischen Geiselwind, an der A3 direkt neben den Trucks. Dort konnte man gut die Abstandsregelungen einhalten.

Am Autohof an der A3 lässt es sich auch gut tagen

Der Tagungsort habe einen speziellen Charme gehabt, schmunzelt Dekanin Sperber-Hartmann: Die Betreiber des Autohofs seien aber selbst auch engagierte Mitglieder in der evangelischen Kirche und hätten tatsächlich auf dem Areal eine kleine Kirche. Da die Tagung über mehrere Tage gehe, habe man auf diese Weise Unterkunft, Tagung und passenden Rahmen mit den Hygienevorschriften gut unter einen Hut bringen können. Die erste Arbeitssitzung im November findet wieder dort statt.

In einem feierlichen Gottesdienst mit einem Teil des Wittelsbacher Knabenchors sei sie vom Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wie bei jeder Ordination in der evangelischen Kirche mit dem Segen in das Amt eingeführt worden und empfindet nun zusätzlich große Dankbarkeit. Dankbarkeit, Teil dieses Parlaments zu sein, das aus zwei Dritteln nicht ordinierten und einem Drittel ordinierten Mitgliedern besteht, „die ich alle als unglaublich engagiert erlebte“, sagt die Dekanin. Viele müssen sich für diese Aufgabe auch Urlaub nehmen. Nur Menschen, die im öffentlichen Dienst stünden, würden dafür befreit.

Ausschüsse befassen sich mit allen Aspekten kirchlichen Lebens

Jeder Synodale arbeitet in einem der acht Ausschüsse, wie beispielsweise in den mehr gesellschaftlich geprägten Ausschüssen für Bildung, Erziehung und Jugend. Andere Gremien befassen sich mit der Ökumene, Gesellschaft und Diakonie oder strukturellen Fragen wie Finanzen, Organisation oder Grundfragen des kirchlichen Lebens.

Doris Sperber-Hartmann hat sich für den Finanzausschuss entschieden. Dessen 18 Mitglieder beraten den Haushalt und beschäftigen sich mit anderen finanziellen Fragen. „Das muss man sich wie bei einer Kommune vorstellen: Wir haben einen Haushaltsplan, wir arbeiten nach der Doppik und es ist spannender, als ich dachte“, sagt Sperber-Hartmann. Es stünden hinter den nackten Zahlen wichtige Fragen und daraus resultierende Entscheidungen: Welche Freizeithäuser will und kann die Landeskirche noch halten? Welche Rücklagen sind nötig? Wie wirkt sich die Tarifsteigerung aus? 76 Prozent der Gelder werden für das Personal ausgegeben.

Königsbrunnerin freut sich auf Gespräche in Arbeitskreisen der Landessynode

Neben den Entscheidungen in den Ausschüssen finden außerhalb in durchmischter Form im informellen Rahmen Gespräche und die Meinungsbildung in drei Arbeitskreisen statt. Jeder Arbeitskreis steht für eine bestimmte Grundorientierung und bei jeder Tagung gibt es genügend Zeit für Treffen. Es kann auch eine Plenums- oder Ausschusssitzung für Beratungen in den Arbeitskreisen unterbrochen werden. Sperber-Hartmann hat sich zunächst weder für den Arbeitskreis „Offene Kirche" noch für „Gemeinde unterwegs“ entschieden, sondern bewusst für den sogenannten „Dritten Arbeitskreis“. „Ich bin gespannt und freue mich auf die Diskussionen; es sind sehr interessante Persönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen beruflichen Bereichen dabei. Auch mit meinen Pfarrerskollegen in dem Rahmen zusammenzukommen, bringt viel Energie für zu Hause, die Gemeinde und das Dekanat“, sagt Sperber-Hartmann erwartungsvoll.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren